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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
107-108
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mit Bändern verſehen, und können durch eiſerne Ringe aufs und zugehoben werden» Ulles Uebrige gibt ſich klar aus den Detail- Zeihnungen. Das General: Co- mite des landwirthſchaftlichen Verein beſißt ſehr ge- naue Modelle von der Einrichtung des Dopypelbarns und des Wandgeſchirrs, durch den fleißigen Zimmer- palier Uicher verfertigt, und wird ſolche Jedermann, der ſic) hierüber näher zu unterrichten wünſcht, vor- Bei der Nacht iſt der Stall in der Mitte durc<; eine Laterne erleuchtet, die an einer Schnur aufgezogen und niedergelaſſen werden kann. Der Wächter oder Schäfer ſchläft in einer erhöhten Bettttelle, wohin er vermittels einer kleinen Leiter ſteigt.

Die unbedeckte Tränke iſt 25 Fuß hintes dem Stall im Freien angebracht, mit Lattenhorden, oder mit einem einfachen Geländer, eingefaßt. Hier wird ebenfalls eingeſtreut und Miſt gemacht. Die Brunnen laufen nur ſo lange, als die Wechſel gezogen ſind. Die Waſſertröge ſind auf beiden Seiten mit einfachen Ge- ländern verſehen, um das Einſteigen der Schafe zu

zeigen laſſen«==

verhindern,==

Die auf dem beiliegenden Zeihnungsblatte darge- ſtellten drei Landgebäude deuten zugleich an, wie kleine Scafſtälle für 30 bis 45 Stück, wozu zwei bis drei Widder erfordert werden, mit den verbeſſerten Barn, einzurichten ſind. Möge dieſe Sache vielfache Theil- nahme finden, und bald zur möglichſten Vollkommen- beit gedeihen! V.

Weitere nöthige Bemerkungen.

Ein zwe&mäßiger Schafſtall gehört gegenwärtig zu den wichtigſten Urtifeln in der Landwirthſchaft. Deßwegen ordnete das General- Comit& des landwirth- ſchaftlichen Vereins eine eigene Kommiſſion nach Weyern ab, welc<e aus den Herren v. Baader, Vorherr und dem Unterzeichneten beſtand, um von dem ganzen Verhältniſſe genaue Einſicht zu nehmen, damit nicht bloß nachgebetet, ſondern alles aus eigener Ueberzeu:- gung geſchöpft werde.

Die Erfahrung lehrt, daß die Schafzucht die reichlichjte Rente bei der Landwirthſchaft darbietet; ſie

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lehrt aber zugleim, daß.dieſes allein auf die edlere Schafzucht Bezug hat, weil nur die ſeine Wolle ge- ſucht, und gut bezahlt wird, Endlich zeigt dle Erfahrung, daß dieſes alles vorzüglich nur durch die Stallfütte- rung der Schafe, durch die Verbannung der gewöhn:- ligen Weiden und Triſten, die bisher über die Landwirth- ſchaft ſo viel Unheil, ſo wie über die Schafe ſelbſt ſo viele Uebel, Krankheiten und Seuchen brachten, zu er- zielen iſt. Die Haupterforderniſſe dazu ſind: 1) die edle Race, und ihre conſtante Erhaltung, worüber man auf das Electoralſchaf des Freiherrn v. Ehrens- fels verweiſet*3); 2) gute Fütterung und Pfle- ge, edle oder racemäßige Behandlung, end- lim; 3) Der geeignete Grab Zur 300 ferung wird in Weyern Heu und Grummet, Kar- toffeln, Runfelrüben, Saubohnen, dann in den Som- mermonaten friſcher Klee, und für die Stöhre, wäh- rend der Springzeit, etwas Haber verwendet, und zwar, wenn man alles auf trocknes Heu reduzirt, er- hält jedes Stück ves Tags 2 Pfund 2 Loth, Neben: bei wird wöchentlich den Schafen etwas Salz, 8 Pfund auf 400 Stück gerechnet, gegeben; alle Monate erhal- ten ſie zum Präſervativ eine Miſchung von Enzian, Wermuth, bittern Kräutern, Ofenruß, Untimoniuim, als ſogenanntes Lungenpulver, und zwar 3 Loth auf ein Schaf gerechnet. Mit ſehr einfaHhen Maſchinen wird das Futter bereitet, weßhalb ein Schäfer und ein Wärter leimt vier bis fünf hundert Schafe beſorgen können. Mit dem bekannten Maſchinentnejſſer wird das Futter vom Heuſtoc> geſchnitten. Für die Kartof- ſeln und Rüben ſind die einfa<me Schweißer- Waſchma- ſchine und der engliſche Rübenſc<hneider( Rübenwolf) vorhanden, wodur< dieſe Geſchäfte leicht und ſchnell verrichtet werden. Noch eine größere Mannichjaltigkeit des Futters und mehr Salz möchten vielleicht noch zwedmäßiger ſeyn; auch dürfte wohl die Unwendung

des warmen Futters, worüber in Sngland ſo gün--

ſtige VerſuMe gemacht wurden, erfreuliche Rejultate

liefern**).

*) S. Wodenblatt des landwirthſchaftlihen Vereins in Bäatern:"Jahrg..XIT Nr. 31.

%*) S, Ueber Behandlung, Futter und Maſiung des Viehes der Landwirthſchaft, vom Staatsrath von Hazzi. München bei Fleiſchmann 1820. S«-. 153. Deun warum wendet maa das warme Futter bet franken Schafen an??

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