Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
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noch etwas roth aus, und fangen ſie an, oben auf den Spitzen weißgelblich und mit Eiter gefüllt zu werden, ſo ſind ſie die rechten, die gewählt werden müſſen, um eine gleichartige Krankheit zu hoffen. Von zehn ſolchen kreuzweiſe bis auf den Grund aus einander geſchnittenen Pocken kann man mit der darin zu ſammen fließenden Feuchtigkeit, die bey jeder Anfeuchtung der Nadel wohl unter einander zu miſchen iſt, eine anſehnliche Schä⸗ ferey impfen.

d) In Rückſicht der Impfungsſtelle macht es immer die wenigſten Umſtände, an den Lenden zu impfen, wobey die Knie⸗ gelenk-Kapſel zu vermeiden iſt. Vom Kopfe, der Bruſt, dem Unterleibe und den Gelenk-Kapſeln muß man entfernt bleiben*).

*) Auf der Sr. kaiſerl. Hoheit dem Erzherzoge Carl gehörigen Herr⸗ ſchaft Altenburg in Ungarn werden folgende Grundſätze bey der Blattern⸗Impfung befolgt, welche ich ihrer Zweckmäßigkeit halber gleichfalls hier aufnehme:

1) Muß der Impfſtoff veredelt, von der beſten Art, und nicht von Schafen benützt werden, welche die natürlichen Blattern haben; denn je länger der Impfſtoff von einem Thier auf das andere fortgepflanzt wird, deſto mehr mildert ſich ſeine Schärfe: daher ſoll man das ganze Jahr die Impf⸗Materie auf einigen Stü⸗ cken Schafen unterhalten und fortpflanzen.

2) Bey Lämmern geht die Impfung am leichteſten vorüber, welches aber bey älterem Vieh nie der Fall iſt, und man darf ſich bey letzterem mit 10 15 pr. Ct. Verluſt gratuliren, während man bey Lämmern mit 1 2 pr. Ct. davon zu kommen pflegt.

3) Die beſte Impfzeit iſt das Frühjahr, und für die Lämmer vor der Abſpännung.

4) Der untere haarloſe Theil des Schweifes, möglichſt nahe an dem Auslaufe desſelben, iſt die beſte Impfſtelle; indem hier die Impfpuſtel am wenigſten läſtig fällt.

5) Falls die alte Herde noch nicht die Blatternkrankheit gehabt hat, ſo dürfen die Lämmer erſt nach der Abſpännung, und zwar

auf einem abgeſonderten Hofe, damit vorgenommen werden. Die

Menſchen, welche mit der Impf⸗Manipulation zu thun haben,

vermei des de wird di it anſt werden

Denn