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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
93-94
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Dke Erfahrung hat zu Hohenheim gelehrt, daß ſi?) Diejenigen irren, die glauben, ein ſoiher Miſt Fonne, des Uuswaſchens wegen, nicht viel beſſer als bloßer Strohmiſt ſeyn. Sie bedenken nicht, daß jeder Strohhalm desſelben mit Gülle überſchmiert und zum Theile gefüllt iſtz; daß eine ſo gleichſörmig getränkte Maſſe auf dem Lager auch eine gleichförmige Gährung eingebe, Ffelnen Schimmel erzeuge, noch daß, wie bei dem gewöhnlichen Stallmiſt geſchieht, bald Steoh, bald Uuswürfe für ſim allein darin vorkommen, Bei'm Uufladen und verfahren kann man ihn erſt kennen und ſhäßen lernen,

So viel über die Güte eines ſolhen Miſtes. Un Quantität ſteht er natürlih dem unausgewaſchenen Miſte nach; dieſes Minus wird aber ſehr rcichlic) durch die Gülle erſeßt, worüber wir hier das Nähere mit- theilen.:

Dur< das Auswaſchen der Streu verdi>t ſich die Maſſe in dem Kuhgraben, und vermindert ſich zugleich durch das, was in die Streu dringt. Man läßt alſo von Neuem Waſſer bis auf ein Paar Zolle unter dem Rande hinein, wiederholt dann am andern Tage die Operation mit der Streuwäſche und ſo fort, bis der Graben voll iſt. Nun werden die Schieber gezogen, und dem Quarke der Ausgang in die Güllekaſten ver- ſchafft. In wenigen Tagen beginnt die Gülle zu arbei- ten. 8 erheben ſich Blaſen aus der Tiefe. Eine im- mer zunehmende Kruſte zieht ſim über der Maſſe zu- ſammen. Das Ueberpumpen von einem in den andern Kaſten ſcheint die ſtille Gährung nicht zu unterbrechen. In Kurzem findet ſicß die Kruſte wieder ein, und er- reicht die Diäe von mehrereu Zollen.

Bisher ſtieß man bei uns dieſe Kruſte von Zeit zu Zeit zuſammen, und ſuchte die Maſſe fleißtg aufzu- rühren, welHhe dann ſchäumte. Verſuche werden zei- gen, ob es nicht beſſer ſey, die Kruſte unberührt zu laſſen, bis ſie ſich von ſelbſt ſenkt, welches allemal ge- ſchieht in dem Verhältniſſe, als die Gülle zu ihrer Reife kommt. Uuf jeden Fall geht ſolches in dem Sammler vor ſih. Die Kruſte legt ſim zu Boden, und das Uufrühren wird bei dem Auspumpen nöthig. Die vorher gelbe Farbe der Gülle wird nun ſchwärz-

liM, welches wir als das Zeichen ihrer vollkommenen

Zeitigung betrachten.

Sind alle Güllekaſten gefüllt, ſo werden die älteo- ſten außen in die Sammler, und die friſchen Kaſten in die ausgeleerten überpumpt, Unausgegohrne Gülle auf grüne Vegetabilien zu bringen, iſt nicht rathſam, Wenn gleim weniger äßend als friſche Jauche, ſo bleicht oder ſengt ſie doch in jenem Zuſtande, der hier ge- machten Erfahrung nach, den jungen Klee,

Die Werkzeuge, welche man bei dem Gülleweſen nöthig hak, ſind: a) Ein guter breiter ShHiebkarren mit geſchloſſenem Boden zum Uusführen des Miſtes, b) Eine gewöhnliche Miſiforke oder Gabel zum Durch- ſhleppen der Streu durH den Kuhgraben. cc) Ein Rührholz mit langem Stiel, wie bei'm Mörtelma- Hen. d) Ein dreizin>Figer Hac<>den mit langen dünnen Zähnen und langem Stiel zum Uusfiſchen des Strohes, welches ſich in die Güllekaſten ſhHleicht, und zwar der Pumpe kein Hiaderniß in den Weg legt, wohl aber der Ergießung dex Gülle durH das Zapfenlo des Faſſes oder Karrens. e) Ein guter Güllefarrn, der die Flüſſigkeit auf das Gleihmäßigſte vertheilt.

Da bei dem Uufbringen des Düngers überhaupt, bei dem eines ſchnell wirfenden, daher auF ſchnell vers gebenden aber beſonders, viel auf eine ebenmäßige Vee- theilung anfömmt: ſo hat man allerhand Vorkehrunz- gen für die des flüſſigen Düngers getroffen. Bald war es ein bloßes Brett, bald ein gereiftes Brett in Geſalt eines Fächers oder Schwalbenſchwanzes, bald ein durchlöcherter ſchwebender Trog, auf oder in welche die Jauche ſtürzte, und ſich nach der Breite vertheilte. Allein da man gedachte Borrichtungen immer von hin- ten an dem Faſſe oder dem Kaſken anbrachte, ſo war" die Folge, daß der flüſſige Strahl bald über das Brett hinausſchoß, bald ſtärker, bald ſchwächer gegen dasſel- be anſchlug, in dem Werhältniſſe, daß die Brühe in dem Faß mehr oder weniger zur Neige gieng, mithin eine ungleiche Vertheilung zur Folge hatte, QMSolches zu vermeiden, hat man aber nur das Zapflo< nicht von binten, ſondern von unten anzubringen, und dieſer Mündung ein kleines horizontal ſchwebendes Brett<en aufzuhängen. Wird ſodann der Zapfen gezogen, ſo ſtürzt der Strahl ſenkreHt und von Unfang bis zu Ende gleichförmig aus dem Behälter, ſtößt auf das Brettchen an, prallt und ſpreitet ſich wie die Wölbung eines Regenſchirmes nach allen Seiten, und zwar ſo, daß ſich keine beſſere Vertheilung für die Jauche wün-

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