Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
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heit noch keinen hohen Grad von Bösartigkeit erreicht hat, ſo öffne man die Geſchwüre, und waſche ſie mit Kupfervitriol⸗ waſſer fleißig aus. Hat das Geſchwür ſeinen Sitz unter dem Horn der Klaue, ſo löſet man an dem Orte, wo es befindlich iſt, das Horn ſplitterweiſe mit einem ſcharfen Federmeſſer ab, und macht eine Offnung in den Huf, um dem Eiter einen Abfluß zu ver⸗ ſchaffen. Iſt dieß geſchehen, ſo reinigt man den Huf mit Salz⸗ waſſer oder Kupfervitriolwaſſer erſt tüchtig aus, und ſtreuet ein Pulver von blauem Vitriol darüber. Oder: Man nehme eine Miſchung von Terpenthinwaſſer und Vitriolöhl, mit welcher man die Wunde mittels eines Haarpinſels überſtreicht. Oder: Kupfer vitriol und Alaun, von jedem 2 Unzen, in 3 Loth Waſſer aufge löſet, mittels Wergbäuſchen aufzulegen.

Greift das Ubel aus was immer für einer Urſache weiter um ſich, ſo muß man von neuem dieſe Operation vornehmen; ja oft iſt es nothwendig, einen Theil, oder gar den ganzen Huf wegzunehmen, indem alle brandige Theile ausgeſchnitten, ja zu weilen die Knochen rein geſchabt oder gebrannt werden müſſen. Iſt der Knochen noch nicht angegriffen, ſo muß der Fuß in einen Verband von gleichen Theilen Terpenthin und Eygelb mit etwas Branntwein und Kampher, oder, ſtatt der beyden letzten, Gold⸗ weidenrinden-Decoct und Commandeur-Balſam, täglich bis zur Heilung eingeſchlagen werden.

So lange noch Eiter ausſchwitzt, iſt die Heilung nicht voll ſtändig, und es zeigt dieß gewöhnlich Knochenfraß an. Um das dann durchaus nöthige Ausſplittern der Knochen zu bewirken, muß man Aloe⸗Tinctur in die Wunde einſpritzen(ſiehe§. 6).

dach der Heilung müſſen ſolche Thiere ein Zeit lang vor allem gehüthet werden, was nur auf ihre Füße beleidigend einzuwirken vermag. Die meiſten dieſer Krankheiten rühren von Unnreinigkeit der Ställe und ſchlechter Nahrung grundurſäͤchlich her⸗ und es kann daher durch fleißiges Einſtreuen und durch eine zweckmäßige, beſſere Säfte bewirkende Fütterung nicht nur meiſtens dieſer, ſon dern noch vielen andern Krankheiten vorgebeugt werden.