Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
Seite
29
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HQueckſilber.

90. Das Queckſilber(Mercurius), ein flüſſiges und nur in der ſtrengſten Kälte gefrierendes Metall, hat weder Geruch noch Geſchmack, und äußert, ſo lange es ſich nicht verändert, auf den lebenden Körper ganz und gar keine Wirkung. Es beſitzt unter allen Metallen den höchſten Grad von Theilbarkeit, und zugleich eine beträchtliche Schwere.

In der Viehwirthſchaft wird es zu verſchiedenen Salben ge— braucht, beſonders gegen die Läuſe und die Schäben. Es muß aber mit großer Vorſicht angewendet, und die Salbe darf nur an ſol— chen Stellen eingerieben werden, wohin das Thier mit der Zunge nicht gelangen kann. Auch muß man in der Regel ein damit ein— geriebenes Thier etwas entfernt von andern ſtellen, um das Be⸗ lecken, welches üble Folgen haben kann, zu vermeiden. Die Queck⸗ ſilberſalbe erhält man gleich zubereitet in der Apotheke.

Der Rauchtabak.

91. Er bewirkt, als Klyſtier angewendet, ſchnelle Entlee— rungen des Darm-Canals, wozu † Loth auf 2 Klyſtiere erfor— derlich iſt. Auch als Waſchwaſſer, in der trockenen und naſſen Räude, leiſtet er vorzugliche Dienſte.

Die Rhabarber

92. Iſt eines der vorzüglichſten Purgiermittel, und hat die Eigenſchaft, daß ſie keine Magenſchwäche zurückläßt. In Fällen, die von Vollblütigkeit herrühren, iſt ſie nicht entſprechend, deſto zuträglicher aber bey ſchleimigen und kalten Körpern.

Die Gabe iſt für ein erwachſenes Schaf nach Umſtänden 2 bis 5 Quentchen. Vorzüglich iſt ihr Nutzen in der Ruhr anerkannt. Auf 2 Loth Rhabarber wird*½ Pfd. Branntwein gegeben, und 24 Stunden in eine gelinde Wärme geſtellt, auch öfters geſchüt⸗