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8 Geſchichte der Geflügelzucht.
Züchtung des Haushuhns ſehr darnieder. Das kleine Landhuhn, eifrige Spenderin vieler vortrefflich ſchmeckender, aber recht kleiner Eier, und hervorragend ſowohl durch anmutige Geſtalt und Haltung und prächtige Färbung, als durch Zartheit und guten Geſchmack ſeines weißen, leider nur wenigen Fleiſches, war bis dahin faſt die einzige Hühnerraſſe der Guts⸗ und Bauernhöfe. Dem Cochinchinarieſen ging ein bedeutender Ruf der Vortrefflichkeit in jeder Beziehung vorauf. Geflügelliebhaber und Züchter erwarben ihn und auch Landleute öffneten ihm ihre Höfe, wo dieſes Huhn ſehr bald durch Kreuzung mit dem Landhuhne Blend⸗ linge erzeugte, die zwar größer waren und etwas größere Eier legten, als dieſes, aber wie die dicken ſchweren Knochen, ſo auch die unver⸗ wüſtliche große Brutluſt ererbt hatten, die den Cochinchinahennen kaum Zeit läßt, einige Eier zu legen. AÄhnlich wirkte auch das einige Jahre ſpäter eingeführte, dem Cochinchinahuhne im äußeren und in ſeinen Eigenſchaften naheſtehende Brahmaputrahuhn. Der Einfluß dieſer beiden fremden Hühnerraſſen auf Deutſchlands Hühnerzucht war unverkennbar, aber nur in einer Richtung andauernd. Die Liebhaberei an ſchönen Hühnern blühte aus ihm hervor und die Zucht von Geflügelraſſen aller Art ohne Rückſicht auf deren wirtſchaftlichen Wert. Der Hühnerzuchts⸗ betrieb zum Zwecke der Eier⸗ und Fleiſchproduktion, alſo vornehmlich die landwirtſchaftliche Hühnerzucht, blieb im großen Ganzen ſo, wie ſie vorher geweſen war. Auch die bald nach 1870 bewirkte Einführung des italieniſchen Huhns vermochte, trotz der vorzüglichen Eierproduktion desſelben, bei den durch die Einführung des Cochinchinahuhns entſtan⸗ denen Zuchtrichtung die Hühnerzüchtung nicht in genügendem Maße in andere Bahnen zu lenken. Immer mehr blühte die Sportgeflügel⸗ zucht auf und riß auch häufig die Landleute ſehr zu deren Nachteil in ihre Wege und Ziele; ſtetig wuchs der Bedarf an Eiern und Schlacht⸗ geflügel, ohne daß die inländiſche Produktion ihm gewachſen war, ſtetig ſtieg die Einfuhr derſelben, ſtetig fiel die ohnehin ſehr geringe Ausfuhr. So ſteht es auch heute noch. Die enorm hohe Einfuhrziffer iſt bereits in der Einleitung S. 3 angegeben.—
2. Perlhuhn.
Unter„Allgemeines“ iſt bereits aus Anlaß der daſelbſt erzählten Sage erwähnt, daß das Perlhuhn ſchon ſehr früh nach Griechen⸗ land und wohl auch nach den kleinaſiatiſchen Küſtengebieten und den griechiſchen Inſeln Einführung gefunden haben müſſe. Nach dem Zeug⸗ niſſe des griechiſchen Schriftſtellees Athenäus ſollen die Bewohner von AÄtolien die erſten Griechen geweſen ſein, welche ſich mit der Perl⸗ hühnerzucht befaßten. Zur Zeit des Ariſtoteles, des Zeitgenoſſen und Lehrers Alexanders des Großen, war, wie er erzählt, das Perlhuhn in Griechenland häufig, ſo daß ärmere Leute dieſen Vogel den Göttern opferten, während Reiche Stiere und Hirſche als Opfertiere verwendeten. Auch den Römern war das Perlhuhn bekannt, aber man weiß nicht,
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