Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
Seite
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mit Bleywaſſer, oder Lehm mit Eſſig, zur Heilung an. Findet man die Geſchwulſt in Verbindung mit Wunden, ſo bediene man ſich eines Sauerteiges zum Umſchlag, bis die Geſchwulſt geſunken iſt, reinige die Wunde, und waſche ſie mit Kupfervitriolwaſſer oder ſcharfem Salzwaſſer aus. Der ſchon im Körper ſich befinden⸗ den Urſache der Krankheit, welche vermöge eines Reizes Geſchwüre an der Krone der Klaue erregt, kann oft dadurch vorgebeugt wer⸗ den, daß man die Schafe täglich zweymahl eine halbe Stunde mit den Füßen in das Waſſer ſtellt, wodurch der Reiz vermindert, und die Entſtehung der Geſchwuͤre verhindert wird.

Der angeordnete Umſchlag von Eſſig und Lehm, woraus ein dünner Brey gemacht wird, muß in einen der Größe des Fu ßes angemeſſenen Überzug kommen, der Fuß in dieſen überzug geſteckt, und dieſer Verband täglich einige Mahl wiederhohlt wer den, wodurch oft die Entzündung zertheilt wird, und keine Ge ſchwüre erfolgen. Erfolgen aber ſolche dennoch, ſo muß man zu den andern ſchon beſchriebenen Mitteln ſeine Zuflucht nehmen.

Statt derſelben kann man auch Folgendes bis zur gänzli chen Heilung gebrauchen, und ſo weit das Geſchwür die Krone losgelöſet hat, das Horn ſorgfältig wegſchneiden, und die Wunde täglich zweymahl gut einfeuchten:

Salmiak, Alaun und weißer Vitriol, von jedem 1 Loth, und 2 Quentchen Galläpfel werden gepülvert, zuſammengemiſcht, und mit 1 Pfd. Eſſig eine Viertelſtunde gekocht, hernach abge klärt, und zum Gebrauche in einer Flaſche aufbewahrt.

Oder:

Man nehme ½ Pfund Alaun,

Kupferwaſſer(Eiſenvitriol), Unze Grünſpan, Salmiak, weißen Vitriol, Gran Saffran, 40 Kampher, und pulverifire alles, laſſe es in einem irdenen Topfe ſo lange ſieden, bis es ganz dick iſt.

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