Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
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Erſte Abtheilung.

Vorbegriffe über die Natur und die Eigenſchaften verſchiedener Heilmittel, und einiger damit in Verbindung ſtehender Gegenſtände.

Erſtes Capitel.

Erklärung des Sinnes, der in dieſem Bande vor⸗ kommenden mediciniſchen und chirurgiſchen Kunſtausdrücke.

1. Aderlafſen. Dieſes geſchieht gewöhnlich bey den Schafen an der Stirne, über und unter dem Auge, und am Halſe; aber nach Umſtänden auch am Schenkel, dem Schwanze, über der Kniekehle, am Fuße und auf den Kniegelenken.

Die gewöhnlichſte und allgemeinſte Art iſt die bey dem Auge; wenn man aber viel Blut laſſen will, ſo öffnet man die Halsader. Dieſes bewirkt man gewöhnlich auf folgende Art: Entweder an der rechten oder linken Seite des Halſes wird, wo die Halsader an der Luftröhre heraus liegt, zunächſt am Kopfe, die Wolle ab⸗ geſchoren, ſodann durch den Daumen und Zeigefinger der linken Hand mittels eines Druckes das Blut in der Ader, die man öff⸗ nen will, in ſeinem Laufe aufgehalten, wodurch die Ader anläuft und ſichtbar wird.

Nun öffnet man mit einer Lanzette oder einem Aderlaßſchnäpper die Ader, und läßt, nachdem es die Krankheit erfordert, 6, 8 bis 10 Loth Blut ab.

Obgleich das Thier durch das Aderlaſſen geſchwächt wird, ſo iſt es doch in gewiſſen Krankheiten, wo Vollblütigkeit zum Grunde II. 2. Abtheilung. 1