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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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Geſchichte der Geflügelzucht. 5

fuhr nach Deutſchland beteiligt ſind. Was dieſe Länder leiſten können, müßte doch wohl auch bei uns zu erreichen ſein.

Die beſprochenen Verhältniſſe fordern mächtig zu intenſivem Ge⸗ flügelzuchtsbetrieb heraus. Es iſt aber weniger der Großbetrieb, welcher hierbei in Betracht kommt, obſchon auch er ſehr wohl ausführbar iſt, wie ſpäter gezeigt werden wird, und bei zweckmäßiger Leitung ſehr ein⸗ träglich werden kann, als die mit Eifer richtig ausgeführte Geflügel⸗ zucht ſeitens der Inhaber kleinerer ländlicher Beſitzungen. Zur An⸗ eiferung der letzteren und Hbeſien fühlbarer Vorteile bietet die Bildung von Geflügelzuchtgenoſſenſ chaften ein 85 wirkſames Mittel. Als nachahmenswertes Beiſpiel einer ſolchen ſei deen e in und um Schönecken in der Eifel empfohlen.Um auch, ſo lautet ein Bericht aus dieſem Orte,die Geflügelzucht hierſelbſt veſüe aus⸗ zudehnen, iſt mit der Molkereigenoſſenſchaft eine Geflügelgenoſſenſchaft verbunden, deren Zweck ein dreifacher iſt: Geflügelzucht, Eierverſendung und Geflügelmaſt. In betreff der einzuführenden Hühnerraſſe entſchied man ſich für das italieniſche Huhn und Kreuzung mit Houdans, da erſteres neben ſeinen ſonſtigen Vorzügen gegenüber dem Landhuhn dieſes auch an Gewicht des Eies übertrifft. Bezogen wurde bis jetzt (Anfang März 1898) neben einer Anzahl Houdanhähne 300 zum Teil bereits legereife Hennen der italieniſchen Raſſe. Gegenwärtig werden wöchentlich an 1500 Eier verſendet. Der Verkauf erfolgt nach Gewicht, das Pfund zu 60 und 70 Pfennig.

Wie im Übrigen der Betrieb eingerichtet werden muß, um möglichſt großen Nutzen abzuwerfen, wird in den folgenden Abſchnitten gezeigt werden.

Geſchichte der Geflügelzucht.

I. Allgemeines.

Eins der älteſten Haustiere iſt wohl das Haushuhn geweſen.

Aber die Gans macht ihm in dieſer Beziehung den Rang ſtreitig: Die vergleichende Eprugeneunde weiſt nach, daß ſchon die Arier, die man als ein älteſtes Stammvolk betrachtet, die Gans beſeſſen haben; auch war dieſe den alten Ägyptern ſchon ſehr früh bekannt, denn in den hieroglyphiſchen Darſtellungen iſt nicht ſelten das Bild der Hausgans angewendet, während in der früheſten Periode ihrer Bildwerke das Haushuhn fehlt. Auch die Taube war ſchon ſehr früh ein vom Menſchen ſohegier und benutzter Vogel: Bekanntlich ließ Noah, wie die bibliſche ythe erzählt, nach der Sintflut eine Taube ausfliegen, welche ihm den Olzweig zurückbrachte. Neueſte Forſchungen haben ergeben, daß