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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
71-72
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Es

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ad 14) Das Raſenabplaggen, Raſenbrennen.

iſt vorzüglich beim wilden, ſogenannten Jungfern-

in dider Brei zu ſtehen. Dann gießt man von halbe Stunde zu halbe Stnnde noh ein Paar Maß Miſtlauge dazu, ſebt das Kochen fort, bis man un- gefähr 30 Maß nachgegoffen und verfocht hat, und nun die Maſſe nict mehr umgerährt werden kana. Dann nimmt man ſie heraus, und vermiſcht ſie mit einem halben Schäffel Holzaſche, Jekt hat man 2 Schäſfel fette Dammerde oder tro>nen Teichſelamm zu Handen, legt damit die vorige Miſchung genau durcheinander, und ſchaufelt ſie einigeimal um, Wenn dieſes geſchehen, ſo werden damit in einem waſſer- dichten, in der Erde gemac<ten Behälter anderthaib Scäffel lebendiger, friſder Kalf ſchichtenweis unters einander gelegt, oben zugede&>t, und einige Tage in Ruhe gelaſſen. Man findet dieſen Dünger beim Oeffnen der Grube als ein feines troFnes Pulver, womit man gleic) na< der Saat den Ver über ſtreuekt und egget, Für einen Morgen iſt dieſes Pulver hinreichend, und giebt-- 2 Jahre wiederholt --- eine 4jäbrige Benüßung- Nr. 2) Anderthalb Viertel Kochſalz mit zwei Viertel glänzenden geſtoſ- ſenen Kaminruß werden genau miteinander gemiſcht, und in kleinen Pottionen in einen kochenden Topf mit zwei Eimer voll alter, fetter, wohlgeſaulter und flarer Mittjan&e getragen. Nachdem die Maſſe bis zur Honigdi>e verkocht iſt, fällt man nac< und nac< 6 Eimer voll derſelben Miſtlauche nach, und wenn von der ganzen gefochten Portion zuleßt noch etwa 2 Eimer voll übrig ſind, ſo wird ein halbes Schäffel reine Holzaſche eingerührt, daß es eine zähe, di>e Teigmaſſe wird. Dieſer Teig wird in Brode geſtohen, welche man im SdHatten an der Luft erhärten läßt, und ſie von Auſſen noh mit Holzaſhe wohl umſtreut. Sind dieſe Düngerbrode tro>en, ſo werden ſie zu zartem Staub zerſchlagen, und unter anderthalb Schäffel friſchen, feurigen, lez bendigen Kalk, der in kleine StüFe zerſchlagen wor- den, gemiſ<t. Dazu uimmt man eine gleiche Maſſe Teichſclamm oder Dammerde, und eine waſſerdichte Grube. In dieſe wird die Dammerde mit dem Düugerpulver von 2 Perſonen mit der äußerſien Ge- ſchwindigkeit ſhichtenweis übereinander gelegt, und mit einer guten Portion feuchter Dammerde oben Wohl zugede&t, damit die Kohlenſäure, weiche die Fouchtigkeit der Daminerde aus dem Kalk entbindet, nicht entweiche, ſoadern in der vegetabiliſchen Erde ihr Korpus finde, unb ſich darin feßle, ohne vaß die atntosphäriſche Luft dazn kömmt. Nach einigen Tagen iſt die innere Hiße und Bewegung vorbei, und alles zu einem feinen Pulver geworden, welcges fogleicß gebraucht, aber auch in dieſem Zuſtande vor Regeu und Sonne beſchüßt, Jahre lang aufbewahrt werden kann. Wird das Ueberſtreuen 2 Jahre wie- derholt, ſo giebt es dem Boden auf 5 Jahre auſſer? ovdentliche Vegetationsfraſt. Wenn die Saat g?- ſäet und mit der Egge überzogen iſt, ſo wird ge2 ftreuet, und nachher alles fertig geegget. Nicht nur beim AFer-- ſondern auch beim Gartenbau, auf Wieſen, Futterkräuter, und ſelbſt bei der Baum- zucht, wird es mehr leiſten, ais man erwartet, den ſ<dnſten Fior der Früchte erzeugen, Unfraut und Ungeziefer avhalten,

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Boden== auc< ſonſt armen, kalten Land, wüſten Wald- Strecken, anwendbar und von großem Nußen. Die Landleate nennen es daher das Urbarimachen, den Bo?

den zur Kultur befähigen. Der rauhe Boden wird entweder inittelſt einer eigenen Plaggenhacke abgeſto-

Hen, oder mit ſchiveren, beſonders dazu vorgerichteten, ſchneidenden Walzen in die Länge und Quere überzo- gen, und die dadurch abgeſchnittenen Plaggen oder Sohlen durch den Schälpflug abgeſchält und umgewor- fen. Den abgeſchälten Raſen ſchichtet man nun in einiger Entfernung in Haufen, nnd zwar dergeſtalt, daß bei jedem Haufen ein Theil des Raſens zur Dämpfung des Feuers liegen bleibt, Bei tro>nem Wetter zündet man dann die Haufen mit dürreim Reiſ- ſig, Heidekraut oder Stroh, welches an der Windſeite angelegt wird, an, und läßt es mit aller Vorſicht höchſt langſam brennen. Je mehr man dabei den gc ſchi>ten Köhler nachahmt, deſto beſſer iſt es. Ehe noch die Haufen weiß und zur Uſche gebrannt ſind, wird das Feuer gelöſcht; ſobald dieſelben hinlänglich erfalten, ſucht man ſie gleichformig auszubreiten, und ſo ohne Verzug unterzupflügen. Cine noch kürzere und bequemere Methode iſt dieſe, wenn man Wurzeln, Un- Fraut, Stoppeln, S<ilf, auf dem Boden nas dem Windzuge anzündet, und dabei bloß für die gleichför- mige Unterhaltung des Feuers ſorgt, Uuf najjſen und ſauren Moorgründen, wie auch auf zähen und unkrau- tigen Thonä>ern und wilden Lehden leiſtet dieſes Ub- brennen ungemein gute Dienſte. Der Boden wird da- durch entſäuert, ausgetrocnet, und lebendig gemacht; Unkraut und Inſekten verſchwinden allmählig ganz« Die Produkte des Verbrennens miſchen ſich mit dem

Boden, und die Uſche der verbrannteu Materialien wirkt als Reißmittel. Es gedeiht dann alles. Ge-

mit einer Rübenſaat an, und wechſelt wieder mit

wöhnlich fängt man zuerjt geht dann zu Getreid über, Futterfräutern,

ad 15) Endlih die Wäſſerungen. Uuch das Waſſer für ſich iſt ein Mittel, das Erdreich zu beſſern. Die Kunſt des Wäſſerns beſteht darin, Waſſer, dem man eine willrührliche Richtung geben kann, zur rech- ten Zeit in die Wieſen und wieder daraus zu leiten. Die Zeit, binnen welcher das Waſſer auf einer Wieſe bleiben darf, um die größtmöglichſte Wirkung hervov- zubringen, hängt von der Urt des Bodens und von der

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