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lichen Begriff zu machen. Das Verdauungsgeſchäft, als das erſte und wichtigſte, will ich zuerſt berühren, werde mich jedoch, wegen des Zuſammenhangs nach der Lage der vier Magen mit den übrigen Eingeweiden, bloß auf das Wichtigſte hier beſchränken, indem ich, um nicht einerley Materie zu wie⸗ derhohlen, auf dasjenige aufmerkſam mache, was ich von dem Wiederkauungs⸗Prozeß im erſten Theile dieſes Werkes, Seite 249 bis 255, mit einem Kupfer verſinnlicht, die Abbildung der vier Magen vorſtellend, geſagt habe.
Die Verrichtungen der vier Magen⸗Abtheilungen oder Behälter des Schafes ſind, was ihren Bau betrifft, von eben derſelben Lage, Structur und Wirkung, als bey den übrigen wiederkäuenden Thieren.
Der erſte Magen(die Wampe, der Wanſt oder Banſen) iſt der größte. Die innere Fläche desſelben iſt mit ſehr vielen harten Warzen beſetzt, welche ſich aber nicht durchaus gleichen, nach verſchiedenen Seiten hin gerichtet und mit einem zottigen Weſen überwachſen ſind. Aus dieſen Wänden ſiekert, im geſunden Zuſtande des Thiers, beſtän⸗ dig eine Art von Magenſaft, von deſſen Beſchaffenheit das Befinden des ganzen Körpers abhängt.
Der zweyte Magen(Haube, Mütze, Garn, Netz) hat ſeine Stelle etwas nach der rechten Seite des ganzen Magengebäudes, iſt der kleinſte von allen, hat eine rund⸗ liche Geſtalt, liegt vorn am linken Sacke des erſten Magens (Wampe, Banſen) unter der Mündung des Schlundes in denſelben, ſtößt an das Zwerchfell, und ruht an dem hin— tern Ende des Bruſtbeins. Inwendig iſt derſelbe mit einem, in verſchieden geformte ſcharf⸗ und vielkantige Zellen getheil⸗ ten, netzförmigen Hautgewebe bekleidet, aus welchem, wenn
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