Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
Seite
111
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109 Erhabenheit bemerkt wird, ſo inoculirt man ſolches noch einmahl, und zeichnet es mit Röthel, damit man es nach acht oder neun Tagen wieder unterſuchen kann. Sieht man da wieder nichts, ſo hat das Schaf entweder ſchon ſeit langer Zeit abgeblattert, oder hat ſo wenig Empfänglichkeit für Blattern, daß es ſie niemahls mehr erhalten wird*).

Wenn die inoculirten Individuen Lämmer oder Jährlinge ſind, ſo bekommen ſie faſt nie mehr, als die einzigen zwey Impf blattern; alte Schafe aber erhalten auch etliche am Leibe und Kopf, doch ohne alle Gefahr. Will man den Verſuch anſtellen, und nach überſtandenen inoculirten Blattern einige Stücke noch einmahl inoculiren, oder dieſelben zu natürlich blatternden Schafen ſtellen, ſo wird man aus dem, daß ſie auf keine Weiſe mehr angeſteckt werden, ſich überzeugen, daß die Inoculation ein vollkommenes, für das ganze Leben ſicherndes Verwahrungsmittel vor aller na türlichen und bösartigen Blatternkrankheit ſey.

Nach vorſtehender Methode ſind auf der gräflich von Kobenz⸗ liſchen Herrſchaft Napagedl in Mähren im Frühjahr 18153 bey⸗ läufig 4400 Schafe, durchaus von ganz veredelter ſpaniſcher Ab⸗ art, gerade zur Zeit, als in einer Schäferey die natürlichen Schaf pocken ausgebrochen ſind, mit folgendem guten Erfolg geimpft worden:

1. Die Impflinge haben die Operation ohne alle Arzneyen oder ein beſſeres Futter, ohne Verluſt der Eßluſt, und ohne be⸗ merkbare Schmerzen, ſelbſt die jüngſten Lämmer, glücklich über⸗ ſtanden**), und von der ganzen Herde ſind nur drey Stücke zu Grunde gegangen, die bey der Operation vermuthlich gezwickt oder tiefer geſtochen worden ſind, und deren Impfort in Entzündung übergegangen iſt.

*) Iſt ſehr zweifelhaft.

**) Die Lämmer überſtehen überhaupt dieſe Krankheit am leichteſten, und mit den mindeſten Beſchwerden, ſo lange ſie ſaugen. Das Frühjahr und der Herbſt ſind die beſten Jahreszeiten zur Impfung.