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Das Bittere, Kohlichte beſſert den bey einer ſchlechten Ver⸗ dauung verdorbenen Nahrungsſaft in dem erſten Magen und die Verdauung; das Brenglichte, Geſalzene iſt den Würmern widrig, und befördert ſehr den Abgang des Harns; weßwegen ſolcher im Anfange der Egelkrankheit, wider alle Würmerkrankheiten, ſo wie auch gegen die Luftröhrenkratzer, in Entzündungen der Lunge mit entſprechendem Erfolge gebraucht werden kann.
Das Ohl.
85. Beſonders das Leinöhl, leiſtet, ſowohl innerlich als äͤußer⸗ lich gebraucht, viel Nutzen. Innerlich gebraucht man ſolches beſon— ders gegen anhaltende Leibesverſtopfungen zu zwey Eßlöffel voll alle Stunden, bis ein Effect erfolgt; und gegen die Würmer. Außerlich wird das friſche Ohl auf mannigfaltige Art mit großem Nutzen gebraucht. Jedes ranzige Ohl iſt aber der Geſundheit nach— theilig. Bey Einreibungen ſoll ſolches erwärmt werden.
Das Opium.
86. Opium nennt man den eingetrockneten Saft der Mohn⸗ köpfe. Es gibt davon dreyerley Arten: 1¹) Aus den unreifen Sa⸗ menkapſeln. Nach vorhergängigem Einritzen fließt der milchichte Saft aus, und erhärtet an der Luft; das iſt die beſte Art. 2) Aus den Samenkapſeln, welche ausgepreßt und eingekocht werden (Maslak). 5) Aus allen Theilen der Mohnpflanze, velche man auspreßt und einkocht(Meconium).
Es iſt im Weingeiſt leichter als im Waſſer auflösbar, das Waſſer nimmt nicht alle Beſtandtheile auf, und dieſe ſind darin ungleich vertheilt.
Wegen ſeiner durchdringenden Reizbarkeit auf den thieriſchen Körper, wirket es in geringen Doſen dadurch, daß es die Reiz— barkeit durch den ganzen Körper ſchwächt, und die Schmerzen lin— dert, den Schweiß vermehrt, und den Schlaf erregt. Es darf dieſe Arzney nur mit großer Vorſicht in geringen Doſen gebraucht werden, indem es in großen Gaben als narkotiſches Gift wirkt.


