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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
Entstehung
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Allgemeines vom Ei und dem Brüten. 15

Der von der feſten Eiſchale eingeſchloſſene Eiinhalt beſteht aus dem Eiweiß oder Eierklar(Albumin) und dem in dieſem ſchwebenden, bald heller, bald dunkler gelb gefärbten, kugelförmigen Eidotter. Dieſe beiden koagulieren, d. h. gerinnen zu ziemlich feſter Maſſe, wenn das Ei einige Zeit der Siedehitze ausgeſetzt wird, ſo daß man beim durch⸗ ſchnittenen, hart geſottenen Ei in der Eiſchale die Lage des Eiweißes und des Eidotters, und ihr Größenverhältnis zu einander unterſcheiden kann. Der Gehalt an Dotter beträgt durchſchnittlich 32 35%, an Eiweiß 50 55%, an Schale 10 13%.

Zwiſchen Eiweiß und Eiſchale befindet ſich, dieſer dicht anliegend, eine aus zwei dicht aneinander liegenden poröſen Blättern gebildete Umhüllung des Eiinhalts, die Schalenhaut; am ſtumpfen Eiende be⸗ ginnen dieſe beiden Blätter, ſobald das Ei gelegt und mit der atmos⸗ phäriſchen Luft in Berührung gekommen iſt, zur Bildung der ſoge⸗ nannten Luftkammer auseinanderzuweichen. Bei längerer Aufbewahrung des Eies vergrößert ſich dieſe und nimmt bei völliger Eintrocknung des Eiinhalts mehr als des Rauminhalts ein.

Auch der Dotter iſt von einer Haut, der Dotterhaut, umgeben, welche ſich nach den Eienden hin in Geſtalt je eines zuſammengedrehten Wulſtes, der Hagelſchnur, durch das Eiweiß fortſetzt.

Auf der Dotteroberfläche findet ſich unter dem Namen Hahnentritt ein kleiner weißlicher Fleck, die Keimſchicht oder der Bildungsdotter, welcher das Keimbläschen einſchließt. Da die dieſem abgewendete Hälfte des Dotters ſpecifiſch ſchwerer iſt, als die andere, ſo kommt der Hahnentritt, wie auch das Ei gewendet wird, ſtets nach oben, der Brüterin zugekehrt, zu liegen. Aus dem Keimbläschen entwickeln ſich, wenn es befruchtet iſt und bebrütet wird, die erſten Anfänge des Lebens, des Embryo, welcher unter Aufſaugung des Nahrungsdotters und unter Zufuhr von Sauerſtoff aus der atmosphäriſchen Luft, welche die Poroſität der Schalenhaut und der Eiſchale zuläßt, wächſt, und ſich zum Vögelchen ausbildet. Jedes bebrütete Ei nimmt Sauerſtoff auf und giebt dafür Kohlenſäure ab, ganz ſo wie jedes erwachſene Tier.

Das Material, aus dem die Eiſchale aufgebaut iſt, beſteht zum größten Teile aus kohlenſaurem Kalk(95 98%) und etwas phosphor⸗ ſaurem Kalk und Mangneſia. Ihre Oberfläche iſt mehr oder weniger rauh oder auch glatt, grobkörnig oder feinkörnig. Fehlt es den Vögeln an der zur Bildung der Schale erforderlichen Kalkſubſtanz, ſo wird die Schale äußerſt dünn oder fehlt gänzlich, ſo daß ein weichhäutiges Ei abgelegt wird: Flößei. Eier mit ſchwacher Eiſchale oder ohne ſolche, ſind weder zum Verſenden, noch Aufbewahren, noch Bebrütetwerden tauglich; die Anſicht, daßzur Brut dünnſchalige Eier vorzuziehen ſeien, iſt eine irrtümliche, da ſie zerbrechlich ſind und die Eiſchale durch das Bebrütetwerden viel von ihrer urſprünglichen Feſtigkeit verliert und mürb wird; nur hierdurch iſt es dem ausgebildeten Inngen möglich, durch ſeine Bewegungen die Schale zu ſprengen.