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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
117-118
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lich nur dem Ablauf des Regenwaſſer8 zu befördern, und ſonſt nichts aufzunehmen, da jezt das Waſch- oder ſonſtige Unrathswaſſer in den beweglichen Ubtritt oder an- dere Behälter geſchüttet werden kann. Somit werden alle mögliche Düngermaterialien nur dem Uckerbaue und den Gärten erhalten, und ſo die größte Fruchtbarkeit einer Ge- gend erzielt, Da aber die Wichtigkeit und Größe dieſer Woblthaten für die Menſchheit und den Uckerbau zu ſehr in die Uugen ſpringen, ſo haben die Herren de fauche Borel u. A. Perez in Berlin und Wien ein Privilegium zur Verfertigung der Poudrettes und Vrates erhalten, und alſo die beweglichen Ubtritte da- zu in den Kaſernen und andern öffentlichen und Privatge- bäuden eingeführt. Gs hat die preußiſche Staatszei: tung von Berlin vom 5, Upril l. I. über einen ſolchen Upparat der in der Kaſerne am Schleſiſchen Thore in Berlin im Gebrauche iſt, das ämtliche Zeugniß der Ex. preußiſchen Minijierial- Baukommiſſion vom 17. März mitgetheilt, des Inhalts:daß die Benüßung dieſer Up- parate, troß der großen Kälte im verfloſſenen Winter keinen Unjtand gehabt. 2) Daß der Raum, worin der Upparat ſteht, völlig geruchlos ſey, und der Traasport der Fäßer ohne Berbreitung üblen Geruchs erfolgte, und 3) die Fäßer das Gebäude auf keine Urt verunreini- gen. SDeſfentliche Blätter und nähere Erkundigung in Wien ſagen über die dortigen Unſtalten der geruchloſen Abtritte dasjelb2. Die Poudretts werden da, wie die Urats, ver niederödjterr, Meßen loco Werkſtätte zu Herrnals a 1 fl. 10 kr., ſeit 8 Tagen zu 50 kr. ver- kauft, und es beſtehen davon ſchön mehrere Niederla- gen. Die neueſten Nachrichten aus Petersburz ſagen feruer, daß Colſon nnd Comp. von der ruſſiſchen Regierung 100 Deßjätinen(416 baier. Tagwerke) Land und ein ausſchließliches Privilegium auf die Unle- gung ſolcher Übtritte in St, Petersburg erhielt, auch die ähnlichen Unſtalten in Moskau und im ganzen ruſſiſchen Reiche eingerichtet werden. Da alfo über die große Wohlthat dieſer Einrichtungen die Welterfahrung abgeſprochen hat, ſo möchte ſich nur noch die weitere Frage ergeben, ob die Uusführung davon auf die bis- herige Privilegienart und mittelſt Fabrikation der Pou- dretts und Urgaes, oder auf eine audere Weiſe geſchehen ſoll. Erſtere Urt hat 3 Prozeſſe nothwenbig« 1) Die Ausführung und UAufhäufung alles ÜUnrathes einer Stadt außerbalb derſelben. 2) Die Fabrikation der Poudretts und Urats, und 3) die Verführung derſelben in Säcken als Düngerpulver. Bei dem erſten Prozeß hat zwar ein Hausbeſiker ſich nicht zu befümmern, veil alles die Geſellſchaft auf ihre Rechnung beſorgt, aber er verliert auc: allen dieſen Dünger, und muß nebenbei der Ge- ſellſchaft jährlich eine Steuer zahlen, die freilich gegen das biSherige Ungemach noch eine Kleinigkeit iſt. Nun entſteht aber am Ort der Zuſammenführung und Fabri- kation, die doch immer in der Nähe ver Stadt ſich be- finden muß, ein noch größeres, ja ſchreckliches Unge- ma, daß die ganze Nachbarſchaft davon laufen möch» te nämlich ein ſolcher Peſt-Geſtank, daß es gar nicht aus- anhalten iſt, Schreiber dieß hat ſhon vor 20 Jahren

