Druckschrift 
Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
53-54
Einzelbild herunterladen

82

m Urin Schäfel JOD<

Fuß tief Ztegel: g war), Vferde-, Er ret: n, fau- ehälter Yumpe. zeſchirrt <waſſet ſers für und bes Beiden, bis Fe: m Mai, rt fand, in ges andere n und rv, die eutſc<- Jauche > ſtiſch, Wieſen * und n üblen on was je beſie großer wlhge e Janve m Vebet ex füt die amit öfiet ben, SI eachtet. Tt hl, und in Bauety Miſcſrätte oder Be Darüber Htung mit den Pfuhl iſr von ſy ie Pfälzer Landwirt) eiben kan» font au Ut,

-.<zu ilk nein ZETTI ZARGEN=<BMipe. 3%

99------- 54

45 Stück zerſtoßner Oehlkuchen« Hierdurch wird die Maſſe in eine ſehr heftige Gährung gebracht, welche gegen 3 Wochen andauert, und ſo ſtark iſt, daß man während dieſer Zeit den Behälter ohne TodeSgefahr nicht öffnen darf. Wenn ſolches in der 5ten oder Oten Woche geſchieht, ſchüttet man ein Schäffel lebendigen Kalk hinein, und rührt alles in einiger Entfernung nach 24 Stunden genugſam um. Nach der Erkaltung füllt man damit das Faß, und fährt über Wieſen oder das zugerichtete Feld, ſäet nac) dieſem Ueberguß, und egget alles fleißig ein. 20 Tonnen dieſes flüſſigen Dün- gers leiſten auf einen Morgen mehr, als 10 Fuder des beſten feſten Düngers. Nur muß dieſe Operation auch im zweiten Jahre vor ſich gehen, damit der Bo- den von allen Seiten geſchwängert werde, In Paris Hat man, wie ſchon pben erwähnt, mit dem Menſc<en- Urin jeht eine ganz neue Vorkehrung getroffem« Der Urin ging bisher in dem bemerkten Kothanger zu Mont? fancon ganz verloren- Man ließ ihn verſinken und verdünſten- Die Herren Donat und Compagnie verfertigen nun, wie aus dem Rothe, Poudrettes= aus dem Urin Urate. Es wird in eigenen Behältern dem Urin Gips beigemiſcht, und ſo das Ganze Öſter umgerührt, und in Gährung gebracht. Nach einigen Stunden kömmt dieſe Miſchung in Trockenhäuſer, wird pulveriſirkt, und wit die Poudrettes in Säden ver- kauft.- Die Wirkungen dieſer Urate ſollen noch größer ſeyn, als die der Poudrettes*).

x) Sieh hterüber VUrate-- ein neues Düngungsmittel der Herren Donat und Comp. Weimar 15320«+ Aus Wien wurden dem General- Comite des land- wirthſchaftlihen Vereins erſt dieſer Tage Vrate zugeſc<hi>&t, indem die nämliche Geſellſchaft daſelbſt, und in Berlin ein Privilegium auf bewegliche und geſtankloſe Abtritte erhalten hat. Dieſes Privile- gium wurde auch hier nachgeſucht, aber ohne Exrt- folg. ES verdient weiter nachgetragen zu werden, daß alle eingezogenen Nachrichten von Wien und Berlin den Fortgang dieſer Fabrifationen von Pou- drettes und Urates beſtättigen, und für die Land» wirthſchaft die größten Vortheile daraus erwachſen. Dieſe meine Abhandlung hat auch hier in München die Aufmerkſamkeit über dieſen Gegenſtand neuer? dings erregt, und der Herzog von Leuchtenberg ließ ſich die Anrichtung von ſolchen beweglichen und ge- ruchloſen Abtritten ſogleich jim Großen aus Paris fommen, und in ſeinem Pallaſte in Münden auf- ſtellen, wie es Jedermann einſehen kann.= Sieh die Beilage Nr. 3-+

Aber weit wichtiger und nüßlicher iſt die ſc<weize- riſche Zuberei tung des flüſſigen Düngers, oder die ſo genannte Gülle, Sie verdankt ihren Urſprung der Gegend von Zürich*), und hat ſeither die Wirth- ſchaft der Bauern ſicher um Zofachen Werth er- höht, ſol<' ungemein große Vortheile gewährt ſie, und doc< Ffennt ſie Deutſchland noh ſehr wenig« Aber was iſt ſie? Untworkt ein Dünger- Spiritus, ein aus dem Dünger und Uriu zuhereiteter Trank für die Pflanzen, glelc) dem Branntwein oder Bier für Menſchen, oder wie Sh<hwerz ſagt, der Topdreſsing Par excellence, Eigentlich ein Gebräude von 1 Theil friſchem oder zubereitetem Dünger und Urin, dann 3 Theilen Wajſer. Die Verfahrungsart iſt dieſe: der Stall muß nämlich in der Mitte, wo dieß- und jen ſeits von dem in einigem Ubhang ſtehenden Vieh die Abmiſtung geſchieht, einen breiten Gang oder Raum

haben=- Stallgang genannt. Hier iſt nun links und rechts der Kühgraben=- eine Rinne, 12 Zoll tief und

12 Zoll breit, angebracht. Zur gewöhnlichen Miſizeit füllt man dieſe Rinnen zur Hälfte mit Waſſer, und ſchiebt den friſchen Miſt ſammt Stroh und Urin in dieſen Graben, Hier wird alles mit einer Gabel tüch- tig im Walſer herumgerührt, nebenbei von dem Knecht oder der Dirne mit eigenen Holzſchuhen feſt zuſammen getreten, gleichſam geknettet, ſo daß der Miſt wie aus- gepreßt oder gemaiſcht erſcheint. Unter dieſen 2 Rin? nen liegen nun in der Mitte, der ganzen Länge nach, mehrere beded>te Behälter oder Kaſten von gewöhnli- hem, am beſten Eichenholz, gemacht, aber waſſerdicht und 5 Schuh tief. Sie können auch auſſer dem Stalle angebracht ſeyn, wie in dem Hohenheimer Güllenſtalle«. Auf jeden Fall muß man noh einen großen Behälter --- einen allgemeinen Sammler haben, um die kleinen Behälter dahin ausleeren zu können, Und in dieſen

wo

*) Wir ſind, ſagt der vortrefflihe, um ſein Vaterland nnd den Acerbau ſo hoc<hverdiente Tſc<hiffellt, dieſe Erfindung weder dem Zufalle, nuo<h der Che- mie, ſondern der bloßen Erfahrung eines Züricher Landmannes ſchuldig, und dieſe Erfindung iſt meiner Meinung nach die wichtigſte- die in der Landwirth= ſhaft ſeit langer Zeit zum allgemeinen Beſten ge a mb-warden. ſta: No lndmane? Jahre verfloſ- ſen, und der dadurch gegründete allgemeine Wohl- and der Segend iſt augenſc<heinlid 2c. Sieh Tſ<hif2 feli Briefe über die Stallfütterung 1773, ein tleines8y aber gewichtvoltes Werſchen.=

K*