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Rationelle Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere auf Grundlage der neueren tierphysiologischen Forschungen / von Emil Wolff
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2 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung.

indirekt in denjenigen Zuſtand zurückführt, in welchem es wiederum bei der Entſtehung neuer Pflanzengebilde mitwirken kann.

Außer den organiſchen Stoffen, welche die Pflanze in ihren Produkten als Nahrung der Tierwelt darbietet, bedarf die letztere zu ihrer Ausbildung und normalen Erhaltung noch feuerfeſter Mineralſtoffe; es ſind dies dieſelben Mineralſtoffe, welche man großenteils auch als allgemeine Pflanzennährſtoffe erkannt hat. Sie werden in geeigneten Verbindungen und meiſtens in genügender Menge gleichzeitig mit der vegetabiliſchen Nahrung dem Tierkörper zugeführt.

In wunderbarer Harmonie ſehen wir im Körper der höheren Tierklaſſen die verſchiedenſten Organe zu einem Ganzen vereinigt. Die Organe der Aufnahme und Ausſcheidung, der Verdauung und Ernährung, der Bewegung und Empfindung, der Zeugung und Fort⸗ pflanzung, die Syſteme der Gewebe und der Säfte, Knochen und Knorpel, Muskeln und Sehnen, Binde⸗ und Fettgewebe, Nerven und Gefäße, Drüſengebilde und Atmungsorgane, Haut und Haare, alles unterſtützt ſich gegenſeitig in ſeiner Thätigkeit und jedes Einzelne iſt notwendig, um das Ganze heranzubilden und zur Erfüllung ſeiner Lebensaufgabe zu befähigen. Die Nerven, indem ſie in feine Faſern ſich zerteilen oder geflechtartig wiederum ſich vereinigen, durchdringen alle Organe, geben ihnen die Anregung zur Lebensthätigkeit und unterwerfen ſie teilweiſe der Willenskraft des Individuums, während das Blut den ganzen Körper durchkreiſt, den von den Verdauungs⸗ werkzeugen oder in anderen Organen vorbereiteten Bildungsſaft auf⸗ nimmt und nebſt dem eingeatmeten Sauerſtoff allen Geweben zuführt, daſelbſt ablagert oder die chemiſchen Prozeſſe vermittelt, durch welche Kraft und Wärme erzeugt werden. Was hierbei an Zerſetzungs⸗ produkten entſteht, wird in der Blutbahn weitergeführt, um ſchließlich, oft erſt nach weiterer Umänderung, als die letzten Produkte des Stoffwechſels in den Ausſcheidungsorganen den Tierkörper zu ver⸗ laſſen.

Die landwirtſchaftliche Fütterungslehre hat den Zweck, die Mittel und Wege anzugeben, durch welche wir den angedeuteten Stoff⸗ und Kraftwechſel derart zu beeinfluſſen vermögen, daß mög⸗ lichſt viel von den verfutterten Nährſtoffen unzerſtört als tieriſches Produkt oder von deren chemiſcher Spannkraft ein möglichſt hoher Prozentſatz als wirtſchaftlich nutzbare Arbeitskraft gewonnen werden kann.

Unſere durch chemiſche Unterſuchungen und tierphyſiologiſche Verſuche erworbenen Kenntniſſe in dieſer Beziehung gründen ſich hauptſächlich einmal auf die Zuſammenſetzung des Tierkörpers, ferner