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Die Entwickelungsſtufen der Fütterungslehre. 227
Beziehungen zwiſchen Muskelthätigkeit und Stoffzerfall im tieriſchen Organismus“(Pferd). Bezüglich der Leiſtungsfähigkeit des Pferdes ſchließen ſich neuere, auf der Verſuchsſtation Hohenheim erzielte Forſchungsreſultate(ſ. E. Wolff„Grundlagen für die rationelle Fütterung des Pferdes“, Berlin 1885 u.„Neue Beiträge“ in Thiels „Landw. Jahrbüchern“ Bd. XVI, Supplement III, 1897), ſowie auch die in Paris ſeit 1880 von L. Grandeau und A. Leclerc aus⸗ geführten exakten Pferde⸗Fütterungsverſuche. Es ſind ferner die Verſuche zu erwähnen, welche die Fettbildung aus Kohlehydraten endlich mit aller Beſtimmtheit nachgewieſen haben, nämlich von Soxhlet auf der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtation in München, von Tſchirwinsky in Moskau, von Meiſſl und Stromer in Wien, ſämtlich bei Schweinen, außerdem von B. Schulze und Weiske in Proskau, ſowie von Chaniewsky in Riga bei Gänſen, von Erlenmeyer und v. Planta bei Bienen, endlich von O. Kellner in Tokio(Japan) bei Seidenraupen. Ebenſo hat die Futteranalyſe mit Bezug auf die or⸗ ganiſchen Stickſtoffverbindungen eiweißartiger und nicht eiweißartiger Natur eine entſprechende Ausbildung erhalten. Seitdem R. Sachße eine leicht ausführbare Methode zur quantitativen Beſtimmung der Amidkörper, zunächſt des Aſparagins in keimenden Samenkörnern ermittelte, ſind ſolche Körper in oft überraſchend großer Menge in vielen, auch als Futtermittel wichtigen Pflanzen und Pflanzenteilen nachgewieſen worden, zuerſt in den Futterrüben und Kartoffeln von E. Schulze in Gemeinſchaft mit Urich und Barbieri, ſpäter auch von Märcker, Kreusler u. a. Eine noch größere Bedeutung für das landwirtſchaftliche Fütterungsweſen hatte die Entdeckung beträchtlicher Mengen von nicht eiweißartigen Stickſtoffverbindungen in allen Heu⸗ und Grünfutterarten von O. Kellner, welcher hierüber zahlreiche Unterſuchungen ausführte. Endlich iſt noch darauf hinzuweiſen, daß man nach Stutzer in Bonn die Futtermittel einer künſtlichen Ver⸗ dauung unterwerfen und auf dieſe Weiſe auch ohne Beihilfe von direkten Fütterungsverſuchen über die Verdaulichkeit namentlich der Proteinſtoffe Aufklärung, ſomit einen wichtigen Anhalt zur raſchen Beurteilung der Güte und Nährkraft des Futters ſich verſchaffen kann.
Das Hauptſtreben der ganzen Fütterungslehre iſt darauf ge⸗ richtet, für die in der rationellen Praxis erforderlichen Futter⸗ berechnungen möglichſt zuverläſſige Unterlagen und Anhaltpunkte zu ſchaffen. Die Methode daher, nach welcher man zu verſchiedenen Zeiten derartige Berechnungen vorgenommen hat, giebt uns gleichſam eine Vorſtellung von der jedesmaligen Entwickelungsſtufe unſerer Wiſſenſchaft.
Seit Thaer haben die ſog. Heuwerte faſt ein halbes Jahr⸗ hundert hindurch in der deutſchen Landwirtſchaft eine große Rolle
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