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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
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Seite
57-58
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34 3) das Waſſer der Flac<hs-, Hanf- und derlei Röſtungen. Die Erfahrung zeigt, daß die ſes Waſſer, über Wieſen gegoſſen, noch Fräftiger als Harn iſt, und die Unwendung davon, ſo wie auch der Gebrauch des Bodenſaßes aus den zum Röſteu beſtimme? ten Gruben können nicht genug empfohlen werden.

ad 4) Die Ueberſc<hlämmungen leiſten, was der Austritt des Nils in Egypten für die Felder thuk. Sie finden die meiſte Anwendung in Italien, noch ſel- ten in Deutſchland. In Toscana war die Noth die Lehrmeiſterin davon. Die Flüſſe führen da eine Menge Schlamm und Sand mit fich, welches ihre Ergießung in das Meer erſchwert, und überall Moräſte und Un- ftauungen bildet. Torric elli lehrte nun ſeinen Lands- leuten, dieſe Niederungen mit Dämmen zu umſchließen, das Waſſer der Flüſſe nach Willkühr in die geſchloſſe- nen Räume zu laſſen, dasſelbe mittelſt Scleuſſen ſo lange in einem ſtehenden Zuſtande zurück zu halten, bis ſich der Schlamm zu Boden geſeßt hat, und durch dieſen Bodenſaß das zu niedrige Niveau des Orts all- mählig zu erhöhen. Oft wurden mit einem Male 5-- 4 Zoll Erde auf dieſe Weiſe abgeſeßt, die Ope- rationen nach ähnlicher Urt noch öfter in einem Jahre wiederholt, und dadur<M der niedrige Grund ſo be- trächtlih erhöht, daß die Gegend der Gefahr der Ueberſ<hwemmung von Seite des nahen Fluſſes nicht weiter ausgeſeßt war. Der auf dieſe Weiſe gewonnene Boden iſt von der kräſtigſten und fruchtbarſten Urk, und hat dann nicht ſelten das 25ſke Korn gebracht. Nach Umſtänden kann alſo immer ein ähnlicher Ge- brauch auch in Deutſchland gemacht werden.

Wir ſind nun bei der dritten Düugungart == bei der grünen Düngung nämlich,

Wie ſchon bemerkt, man rehnet darunter alle ger ſtürzten Saaten, wenn nämlich z. B. Erbſen, Lupinen, Bohnen, Wien, Genſt, Reps, Klee, Heidekorn,- ben und andere ſaftreihe Pflanzen in voller Blüthe untergepflügt werden. In Toscana geſchah dieß ſeit langer Zeit mit der Lupino( Wolfsbohne I. 22I07 DIE

alten Schriftſteller, als Columella, Plinius und an- dere erwähnen ſ<on der grünen Düngung. In unſern Tagen hat Giobbert in Oberitalien mit dem Roggen

2) Sieh Tableau de l'agriculture Toscane par Si- monde, Geneye 1801, S., 72.

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als grüne Düngung die glücklichſten Verſuche gemacht, und alle Uufmerkſamkeit auf ſich gezogen*)- In Deutſchland ſtürzt man auf dieſe Weiſe nur den Klee Aber wenn auch nur dieſes häuſiger geſchähe, ſo könn- te man mit dieſer Düngungsart ſchon ganz allein jede Brache verbannen,

Die Zerſeßung der Pflanzen zu befördern, thut man wohl, die Saaten vor dem Stürtßen mit Kalk, Mergel, Kreide oder Gips zu beſtreuen, Nur der Same dieſer Saaten kömmt hier in Unſchlag- Er wiegt aber ſicher bei dem gewöhnlichen Dünger, das Fahren und die übrige Urbeit auf. Wenn man alſo bedenkt, wie wenig koſtſpielig, und doch wie ungemein kräftig dieſe Düngungsart iſt, ſo muß man ſich wun:- dern, daß, der GebranH davon noh nicht allgemein eingeführt iſt, und dafür nur voller Verluſt vom Bo- den== die öde== traurige Brache noch beſteht.

Wir kommen nun zu den Düngungsmitteln, den Behelfen nämliH zum Auflöſen, Reißen und Zers ſeßen, oder wie man gewöhnlich ſagt, den Boden zu verbeſſern- Un der Spiße ſteht da

ad 1) der gebrannte Kalk. Die Wirkung davon auf den Wachsthum der Pflanzen iſt eine der glülichſten Erfindungen, deren ſich der UFerbau zu rühmen hat. Die tägli<e Erfahrung beweiſet, wie er

6) Erſt jüngſt erwähnten italieniſche Blätter, daß die vor 2 Jahren gemachte Entde&ung von Giobbert, die Herbſtkornſaat Anfangs Frühjahr einzuacern, und damit die Felder zu düngeu, voriges Jahr in Ober- Italien häufige Verſuche veranlaßte, hauptſächlich in den Feldern, die zur Ausſaat des türkiſchen Wei» Bens(die Anfangs Mai geſchieht) beſtimmt waren, die alle in guten und mittelmäßigen Boden, wo die Kornſaat fortfam, den gehegten Erwartungen voll» kommen entſprachen, wobei man noch die Entdeckung machte, daß bei der vorjährigen Dürre in Ttalien der auf ſolchen Feldern geſäete türkiſche Weißeu 8 bis 10 Tage länger der Dürre widerſtand, und da? her den Boden länger feucht erhielt. Es wurde fetz ner bemerkt, daß dieſe Entde>ung nicht neu ſey: denn in der päbſtlichen Provinz Romagna(berühmt wegen des vortrefflichen Hanfbaues, des beſten in Italien: er iſt zugleiß 12 bis 15 Fuß hoch 2c.)* Übte man dieſe Düngungsweiſe ſchon lange in den Hanffeldern. Man ſet in dem für die Hanfſaat beſtimmten Feldern Saubohnen? wenn ſie in die Blüthe gehen, a>ert man ſie im Spätherbſte um, ſomit iſt dann im Frähjahre das Feld nicht nur für den Hanfbau gedüngt, ſondern bürgt zugleich im 2ten Jahre darauf für eine herrliche Weißenärnte. Dadurch haben die Landwirthe ihre Felder allgemein ſehr verbeſſert,