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in Paris wegen dem landwirtbſchaftlichen Zwecke diee ſen Korhanger zu Montfaucon*) beſucht, und venkt noch über dieſen Gejtanf und Unblick bei der Unnäherung von einer Viertelſtunde außer der Vorſtadt mit Schre- Fen daran. Es i(t kein Wunder, daß ein Nachbar ſein Unweſen lieber herſchenken, als länger da wohnen will, daher auch ewige Prozejſe- Uus8 den Berlinexr- Zeitungen von 1822 geht der nämliche Streit und Vox- wurf hervor, auch noch der, daß die Poudretts und Urats bei ihren Transport nor eben ſo großes Uebel verbreiten können, wenn jähling Waſſer hinzufömmt, nnd ſie alſo in neue Gährung gerathen; in Wien kanu es außerhalb der Vorſtadt mit dieſer Fabrikation ſich nicht beſſer verhalten, wie es auch Nachrichten beſtät- tigen; Ferner geht durch dieſen zweiten Prozeß auch viele Zeit und Materiale verloren. Dieß führt von ſelbſt auf die zweite Urt ober neue Methode, die ganz einfach iſt, dem Hgausbeſizer nichts koſtet, nur etnen, den erſten Prozeß, erfodert,- und alles Ungemach ent- fernt. Jeder Hauseigenthümer läßt ſim nämlich ſelbt, wie im beſagten Herzoglichen Palais, in ſeinem Hauſe einen Upparat aufſtellen, und führt die gefüllten Fäßer auf ſeine Wieſen, Gärten oder Felder. Dort hat er als Landwirth oder Gärtner ohnehin einen Compoſt- Düngerhaufen; auf dieſen leert er nun die Fäßer des trockenen Koth8, und wirft eine Schichte Erde oder etivas Mergel darüber**), Man wird nichts riechen, und in kurzer Zeit iſt der vorzügli<jte Dung: rvorrath da. Die Fäßer mit dem Urin darf man aguch nur mit etivas Waſſer oder Kalr, Gips oder Uſche miſchen, und man hat ſogleich den beßten flüſſigen Dünger, eine Urt Gülle, nac) der Vorſchrift, wie oben bei den Güllen- Karren, zum Begießen der Gärten, Wieſen oder Saa- ten, und im äußerſten Falle zum Begießen des Come- poſtdüngerhaufen. Man wird dabei nun einwende", in den Städten beſißt nicht jeder Hauseigenthümer auch Pferde oder Ochſen zum Hinausführen der Fäſſer. Je nun, ſo hat ſie der Nachbar. Gerne wird jeder Nach- bar, Unfangs umſonſt die Fäſſee hinausführen, um ſo ſeinen Düngervorrath zu mehren. Es wurde kaum bier in München mit einigen Pferdebeſigern, Bräuern 10. geſprochen, ſo erklärten ſie, die ganze Straße der Nachbarn zu übernehmen. Dauert dieſes 2 bis 3 Jahe re, ſo kann man ſicher darauf rechnen, daß dieſe Ueber- nahme der Fäßer, wie in den Niederlanden, der Dün- ger verſteigert wird, und ſohin dieſe Ueberlaſſung dem Hauseigenthümer noch eine bedeutende Rente trägt,

e) Vor einigen Jahren wurde deßwegen ein zweiter Kothanger im Walde bei Bondi errichtet.

22) Beſſer iſt davon einen eignen Dängerhaufen zu bil den, immer auf ſo eine Ausleerung eine Miſchung mit Raſen, guter Erde oder Mergel vorzunehmen, vder fie mit Waſſer verdünnt als flüſſigen Dünger zu brauchen. Sieh Anleitung zum praktiſchen A>kerbau von I. P.+ von Sc<hwerz. Stuttgart 1825« S. 128 Y. 1209»