X
Erſter Abſchnitt.
Erſter Abſchnitt. Allgemeines vom Ei und dem Brüten.
Bevor der Züchter den Betrieb beginnt, dürfte es für ihn von Nutzen ſein, eine allgemeine Kenntnis von der Bildung und der Beſchaffenheit des Eies zu erlangen, desjenigen Geflügelzuchter⸗ zeugniſſes, das bei einigen Geflügelarten(Haushühnern, Perlhühnern und Enten) hohen Gebrauchs⸗ und Marktwert hat, und in dem bei allem Geflügel, wie überhaupt bei jedem Vogel, durch Bebrütetwerden ein junges Lebeweſen ſich bildet und entwickelt, welches nach vollendeter Brützeit das Ei als ausgebildetes Vögelchen verläßt, ſowie vom Brüt⸗ vorgange, der allen Geflügelarten gemeinſam iſt.
1I. Das Ei.
Das Geflügel pflanzt ſich, wie alle Vögel, durch hartſchalige Eier fort, welche die Weibchen ablegen und bebrüten, d. h. durch Sitzen auf denſelben erwärmen.
Das Ei hat die Form eines Elipſoids;„eiförmig“ iſt ein überall gebräuchlicher Ausdruck für dieſe Geſtaltung mit einem breiteren und einem ſpitzeren Ende in den Endpunkten der Längenachſe.
Die Färbung der Geflügeleier iſt verſchieden, je nach der Art und innerhalb dieſer der Raſſe: weiß, rötlich, gelb, bräunlich, grünlich und auch getüpfelt.
Die Eier des Haushuhns ſind im Verhältniſſe zur Natur und Größe dieſes Vogels als groß zu bezeichnen; nur einige wenige Raſſen
deſſelben, merkwürdiger Weiſe die größten, legen verhältnismäßig kleine
Eier. Erſteres gilt auch von einigen Entenſchlägen. Mit Bezug hierauf haben die Beobachtungen von Dr. Baldamus ergeben, daß günſtiges Klima, vorteilhafte Bodenbeſchaffenheit, aufmerkſame Behandlung, be⸗ ſonders aber geeignete gute Ernährung von entſcheidendem Einfluſſe auf die Größe der Eier ſind; treffen dieſe günſtigen Bedingungen zu, ſo werden die Eier größer und ſchwerer, und infolge einer ſorgfältig durchgeführten Zucht und Paarung läßt ſich eine ſolche ſchätzenswerte Eigenſchaft vererben und konſtant erhalten.
Jeder Vogel legt ſo ziemlich immer gleichgeſtaltete Eier, und der aufmerkſame Geflügelfreund wird aus eigener Erfahrung wiſſen, daß man bei einiger Übung die von dem Individuum gelegten Eier un⸗ ſchwer erkennen, und von anderen unterſcheiden kann. Ganz unbe⸗ deutende Merkmale, die ſtets wiederkehren, ſei es in Färbung, Struktur der Schale, ſei es in der Form, erleichtern dieſe Unterſcheidung, und berechtigen den auf langjährige Erfahrungen geſtützten Satz auszu⸗ ſprechen:„Jedes Individuum legt in der Regel gleiche, oder vielmehr ähnlich gefärbte, geformte und gezeichnete Eier.“(Baldamus.)
——,——————


