Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
Seite
VIII
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VIII gen der übrigen Thiere, indem die durch das Kauen und die Wirkung der übrigen Magen veränderten Nahrungsmittel erſt in ihm in den eigentlichen Speiſebrey verwandelt werden. Die drey erſten Magen ſind auf eine merkwürdige Weiſe durch eine rinnenförmige Fortſetzung des Schlundes mit ein⸗ ander verbunden. Der Schlund tritt nähmlich da ein, wo der Banſen, die Haube und das Buch an einander gränzen, verlängert ſich aber dann in die eben gedachte Rinne, deren oberes Ende in ihm das untere aber in dem dritten Ma gen ſich öffnet. Dieſe Rinne ſteht aber zugleich mit dem erſten und zweyten Magen in Verbindung, wenn ſie ſich im offenen Zuſtande befindet. Schließen ſich hingegen ihre wul⸗ ſtigen Ränder, ſo wird dadurch gleichſam eine geſchloſſene Röhre gebildet, welche ununterbrochen vom Schlunde zum drit⸗ ten Magen fortgeht. Dieſe höchſt merkwürdige Einrichtung dient nun dazu, das Geſchäft des Wiederkäuens zu bewerkſtelligen.

Der Zweck des Wiederkäuens beſteht aber in Kürze vorzüglich darin, daß das nur ſchnell verſchluckte Futter noch einmahl in das Maul zurückbefördert, hier aufs neue zermalmt und zur fernern Verdauung geſchickter gemacht wird. Der ganze Vorgang desſelben iſt folgender: Zuerſt zermalmen die wiederkäuenden Thiere das Futter nur wenig, vermiſchen ſolches nur mit wenigem Speichel und ſchlucken es ſchnell hin⸗ unter. Hierbey iſt die eben genannte Rinne offen, und das noch halb rohe Futter fällt, wie in ein Magazin, in den Ban⸗ ſen. Hier wird es durchweicht, und erleidet eine Art von Maceration, ſo wie ſie ungefähr die Nahrungsmittel der körnerfreſſenden Vögel im Kropfe erleiden, mit dem der Banſen einige Ähnlichkeit hat. Iſt dieß geſchehen, und hat das Thier Ruhe zum Wiederkäuen, ſo zieht ſich der Banſen zuſammen, und treibt das Futter nach und nach in den zweyten

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