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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
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51-52
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Wiv ſind nun bei der zweiten Klaſſe, und zwar beim flüſſigen Dünger, vaber

ad 1) vom Harn der Thiere, Dieſe verſchie? denen Urinarten begreifen in ſim eine Menge Salze, Alkalien, thieriſche Stoffe, und demnach große Dün- gerfräfte: der Menſc<enurin davon aber noc< am mei- ſten*). Wichtig dabei iſt wieder der Gährungsprozeß. Die Gährung tritt um ſo ſchneller ein, jemehr" der Urin Gallerte und Eyweißſtoff enthält. Dieß iſt vor» zugöweiſe bei dem Urin der fleiſchfreſſenden Thiere vor dem der grasfreeſſenden der Fal. QSie kündigt ſich durch einen ammonikaliſchen Geruch an. Wie ſchon bemerkt, gehört dazu ein eigener Urinbehälter, worin man auch Waſſer und Giyvs mengt. Nach der Gäh- rung wird nun dieſe Miſchung im Frühjahre über die Wieſen vder jungen Pflanzen gegoſſen, Oder man be- feuchtet damit eine Maſſe von Erde, Torf und Kalk, und macht ſo einen Comypoſidünger für leichten, gen und kieſigen Boden. Ueberhaupt ſcll man mit dem ein Uufſaugungs- Syſtem in Unwendung bringen, wodurch eine Urt Brühe entjieht, Beifügung von Erde, Torf, Kalk gelaugter Uſche, Wollenabfälle 2c.- Solche Brühen ma- <hHen auc) auf das ſorgfältigſte die Chineſen und Ja- paner, begießen dämit die Feider, und erwerben ſo die reichſten Aernten**). Einige Landwirthe in den Nie-

ſandi-

Urin

als mit , Gips, Lauge, aus-

nah Hanf für das Wintergetreid das Feld nicht wei- ter zu düngen. Sieh über Torf= Nettes Hand» buch über den Torf 1c. von J. G. C. Dau Leipzig bei Heinrich 1323

*) Er beſteht im Verhältniß ves Alters, der Stärke uad der Geſundheit der Perſonen 1) aus Waſer, 2) Harnſtoff, 3) Phosphorſäute, 4) Phosphat der Kalkerde, 5) Phosphatt der Bittererde, 6) Kohlen- Säure, 7) Carbonat der Kalferde, 8) Harnſäure, 9) Roſenſäure, 10) Benzoeſäure, 11) Schwefel, 12) Harz, 13) Hydrochlorat der Soda, 14) Phos- phat der Soda, 15) Phosyhat des Ammonium, 16) Hydroc<hlorat des Ammonium, und 17) aus Gallerte und Eiweißſtoff, und zwar nach den Aualyſen von Fourcroy, Vauquelin, Thomson, Thenarb, Bouil- Jon, Lagrange nnd Davy, Der Harn der Kühe und Kameele iſt ſich ia ſeinen Beirandtheilea gleich, liefert viel feuerbeſtändiges, vegetabiliſches- Laugen» ſalz, Vitriolweinſtein, Digeſtivſalz, Oehl und Ex- traktivſtoſſ- Pferde, Schweine, Kähe und Schafe führen nac< Barlegs Bemerkung mehr an Gewicht durch Harn ab, als dur& Miſt, und die Meage fruchtbarmachender Theile iſt in jenem größer, als in dieſem.

*x) Ein berähmter engliſcher Landwirth ſtellte hierüber die wichtigſten Verſucgze an. Er ließ einen großen

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derlanden geben noh: weiter, und ſeßen dieſem Urine Behälter einige Eimer Thierblut bei= 35==4 Schäfiel Kaminruß, ein halbes Schäffel Salz, und etwa 10==

Behälter von 20 Fuß in[] weit und 15 Fuß tief graben, mit Lehm wohl dämmen, und mit Ziegel- ſteinen ausmauern,(welches eben uicht ndthig war). Hierein leitete er Rinnen aus dem Kuh-, Pferde-, Schaf-, Schweinſtall, und aus der Küc<he. Er rei: tete dadurch allen Harn, alle ſalzichte Brühen, Lau- gen, Seife und Scheuerwaſſer. Ueber den Behälter kam eine ſtarte Bohlende&ung und eine Pumpe. Wenu nun der Waſſerfarren zur Düngung angeſchirrt wurde, ließ er denſelben zur Hälfte mit Teichwaſſer füllen, damit die große Hie des Düngerwaſſers für die Saaten nicht u brennend ſcyn möchte, und bes goß ſo alle ſeine Saaten, und zwar die Weiden, Wieſen und Gras:Ae>er von Weihnachten bis Fe- bruarz; die Weißenſaat im April, die Gerſie im Mai, und den Winter durc< auch den Garten, Er fand, daß der Wachsthum aller Pflanzen ungemein ges wann, daß auch alie Hülſenfrüchte, Kohl und andere Küchenkräuter, Zwiebel 1c. noch einmal ſo ſchön TH wohlſcme>end wurden, als die ſeiner Nachbarn, d ie mit gutgefauliem Pferdemiſt düngten. In Deutſch» land und Baiern kam die Benüßung der Jauche ſchon ſo ziemlich in Anwendung: allein da fie friſch, und ohne Miſchung auf Feider, Saaten und Wieſen geführt wurde, verbrannte ſie natürlich dieſe, und dieſer Mißgriff brac<te die Jauche in einen üblen Nuf, ſo, daß wenige Landwirthe mehr davon was wiſſen wollen.=- So verdirbt die Unfunde die beſie

Sache.= Unterdeſſen machen davon ein großer Theil Schwabens und die Rheinpfalz eine wichtige Ausnahme. In erſtern Gegenden wird die Jauche

als Brühe=- Sotte genannt, hänfig zum Ueber- gießen der Felder und Wieſen be nüßt, oder für die 4208 von Torf oder Dammerde, die damit öfter

begoſſen, dann den trefflichſten Dünger geben, Sie heiſſen die Sotterhaufen, und ſind hoc<geactet. In der Nheinpfalz heißt dieſe Brühe= Pfuhl, und das lievergießen-- Pfuhlen. Es iſt da kein Bauer, der nicht ſein Pfuhlfaß hat. In jeder Miſiſtätte befindet ſim ein ausgemauerter Brunnen oder Be- hälter, worin der Pfuhl zuſammenfließt. Darüber iſt eine hölzerne Pumpe, oder eine Vorrichtung mit einem Hebel und Eimer angebracht, um den Pfuhl in die Höhe zu bringen. Dieſes Pfuhlen iſt von ſo auſſerordentliczper Wirkung, daß ihm die Pfälzer ihren Wohlſtand zuſchreiben, und kein Landwirth mehr ohne den Pfuhlen den A&xerbau betreiben kann. Man ſagt da, der gepfuhlte Morgen kömmt auf 502A.- 24. ELund. dergedungrte anf 87.21.4077 und doch iſt der erſte überwiegend fruchtbarer. Die- ſes Pfahlen hat die Umwälzung des Feld Syſtems zu Stande gebra<t, und ganz die Brache verbannt, ja die Ae>er in vlühende Gärten umgeſchaffen. Und dieſes Pfuhlen verdanft die Pfalz einem einzigen Manne, einem Schweißer und Mennoniſten, M 0[> linger mit Nahmen-- ſätt 1787 erſt im Grabe. Sieh Beobachtungen über den Uckerbau der Pfälzer, von Schwerz., Betrlin, 1810,

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