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und haben Leinen üblen Geruch bemer?t, auch die voll- Fommenſte Reinlichkeit geſunden, ſo daß man bier einen Ubtritt gar niht ahadet. Es hat ſich zugleich der beßte Erfolg in jeder Hinſicht bewährt. Das obere Faß mit dem Kothe braucht alle 4 bis 6 Wochen, das mit dem abgeſonderten Urin aber alle 10-- 14 Tagen ge- leeret zu werden, weil auch öſt Waſch-, ſo anderes Waſſer in denAbtritt geſhüttet wird, und ſohin auch in das untere Faß berabläuft, Die Unrichtung iſt in der alten Schwindgrube angebracht, und kann alſo in jedem an- dera Hauſe auf die nämliche Urt geſchehen. Bei einem neuen Gebäude Fann dazu eines'Ubtheilung des Keliers ohne alle Gefahr gebraucht werden, indem man; dieſen Raum für den-Upparat mit einer guten Thüre ver- wahrt, und ſich für Ein: und Uusbringen der Fäßer der gewöhnlichen Kellertreppe bedient. Jedoch in den meiſten Fällen, beſondeas bei den beſtehenden Gebäu- den, wird man die gewöhnlichen Schwindgruben gut ausgereinigt, und vben mit einer liegenden Flüget- oder Fallthür verſehen, anwenden müjſen, Doch wird man die Schwindgrube etwas tiefer zu machen haben, in- dem ſich alle Ubtrittsröhren in einer ſolHen Geube ver- einigen ſollen, und die Uufſtellung des Upparats den noöthigen Raum und auch die nothige Höhe begehrt, damit man alles hineinſtellen, und das Flüſſige ſich auch in das untere Faß ſondern kann, Es muß alfo der Maurer oder Zimmermann, jedoch beſſer der Ex- tere, die Grube ſo konſtruiren, daß deſſen Höhe ſich nach dem Durchmeſſer des Urinfaßes richtet, und das Faß, welches darauf zu ſtehen kommt, von aßen 4 Seiten wenigſtens 6 Zoll Raum übrig läßt.
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dieſer beweglichen und geruchloſen Abtritte.
4). Entfernung jedes durch die bisherigen Abtritte unvermeidlich verurſachkfen verpeſtenden Geruches und der der Geſundheit ſo nachktheiligen üblen Zugluſt.
2) Erhaltung'und Schonung der durch die bishe- rigen Ubtritte in ihren Grundſeſten und Mauern an- gegriffenen Gebäude, gegen Salpeterſraß, gegen feuchte Mauern 2c,
3) Verhinderung der Vergiftung des Brunnenwajſ- ſer8, durH das unverhütbare Eindringen der verfaul- ten Materien aus den bisherigen Ubtritten und Ub- fritts- Kanälen in die Waterleitungen,
4) Entfernung alles Ungeziefers, als der Ratten, Mäuſe, Kröten u. dgl. dur< Entziehung der ſie in den bisherigen Ubtrittskanälen anlockenden Nahrungsjtoffe,
5) Herſtellung der Reinlichfeit in den Gebäuden, da der Uusleerungsdienſt, welcher für die bisherigen Abtritte und Senbgruben nur mit Beſchwerlichkeit für alle Einwohner ,„ und ecfelerregend für das ganze Pub- lifum verſehen werden Fann, bei den beweglichen und geruchloſen Senkgruben zu jeder Stunde des Tags auf
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eine Urt vorgenommen wird, die von der Berführung von Wein- oder Waljſerfäſſern.in Nichts unterſchieden iſt. Sie verhindern alſo zuglei< die BVerderbniß und Berunreinigung der atmosphäriſchen Luft, welche bei den alten Gruben durH die Uusdünſtungen der verderb- lien Gasarten entſtehen, welche ſowohl der Geſund- heit der Stadtbewohner als der Erhaltung und Uuſbe- wahrung mancher Kunſt- und Manufaktur- Erzeugnijſe ſo nachtheilig ſind.
6) Erſparung beinahe der halben Koſten bei neuen Gebäuden, in welchen Ubtritte erſt anzulegen ſind. Zu- gleich iſt das größte Problem in der Baukunſt für die Wohngebäude gelöſet: denn bigher war ſtets die größte Schwierigkeit und Verlegenheit der Ubtritte und die Scwindgrube, wo anzubringen, Es ſollte nur die
Tordſeite genommen, und die Nähe der Brunnen und Keller 2c, vermieden werdey, Man fand daher im Bauplaßte höchſtens ein oder zwei Punkte, dieſes alles fällt nun hinweg. Man kann jekt zur Uufſtelung der Fäſſer jeden Punkt des Gebäudes ſelbjt im Keller dazu gebrauchen, ſohin die Ubtritte anlegen, wo man will.
7) Bedeutende Werminderung der Reparaturen bei Gebäuden, in denen dermalen ſchon Ubtritte beſtehen.
8) Beträchtliher Gewinn an Raum im Gebäude und ſomit um ſo mehr Zinsgerträgniß, da auch die an den UÜbtritfen näher liegenden Zimmer zweckmäßiger als dermalen verwendet werden können,
0) Berhütung, daß in die neuen Ubtritte beweg- licher und geruchloſer Senkgruben, wie es in den bis- herigen möglich iſt, ſey es durch Zufall, Nachläßigkeit oder Abſicht, Silber- oder Metallgeräthe, Münzen oder viel- leiht Zeichen begangener Bergehen oder Verbrechen verborgen, oder wohl gar in ewiges Geheimniß verhül- let werden.
10) Beſeitigung und Niederſchlagung aller Pro- zeſſe zwiſchen den Nachbarn wegen der Ubtritte, Shwind- gruben, worüber z, B, in München immer den Hun- derten nach anhängig ſiad, und worüber die Nachbarn um das Geld und in ewige Feindſchaften und Strei- tigfeiten gebra<t werden,
11) Berbannung des ſchändlihen und der Geſund- beit ſo nachtbheiligen Gewerbes der Häuſel- und Ub- tritteräumer, wodurM den Nachbarn bisher ſo viel Ungemach zuging. Endlich
12) Was3 noch höchſt wichtig iſt, daß dadurch ver- hindert wird, daß Ubtritte an Flüſſen, Bächen, Kanälett und Gruben in der Zukunft ſich mehr beſinden, und ſich mit dem Unrath der benachbarten Häuſer anfüllen müſ- ſen, auch das Waſſer, welches nicht nur zur Bereitung der Hauptnahrungsmittel der Menſchen und des Viebes, ſondern auch zur Bearbeitung und Erzeugung tüehrerer Kunſtprodukte dient, durc<g das Hineinſchütten von Un- reinlichfeiten ſo in ſeiner Grundmiſchung verderben« Tlüße, Bäche und Kanäle werden ſonach rein wie Kri- ſtall fließen, und ſo der Geſundheit und alen Verhält- niſſen wahre Wohlthaten ſpenden. Die Uusgüße oder Kandeln bei den Straßengräben oder Gajſenrinnen wer» den dadurch ihrem einzigen Zwecte zurückgegeben,„näm“


