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Koth nicht mehere erſimtlich, ſondern alles bedeckt, vder noch beſſer die beweglichen geruchloſen Ubtritte einge- führt feyn.
f) Uuch in Unſehung der Jauche, des Urins, Spür- lig aus den Küchen, Schlachthäuſern, Wäſchereien, Werkſtätten, Branntweinbrennerceien 2c, dienen die vor- geſchriebenen Verfügungen zur Richtſ<nur. Es darf davon Nichts mehr frei in den Hof, oder von da gar auf die Dorfgaſſe laufen. Ulles das muß in den zweck- mäßig hergeſtellten Behältern ſeinen Plaßz finden, Fer- ner darf kein Regenwaſſer den Düngerhaufen und den Hof überſ<wemmen. Dafür ſind die nöthigen Rinnen anzubringen, damit ſolches, aber auch Nichts anders in den Graben des Dorfiveges fließe, und ſo aus dem Dorfe komine
*) Die Dorfgaſſe, Straße und Gräben ſind ſtets von den Hauseigenthümern im beſen Zuſtande zu er- halten, damit alles tro>en, rein und ordentlich erſchei- ne, und der Waſſerlay* nicht mehr gehemmt werde. Zu dieſem Zwecke(oll eine gehörige Einebnung des Dorfgebietes vad die Nivellirung des Ganzen voraus- gehen.
%x) Neben der Straße und den Gräben gehört zu ven 2 Seiten ein ordentlicher geräumiger Fnßpfad we- nigſtens zu 3.= 5 Schuh, den öfter neuer Beſchütt zu bede>en hat. GSdön und nüßlich iſt es auch, ne- benher eine Baumallee anzubringen,
1) Für die Straße und Gaſſe ſelbſt ziemt ſich gleihe Sorge. Die zuſammengekehrten Straßenhäu- fen dürfen nichr liegen bleiben, ſondern müſſen nach den Übtrittsgruben gebracht, und neuer Beſchütt aufge- führt werdenz Nirgends im Dorfe, in den Gaſſen oder E4en und Winkeln darf ein Unrath oder Koth- haufen zum Vorſchein kommen,
k) Es fann zwar bei den Dörfern nicht wie bei Städten und Fle>en das Düngerausfahren auf die Mitternachtsſtunden ſich beſchränken, ſondern es muß ſelbes freien Lauf haben. Doh wegen der ſichern und waſſerdichten, geſchloſſenen Wägen finvet die nämliche Strenge Statt, damit nicht, wie bisher, Dorf- und Feldwege davon ſtets die ſ<mußigen Spuren tragen.
1) Wie die Dorfwege=“ müſſen auc<h die Feld- wege ſiets gut unterhalten, gnt hergerichtet, alle Hobl- wege abgegraben, Stege und Brücken gut hergeſtellt,
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und alles bequem und zweXmäßig dabei eingerichtet ſeyn*), und zwar aus einleuchtend gleichen Gründen.
m) Die durch. oder neben dem Dorfe vorbeikom: menden Flüſſe und Bäche erhalten ein ſicheres gut ein- gedämmtes, Bett, und, wie bei den Städten bleiben ſie von aller Unreinigkeit befreit.
n) Keine Lake, Feine Pferdſ<wemme, ohnehin jeßt als ſhädlich anerkannt kein öder Weideplaß darf im Dorfgebiete ſich finden, Jeder Hausbeſiger muß für Hausthiere, als Hühner, Enten, Gänſe, Schweine in ſeinem Hofe die nothige Borfehrung treffen, denn ſie gehören nicht, wie bisher, auf die Dorfgaſſen.
0) Für alle dieſe Zwecke muß bei jedem Dorfe der Polli- zeierſte Sorge ſeyn, daß die Gaſſen und Straßen ordent« liche Linien, wenigſtens zu 60 Fuß breit, erhalten**), ſohin alle öden Flecke im Dorfe den nächſten Hauseigenthümern für Gärten oder ſonſtige Benüßung zugetheilt, und über- all, wie möglich, gerade Straßen-gezogen werden. Dieſe Linien haben bei allen fkünſtigen Gebäuden die beſtimmte unabänderliche Richtung zu geben, und bil- den für alle künftige Fälle den Normal-Dorfplan, ein weſentliches Erforderniß für alle Dörfer, Städte, Fleen. Es ſind ſogleiH die gehörigen Räume für die Straßen, Seitengräben, Gaſſen, öffentlichen Pläte und Fußpfade, Baumalleen 2c.„abzuſteken. Daran ſoll ſih auch die Sorge reihen, daß der Begräbnißplaß außer dem Dorfe freundlich verlegt, und für den Un- terridt der Jugend der durch die Kulturgeſcße vorge- ſchriebene=- Schulgarten***), wo er noch nicht be» ſteht, ausgemittelt werde.:
*) Alle dieſe Punkte ſtehen in den meiſten alten Ehe- hafts- Artikeln, die wohl no< zu Zeiten bei den Ehehaften geleſen, aber nicht gehalten werden.
2*) J< habe vor 20 Jahren als Kommiſſär der Genes neral- Landesdirektion zur Abtheilung der Weiden=- ſchaften in der Gegend von München die erſten glüclihen Verſuche hierüber zu Schwabing, Bogen» hauſen, Freimann, Kleinbogenhauſen und Kultur- heim gemacht, und daher zum Ordnen und Verſchy- nern der Dörfer den Grund gelegt.
8x*2) Städte und Fle>en ſollen aber dieſes höher trei- ben, und einen Volks- oder Bürger- Baumgarten errichten, der zugleich öffentlicher Spaziergang wäre, uad als Plantage diente, für die Pflanzungen um die Stadt, auf die Straßen und die ganze Gegend. Jeder Bürgermelſter ſollte einen Stolz darein ſeßen, mit Erric<tung eines ſol<en Volksgarten ſich zu verewigen,
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