Einleitung.
Bey wiederkäuenden Thieren iſt im Allgemeinen wenig Wirkung von innern Medicamenten zu hoffen, Klyſtiere und flüſſige Medicinen ausgenommen; indem alle dieſe Thiere mit vier Magen begabt ſind, und der Banſen— der größte unter denſelben— die Nahrung in großen Maſſen aufnimmt, bis ſie nach und nach zum Wiederkäuen in das Maul wieder heraufgeſchafft wird, und dann erſt zu den Functionen der fernern Verdauung in die drey andern Magen übergeht.
Das Gewicht von rohen Nahrungsmitteln in dem Ban⸗ ſen iſt aber ſehr bedeutend, und beträgt, nach Maßgabe der Größe eines Schafes, 12 bis 24 Pfund und darüber. Man kann ſich alſo vorſtellen, daß Arzneymittel, in unbedeu⸗ tender Menge eingegeben, wenn ſie mit einer überwie⸗ genden Menge von Nahrungsmitteln vermengt werden, we⸗ nig Wirkung machen können. In großer Menge gegeben, läuft man aber Gefahr, daß der Magen durch deren Berüh⸗ rung zu ſtark angegriffen werden könnte, weßhalb man ſich durch die Erfahrung überzeugt hat, daß man mit flüſſigen, zugleich auf den Urin wirkenden Arzneymitteln am glücklich⸗ ſten verfährt, dieſelben aber nicht immer die erwünſchten Wir⸗ kungen hervorbringen.
Die meiſten in dieſem Bande beſchriebenen Krankheits⸗
fälle habe ich theils ſelbſt zu beobachten und kennen zu lernen *


