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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
61-62
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Stoppeln tc, auf freiem Felde Feverung geben, um ſei- zu erreichen, und ihn durch Zuſatz von Holzaſche noch Fräftiger zu machen. Man bildet wit dieſem gebrannten Mergeb auch pyramidenförmige Hau fen von Erdraſen, Stoppeln, Kartoffel- und Bohnen- ſtrünken, Quecken, Gaſſenkoth, Teichſchlamm, Aſche 2C., und läßt alles zwei Monate gähren, wonach der Ge- brauch eintritt, der bald die wohlthätigſten Einflüſſe gewährt, vorzüglim bei Rüben, kXnolligten Gartenge- wächſen, Kohlrabi, Sellerie 2. Bekannt, war es der Mergel, der die Pfalz glücklich und Norfolk reicht ge- macht hat. Uuch in Baiern dankt ein Landgericht, nämlich Griesbah, Maſchine aus den Tiefen der Erde geholt wird, größern Wohlſtand.. Es gilt von dem Mergel der Grundſaß, daß er einen großen Theil von Miſt er- ſparen macht, dem lokern Boden mehr Feſtigkeit, dem naſſen mehr Wärme, dem ſumpfigen mehr Fruchtbar- barkeit giebt, alles Unkraut vertilgt, und den Wuchs der Pflanzen und des Graſes beſchleunigt.

ad 3) Gips. Ein erdiges, aus Schwefelſäure und Kalk beſtehendes, im Waſjer nur ſchwer auflvsli? <es, grauer, blaulicher, gelblicher, grünlicher und ſchwärzlicher Far- be, bald faſericht, bald ſchuppicht, bald körnigt, bald regulär» Der Gips wird zu Pulver geſtampft ge- braucht, und äußert für den Wachsthum der Pflanzen wahrhaft Wunder, beſonders bei ſaftigen großblättreri- chen== als Klee, Hülſenfrüchten,

nen Zweck

dem Mergel, der da mit einer den

geſchmactioſes Mittelſalz von weißer,

Gräſern. In der Regel ſtreut man auf den Morgen eben ſo viel Gips, als man Haber zu ſäen gewöhnt iſt. Man wählt da- zu windſtille Abend2, damit die Winde den Gips nicht verweben, vielmehr er fich an der Oberfläche anſeßt, und mittelſt des Thaues ſich daran befeſtiget. Werkalkt oder gebrannt verliert er zwar tel ſeines Gehalts, er wird aber kräftiger, und eignet ſich mehr für ſchweren Boden. nüblicher.

Im leichten Erdreich zeigt er ſich ungebrannt Das Gipspulver ehe man ſäet,

aber ſäet man auf dent

gepflügten Ucker, man kann dann auf den ſchönſten Weißen, türkiſch Korn, Roggen, Haber, Flachs, Cichorie, Buchweißen 2c. zählen, beſonders bei Sandgründen. Die Wirkungen des Gipſes vergrößern ſic im Gemiſche von z. B. 3 Schäffel Gips, 3 Schäf- fel Ruß und 10 Schäffel Holzaſche in pyramidenförmis- gen Haufen, nach einer Gährung von 2 Monaten und

öfterem Bogießen mit Jauche. Der neueſte und wohl- thätigſte Gebrauch des Gipſes iſt aber der, ihn in das Jauchenfaß zu werfen, und damit die Saaten zu über- gießen,

ad 4) Kreide, alſo von ihr beinahe das Nämliche, Kalk geſagt wurde. Sie dient, klein"geſtoſſen, vem Boden mehr Feſtigfeit und Zuſammenhang zu geben, und nüßt überall, wo der Boden nicht von ſich ſchon viel Kalk beſißt, Man ſtreut das Pulver über Futter- Kräuter, und braucht es wie den Mergel bei Getreid-

Eine poräſe Kalferde« EsS gilt was oben vom

Urten. Moos, Bimſen, Riedgras und andere Waſſer- Pflanzen werden davon erſtickt, auf ſauren und naſſen Ländereien der Boden gevffnet, und die fehlerhafte Mi- ſchung zerſeßt. Die gebrannte Kreide iſt noch vortheil- hafter, beſonders auf Lehmgrund, Weißen und Rüben zeigen ſich davon wunderhaft, 1 Fuder Kreide mit 4 Fuder Miſt und 15 Fuder Teichſchlamm ſo aufgeſchich»- tet 2c. machen*) einen vortrefflichen Kompoſidünger pr. Morgen.

ad 5) Salz, Pfannenſiein und Salzaſche«, Da ſie aus Salzſäure und Minerakllaugenſalz beſtehen, ſo iſt einleuchtend, daß ſie mit Klugheit und yur in geringer OQuantität anzuwenden ſind; doch verträgt ein thonigter Boden davon mehr. Schlechtes, verdorbenes Salz dient hicrher am beſten, und zwar mit Damme Erde, Ruß und Holzaſche ſchichtenweis auſgehäuft, und noch ein paar Monaten als Palver zum Streuen ge- braucht. Es zeigt auf Wieſen Gerſte, Haber, Oehl- gewächſe, Kleefelder und Futkerkräuter große Wirkun- gen, und iſt Gift für Unkraut und Ungeziefer**). Der

*) In Anſehung allex dieſer Kompoſidünger gilt als allgemeine Bemerkung- daß die Aufſchichtung genau nach der angegebenen Ordnung befolgt werden müſſe, und Anfangs z. B. der Miſt nur zunächſt mit der Kreide in Berührung zu kominen habe.

**) Samuel Parkes in Londou hat vergangenes Jahr in einer intereſſanten Abhandlung eine Menge Vers ſuche über die Anwendnug des gemeinen Salzes== vorzüglich bei dein Gartenbau, zuſammengeſtellt. Es ergaben ſich darüber ſehr wichtige Retultate 407 Summe=- 1) daß das Salz in gehöriger Menge angewandt die Geſundheit und den Wachsthum der Pflanzen ungemein befördert, und 2) daß es die Eigeuſchaft beſißt- Obſtbäume, Hopfen und Wein2 reben, dann audere eßbare Pflanzen zur Nahrung der Juſekten und Würmer untauglich zu machen y ſohin Jie alle entfernt zu halten, und 3) daß es al- les Unfrant und andere ſchädliche Pflanzen vertilgt.