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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
91-92
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wären ſie freilich wit gehauenen Platten oder Bacſiei- nen belegt.

2) Krippen, Sie ſind von Eichenholz. Ihr oberer Rand iſt ver Sohle der Futtergänge gleich ein- gelaſſen, welches das Füttern ungemein erleichtert, und hindert, daß auch nicht das Geringſte vom Futter ver- loren gebt» Raufen hat und wil man nicht. Das Bieh iſt an den obern Rand der Krippe angekettet.

3) Viehſtände. Sie ſind gepflaſtert und von der Krippe bis zum Kuhgraben 73 Fuß breit, etwas abhängig nach den Kuhgraben, zum Ublaufe der Flüſ- ſigfeit, Zwiſchen zwei Pfeilern ſtehen immer drei Stücke Kühe, ſo, daß für jede 335 Fuß Breite an der Krippe bleibt, Wegen der Pfeiler aber kommen auf jedes Stück Vieh 4 Fuß Raum in der Breite.

4) Miſtg ang, zwiſchen den beiden Kuhgraben, 4 Fuß breit, gepflaſtert, etwas in der Mitte erhaben, dient zum Behandlen des BViehes, des Gülleweſens und des Miſtausſchiebens.

5) Die Kuhgraben ſind von drei eichenen Boh- len zuſammengeſeßt, und meſſen im Lichten der Weite 4 Fuß und in der Tiefe 3 Fuß, Sie liegen wagrecht und haben zunächſt der Güliefajten Schieber, um den Quark im Graben zurückzuhalten, oder ausfließen zu laſſen.

6) Die Güllekaſten, 435 Fuß tief, von ſtarfen tannenen Bodslen, in Nuth und Federn, von außen mit blauem Thon ringsum wohl eingedammt, ſind von oben mit beweglichen Deeln verſehen. Vermittelſt einer verſeßbaren Pumpe werden die zwei mittleren Kaſten in die entfernteren übergefüllt, und dieſe in der Folge durch eine Kannel oder eine Uusleerrinne in den Gülleſammler ausgeleert.

7) Der Gülleſammler, 5 Fuß tief, außerhalb dem Stalle von Sandſtein-Quädern aufgeführt, iſi mit etwas ſchief liegenden Laden gede>kt. Da er gegen Mittag liegt, und von der andern Seite geſchüßt iſt, ſo fror er im Winter 18327 niht einmal zu, ob er gleich mit nichts als mit jenen einfachen Läden gedeckt war. In der vordern E>e diſes Gülleſanmmlers befin- det ſich eine große viereckige Pumpe, die mit jedem Zuge 0,720 Kuvikjuß Flüſſigfeit abführt. Der Gülle- Xarren wird unmittelbar darunter angeſchoben,

8) Die Dee des Stalles, vom Fußboden des Futterganges 15 Fuß entfernt, iſt getüncht, mit ſtarken

<<< E5 an ET R RIGI EP TEIADENS LINEN 92 Hohlkehlen. Darüber ſind Zimmer unter einem Mane: ſarddache. 3

0) Die Futterſchupfen zum Unfahren und Uuf- bewahren des Grünfutter8s, welches bei der Speiſung durch die Verbindungsthüren mit dem Hac>en auf die Futtergänge geſchleift, und dem Bieh vorgelegt wird, ſind offen, und ruhen auf Pfeilern.

10) Durch eine Röhrenleitung wird das nd: thige Waſſer in die Kuhgraben gebracht.

11) Die noch nicht völlig eingerichtete zweite Hälf- te des Stalles ſoll künftig als Kälber- und Rinderſtall- auch für Maſtvieh dienen.;

42) Der Miſthof, oder die Miſiſiätte, nicht ver- tieft, nur etwas abhängend, mit Schutt und Steinen ausgeſchlagen, hat zwei ausgemauerte Jauchefänge, die oben der Erde gleib ſind, in welche ſim alle überflüſ- ſige Jauche aus dem Miſte entweder unmittelbar oder vermittelſt einer ſeichten Rinne zieht. Uus den Jauche- fängen wird dann von Zeit zu Zeit durch eine Pumpe die Janche wieder über den Miſt gebracht. Die Dach- traufe iſt von der Miſtſtätte abgeleitet.

Wir halten uns für verbunden, an dieſe Beſchrei: bung bier einige Bemerkungen über Zubereitung und Berweudung der Gülle zu reihen.

Man läßt vor Ullem den Kuhgraben bis zur Hälfte feiner Höhe mit Waſſer anlaufen. Der Harn der Kühe fließt von ſelbſt hinein. Um nicht zu viel Streu ver- wenden zu dürfen, werden die Fladen von Zeit zu Zeit mit der Forke oder Miſtgabel aufgenommen und in den Graben gelegt. Kommt es zum Uusmiſten, ſo wird die Streu in dem Graben einigemal hin und hergeſhleppt, damit eines Theils der thieriſche Uus- wurf dur< das Waſſer ausgewaſhen, und andern Theils die Strohſireu durch und durc) in dem Schlam:- me getränkt, und damit überzogen werde. Die ausge- waſchene Streu wird dann auf dem Rande des Gra- bens in mehrere ſpitzen Haufen aufgeſchlagen, damit der Ueberfluß an Feuchtigkeit ſich wieder in die Gräben entledige« Darauf-wird dieſer Miſt auf einem guten Schiebkarrn nach der Miſtſtätte in ſreier Luft zebracht. Da dieſer Miſt ſih durc; den Druck des Aufeinander- ſehens noch vieler Feuchtigkeit entledigt, ſo iſt an dex niedrigſten Seite der Stätte ein ausgemauerter Jauche- fang nöthig, um im Erforderungsfalle die Jauche wies der auf den Haufen zurückzubringen,

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