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Erzeugt ſich demnach bey irgend einem Schaf ein Geſchwür von erhöhter Wärme an dem Euter, ſo ſchmiere man ſol⸗ ches mit erwärmtem Leinöhl ein, laſſe es zeitigen, öffne es dann mit einem ſcharfen Biſturi, waſche die Wunde mit warmen Wein oder Salzwaſſer gehörig aus, und ſchütze ſie mit einer Salbe von Terpenthin, Eygelb und Branntwein.— Iſt die Geſchwulſt aber kalt anzufühlen, ſo gebrauche man folgendes Vertheilungs— mittel, welches, taͤglich dreymahl eingerieben, ſchnelle Hülfe leiſtet.
Man miſcht 5 Loth Salmiakgeiſt unter 8 Loth Leinöhl, worin 2 Quentchen Kampher durch Reiben aufgelöſet werden.
Im warmen Bier aufgelöſte Butter, täglich die Verhaͤrtung damit dreymahl eingerieben, vertheilt ſolche ebenfalls.
Bey minder gefährlichen Fällen iſt oft das bloße Waſchen des Euters mit Milch, dann Abtrocknen mit reiner Leinwand, wor⸗ auf das Euter mit ſaurem Milchrahm eingeſchmiert wird, hinreichend.
Innerlich gibt man dem Thier eine Lattwerge von 1 Quent⸗ chen Theriak und 1 Loth Honig, welches überhaupt in hitzigen Krankheiten ſehr heilſam iſt, und reicht ihm dabey einen Kleyen— oder Mehltrank mit etwas Salpeter, nebſt gutem Heu.
Von der Halsgeſchwulſt und den übrigen Geſchwülſten überhaupt.
207. Die Geſchwülſte müſſen ſämmtlich nach dem vorherge⸗ henden Paragraph beurtheilt und behandelt werden.
Die Halsgeſchwülſte bemerkt man vorzüglich häufig im Fruͤh⸗ jahr und Herbſt, bey Abwechſelung warmer und kalter Witterung. Anfangs ſind ſie klein und unbedeutend, wachſen aber ſehr ſchnell, werden brennend heiß, hart, und gehen faſt immer in Eiterung über, wo dann das Leben des Thieres in Gefahr iſt.
Man muß ſie, ſo viel möglich, zu zertheilen ſuchen; daher iſt es gut, die Wolle an der Geſchwulſt wegzuſcheren, und dieſelbe mit nachſtehender Salbe recht fleißig zu ſchmieren:
1 Loth Harz, 1„ gelbes Wachs,


