Einleitung. 3
Ähnliche Verhältniſſe weiſen andere große Städte auf: In den Ver⸗ kaufshallen von Paris kamen 1881 nicht weniger als 15 220 262 Stück Geflügel, einſchließlich Tauben, zum Verkauf. Über die Verzehrslinien Wiens wurden von 1886 bis 1890 durchſchnittlich jährlich eingeführt 1 947000 Hühner und Tauben und 596 000 Stück anderen Geflügels.—
Die Ein⸗ und Ausfuhr von Geflügelzuchtsprodukten ins deutſche Zollgebiet veranſchaulicht die folgende Tabelle, welche teils nach dem „Statiſtiſchen Jahrbuche für das Deutſche Reich“, teils nach Angaben des„Preußiſchen Statiſtiſchen Bureaus“ zuſammengeſtellt iſt. Die Zahlen in derſelben bedeuten Tonnen zu 1000 kg:
Federvieh Eier und Bettfedern Jahr lebendes totes Eigelb rohe gereinigte Ein⸗ Aus⸗ Ein⸗ Aus⸗ Ein⸗ Aus⸗ Ein⸗ Aus⸗ Ein⸗ Aus⸗ fuhr fuhr fuhr fuhrſ fuhr fuhr ſfuhr fuhr V fuhr fuhr 1885] 7 842 V 324—— 23 656 2097 3878 439 689 809 1890 18 521 300 54 072 823 6160 761 1139 900
2682 132 2858 134 3365 180
1894 23 415 287 1895] 25 449 273 1896 24 503 279
79 609 720 83 585 742 89 030 745
5886 833 894 1019 7238 985 1024 1258 7627 1178 1044 1436
Aus dieſer Tabelle ergiebt ſich eine ſtetige Steigerung der Einfuhr, eine ſtetige Abnahme der Ausfuhr bei Federvieh und Eiern. Nur beim Handel mit Bettfedern ſind ſowohl die Ein- als die Ausfuhr geſtiegen; die Einfuhr aber überwiegt in ſehr bedeutendem Maße, ſelbſt bei den rohen Bettfedern, die Ausfuhr. Dieſe Verhältniſſe zeigen nicht nur Zunahme des Verbrauchs, ſondern auch, in wie hohem Grade un⸗ zureichend die Produktion unſeres landwirtſchaftlichen Geflügelzucht⸗ betriebs iſt.
Die Eiereinfuhr betrug 1896 nach Abzug der Ausfuhr immer noch 88 285 Tonnen oder 88 285 000 kg; das bedeutet, das Kilogramm Eier zu 20 Stück veranſchlagt, 1 765,7 Mill. Stück. Es ſoll nicht behauptet werden, daß wir dieſen Bedarf durch Aufbeſſerung unſerer Hühnerzucht binnen kurzer Zeit ſelbſt zu erzeugen imſtande ſein könnten. Aber möglich wäre es dennoch in abſehbarer Zeit, wenn jede Hühner beſitzende Guts⸗ und bäuerliche Wirtſchaft und Haushaltung nur eine kleine Anzahl guter Hühner mehr halten wollte, als ſie jetzt beſitzt, und wenn ſie beſtrebt wäre, den Beſtand ihrer bisherigen Hühner allmählich durch ſolche zu erſetzen, welche durch Eierproduktion hervor⸗ ragen, und dieſelben beſſer zu pflegen und zu überwachen, als es jetzt im großen Ganzen zu geſchehen pflegt. Es könnte allein ſchon durch Berückſichtigung der beiden letzten Bedingungen eine Mehrproduktion von Millionen Eiern erlangt werden.
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