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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
73-74
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Jahrszeit ab, Man wäſert die Wieſen oder im Früh- ling oder im Herbſt, Im erſten Falle muß es geſche- ben, wenn der Schnee verſ<wundeu, und kein Froſt rnehr zu befürchten iſtL. Man fährt dann mit dem Wäſſern fort bis in den Mai, wo es anfängt, warm zu werden. Nach der Heuärnte, wenn die Wieſen mittlerweile wieder reht trocken geworden ſind, wäjſert man ſie noM9 einmal, aber nur 8 Tage lang. Im Herbſte läßt man das Waſſer über die Wieſen, ſo bald das Vieh nicht mehr da auf die Weide gebt, wie es oft geſchieht. Der Herbſt iſt übrigens die günſtigſte Zeit zum Wäſſern der Wieſen. Sie gewinnen ſowohl an Menge als an Güte des Graſes, Kann man das Waſſer nam Willkühr zu- und ableiten, ſo über»- ſchwemmt man die Wieſen vorerſt allenfalls einen Monat lang, legt ſie dann einige Tage lang wieder trvFen, und bewäſſert ſie endlich ſo lange, bis es anfängt zu ſrieren, Wenn dann im Monat März das Gras kräftig heran- wächst, ſo giebt man ihm kein Waſſer mehr, ſondern wartet bis zur Zeit, wo es etwas dürre zu werden ſcheint: dann wäjſſert man ein Paar Tage lang, und läßt das Waſſer wieder ab, ſobald ſich der Schaum auf den Wie- ſen zeigt; denn dieß iſt ein Zeißen, daß die Graswur- zeln anfangen zu fanlen; und wenn man dann das Waſſer nicht abließe, ſo wären die Wieſen für das ganze Jahr verdorben. Lockerer, ſchwarzer ſowohl als tho- nigter Boden nimmt die Feuchtigkeit leicht an, und be- Hält fie lange« Uuf dergleichen Boden muß man alſo mit dem Wäſſern Maß halten, und beſonders für Ub- zugögräben ſorgen, um das Waſſer gleich abzulaſſen, ſo- vald es hinlängli<m in die Erde eingedrungen iſt. Kie- ſigtes, von Natur trockenes Land muß mehr wie jedes andere gewäſſert werden. Neue Wieſen ſoll man bis zum Herbſt trocken liegen laſſen. Der Dünger, welcher noch von dem vorigen Unbau ſich darin befindet, ver? miſcht ſich mittlerweile deſto inniger mit dem Boden, und wenn man auch im erſten Jahre wenig Heu darauf ärn- tet, ſo wird die Herbſtwäſſerung im folgenden Jahre doppelt entſchädigen. Die Unrichtungen zu derlei Waäſ- ſerungen geſchehen durch die in Bäche oder Flüſſe einge- hängte Schöpfräder, durg Dämme und Scleuſſen vder LQuellenleitungen, wie ſie ohnehin allenthalben bekannt ſind. Nicht allein Wieſen kann man ſo wäſſern, ſondern auch in zu trocknem Sommer die Feldfluren, Futterträu:- ter und Gärten, um den Regen oder das Begießen zu

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erſehen. Das beßte Waſſer zum Wälſern iſt dasjcenige, welches rein und reichlich aus der Luelle Jließt. Findet ſich nahe dabei, wo es herfömmt, theils ein hellgrünli- Her Stoff, theils ein brauner, klebrichter, der ſich a s den Kies im Waſſer hängt, und wächst dabei Brunnen Kreſſe, ſo kann man damit unbedenklich das ganze Jahr bendurc<g wäöäiſern. GSedpr kaltes, freidigtes, ſumpfigtes Eiſen: oder Bitrivl-haitiges Waſſer iſt den Wieſen ſehr nachtbeilig, Dergleichen Wäſer verbeſſert man, wenn man ſie entweder durH Sand hindurch ſeihen läßt, oder noch beſſer, mit Kalk oder Jauche miſcht. Die Wäſſerungen ſind vorzüglich in Toskana auf eine große Vollkommenheit gebracht, und haben nicht wenig beige« tragen, die Landwirthſchaft da auf eine hohe Stufe zu beben*), ja, daß man Toskana allgemein den Garten von Curopa nennt.

Dieſe volſe Kenntniß aller Düngermateriglien und Düngermitteln hat uns nun den Dünger würdigen, ihn in jeder Rückſicht achten gelehrt. Dieß führt nun von ſelbſt zur zweiten Ubtheilung dieſes dritten Ubſchnittes,

Wie der Dünger alſo weiter behandelt werden müſſe.

Hier iſt die erſte Bedingung, daß er nur zur gehörigen Zeit und zu ganz in Unwendung Fomme.

Die zweite dann, daß auch die Staats3ge- walt die nöthigen Maaßregeln zuergreifen habe, um dieſen Zweck ſowohl für den einzelnen Bür- ger als die Geſellſchaft== den Staat erreicht zu wiſſeit«

Wenn nun der Dünger die angemeſſene Gährung erlangt hat, oder nach dem Sprichworte, fertig, zeitig iſt, dann kümmt es noch auf das Uusführen, Uusbreiten und Unterbringen an. Dieß alles gehört zu den wich- tigſten landwirthſc<aftlichen Geſchäften, wovon der Ertrag der künftigen Rernte abhängt. Der Landwirth darf die ſes nicht ſo gleichgültig der Wilſlführ des Geſindes über- laſſen, fondern muß es entweder ſelbſt leiten, oder die Leitung einem verſtändigen, verläßigen Aufſeher über: tragen. Schon auf den Düngerwagen kömmt Vieles an. Er muß ſo eingerichtet ſeyn, daß auf dem Wege gar nichts davon verloren geht, wie wir ſolche ganz verſchloſſene- gen von den Niederländern Fennen lernten. Uuch ſollen fie alle gleichviel faſſen== ein beſtimmtes Fuder, weil ſonſ'g

*) Sieh Tableau de V'agriculture Toscane par Si« monde, Geneve 1801, S- 17

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