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tel die Fliegen, und dadurch die Entſtehung der Maden abhalte: man muß nähmlich die Wunde mit Terpenthinöhl, Wagenſchmiere ꝛc. ſorgfältig einſchmieren.—
Vom Hörnerbruch.
209. Es ereignet ſich manchmahl, daß gehörnte Schafe, beſon⸗ ders Widder, ihre Hörner an der Krone abbrechen, wodurch ein ſehr ſtarker Blutverluſt erfolgt. Dieſer muß, wie im vorhergehenden Paragraph erinnert worden iſt, durch Charpie oder Eſſigbäuſche ge⸗ hemmt werden. Iſt dieſer Zweck erreicht, ſo wird der Bruch mit Terpenthinöhl und Wagenſchmiere, wie oben erinnert wurde, ein⸗ geſchmiert, und eine Bedeckung von Leinwand darüber befeſtiget, um das Mark und die Gehirnhöhlen vor jeder Verletzung zu ſichern.
Bisweilen erſetzt die Natur in kurzer Zeit das abgebrochene Horn, das aber in der Form von dem erſten verſchieden bleibt. War die Krone aber ſtark beſchädigt, ſo iſt mir noch kein Fall vorgekommen, daß ein Nachwuchs Statt gefunden hätte.
Von Nabelbrüchen.
210. Die ſogenannten Nabelbrüche ereignen ſich bey den Wid⸗ dern ſehr häufig, und man verſteht unter dieſer ſonderbaren Benen⸗ nung das Ereigniß, wenn die Vorhaut der Ruthe des Stährs wegen Schärfe und Unreinigkeiten inflammirt wird, und zur Größe einer Nuß, und öfters noch ſtärker, anſchwillt. Falls man die Hülfe ver— nachläſſiget und die Reinigung unterläßt, ſo erzeugen ſich nicht allein Eiterung und Würmer darin, ſondern die ganze Oberhaut kann wegfaulen, das Membrum ſelbſt angegriffen werden, wodurch nicht ſelten der Tod des Thieres unvermeidlich iſt. Zuweilen heilt ſich dieſe Geſchwulſt an der Vorhaut wohl auch von ſelbſt; iſt die— ſes aber nicht der Fall, ſo faßt man die Haut ungefähr an der Mitte des Membrums an, ſchiebt ſolche vorwärts, und reinigt ſie inwendig mit friſchem Salz-oder Eſſigwaſſer, nachdem man zuvor den Unrath ausgedrückt hatte. Entdeckt man aber in dem Innern der Vorhaut Maden, ſo müſſen ſolche durch ein geſpitztes
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