4 Einleitung.
Unter dem eingeführten lebenden Federvieh befinden ſich auch exotiſche Vögel. Daß deren Anzahl im Verhältnis zur Geſamteinfuhr ſehr bedeutend ſein könnte, iſt nicht anzunehmen. Auch bei der Er⸗ zeugung von Junggeflügel können wir nicht ſo billig produzieren, daß wir hoffen könnten, jemals dieſe Einfuhr vollſtändig hemmen zu können. Aber eine nicht geringe Abſchwächung der hohen Einfuhrziffer iſt immerhin möglich, wenn unſere Geflügelbeſitzer mehr, als es bisher der Fall war, ſich die Erbrütung und Erzüchtung von zu Schlachtzwecken geeignetem Junggeflügel angelegen ſein laſſen. Das eingeführte ge⸗ tötete Federvieh aber beſteht ausnahmslos aus Tafelgeflügel, beſonders gemäſteten Hühnern, die hoch im Preiſe ſtehen, und in betreff welcher eine Konkurrenz, wenn ſie unſererſeits verſucht würde, von großem Erfolg ſein müßte.
Sehr lehrreich iſt auch die Kenntnis deſſen, aus welchen Ländern die vorſtehend als aus dem Auslande eingeführt bezeichneten Geflügel⸗ zuchtsprodukte herſtammen:
Lebendes Geflügel Getötetes Geflügel Eier Länder der ſ1894 1895 1896 1894 1895 1896 1894 1895 1896 Herkunft Tonnen zu 1000 kgTonnen zu 1000 kgTonnen zu 1000 kg Belgien(—— 257 248 300⁄5 85—— Bulgarien—————— 56—— Dänemark————— 46—— Frankreich 163—— 3690 429 487 ß150—— Großbritannien——— 5=—— Italien 2649 2998 2834] 119 135 158 4250 4725 5888 Niederlande 373— 532 10—— 1003 1084 1299 Oſterreich⸗Ungarn 6210 5588 5739 1766 1621 1646/]43234 37754 38867 Rumänien—(—= 864 2 883 Rußland 14008 15927/151666 95 332 652/29435 39039 41008 Schweiz 97-—— 13—— 297=—— Serbien——— 45—— 50—— Türkei————— 19——
Die ſehr hohen Ausfuhrziffern bei Rußland, Oſterreich⸗Ungarn und Italien erklären ſich teils aus der Ausgedehntheit der weiten Land⸗ ſtriche der beiden erſten, teils aus günſtigeren klimatiſchen Verhältniſſen, als ſie in Deutſchland vorhanden ſind. Das paßt zum Teil auch auf Frankreich; hier ſind aber nicht etwa die ſüdlich gelegenen Gegenden die Geflügel und Eier produzierenden, ſondern vorzugsweiſe das nörd⸗ liche Dritteil, welches nicht durchweg durch beſonders günſtiges Klima ausgezeichnet iſt. Noch weniger in dieſer Beziehung begünſtigt ſind Belgien, die Niederlande und Dänemark, welche gleichfalls an der Ein⸗


