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Quantität ſehr große Vortheile gewährt. Uebrigens muß dabei die Dazwiſchenkunft des Regens eintreten, um ſeine Wirkung in Thätigkeit zu ſeßen, ſonſt könnte er Alles verbrennen, ſohin eher ſchaden als nüßen. Die beßten Dienſte erhält man von ihm in Wein- und andern Gärten, In den Niederlanden leiſtet er die beßten Dienſte auf Leinfeldern als Ueberſtreuung,== Endlich trift die Reihe
Die Epkremente der Menſc<en=- als die Fräftigſten aller Thiere, Sie gähren ungemein ſchnell, ſind hißig und ägßend. Sie müſſen daher mit der ſhHon bemerkten Vorſicht gemiſcht, und ſo auf die Düngerſtätte gebracht, oder für ſich allein benüßt wer- den. 2 Karren Menſc<enkoth und 4 Karren Sal. dann 10 Karren Erde geben den trefflihſten Dünger für einen Morgen Weißen- oder Gerſtenackers zu? reichend*),
Wir kommen nun zu den übrigen Dünger- Ma- ferialien und zwar
ad 2) zur Verweſung fhieriſher Körper und ihrer Knochen. Dieſelbe muß man in Gru- ben vor ſich gehen laſſen, die thieriſchen Körper ſtark mit Kalk bede>en, und dann die Grube mit Erde zu- machen. Die: Auflöſung wird dann mit 10mal ſo viel Dammerde gemengt, und die Wirkung dieſes Düngers iſt auſſerordentlich**),
Die Knochen kann man oder mit lebendigem Kalb gemiſcht zerſeßen, ſo auch alle hornartigen Subſtanzen der Thiere, oder, was noh beſſer iſt, als Mehl ge- brauchen, wozu man bereits in Weſtphalen eigene Stampfmühlen bat***?). Dieſes Mehl oder Pulver
") Bei großer Seidenzucht iſt wohl der Miſt der Sef- denwürmer guch von VLedeutung; da er aber eine gute, grüne Farbe liefert, ſo gehört er nicht hieher.
*2) Was die Liebe für den Aer vermag, ſieht man guch in dieſem Stüc>e wieder bei den Belgen. Iſt alle Hoffnung zum Aufkommen eines Pferdes oder Stückes Hornvſfeh verſchwunden, ſo geleitet man es auf das Feld, öffnet ihm die Adern, und läßt es das Blut im Gehen verbreiten. Das Fleiſch wird, mit Ausnahme der Haut, in kurze Stücke zer- haft, geſtreut und ſogleich mit Erde bedet, um ſv auch als Düngung zu dieneg, was ſich guch ganz Ruffallend zeigt,
*x7) Die Knochen und das Knoc<henimnehl machen einen wichtigen Gegenſtand aus, und verdienen die größte Aufmerkſamkeit des Landwirths. Die Knochenmüh» Jen 2ntſtanden zuerſt in Deutſchland== gus Zufall,
mit dem Samen zugleich ausgeſäet, macht auf Wei- Benfelder, dann auf Bohnen, Erbſen, Rüben wunder» bare Vorſchübe, zugleich vertilgt es alles Unkraut, und iſt ſ<Hon deßwegen von großem Werthe*),
1802 tnac<te Frfedrich Kropp Steigey im Blei- Bergwerk bei Sollingen im vormaligen Großher- 390gthum Berg, ia der Schmelzhütte, an der er, zur Zerſtampfung des Erzes ein Pochwerk angebracht hatte, dea erſten Verſuch, die Knochen zu zerſtam- pfen. Er ließ das Mehl auf eine Wieſe ſtreuen, und befam ungemein viel Gras, ſo daß die ganze Gegend in Erſtaunen geſeßt wurde. Dieſes reißte die Nachbarn auf, und ſie ſammelten alle Knochen und ließen ſie für Geld im Pochwetrfe ſtampfea. Bald entſtandan daun mehrere ſolche Stoßmühlen, als zu Jagenberg, bei der Burg, bei Lüdiahguſen und bei Kroneuberg. Schnell benüßten aber ganz gnders dieſe Entde>ung die Engländer. Die neue- ſten Nachrichten ſagen hierüber, daß das Düngen mit Knochenmehl auf eine ganz guſſerordentliche Weiſe überhandaimmt. In der Umgegend von Lon- don find ſhon mehr als ein Dußend Mühlen, de- ren jede täglich 20 Tonnen Knochen in Mehl ver- wandelt. Eine Tonne roher Knocheu wiegt 2000&, Im Jahre 1822 wurden über 33,000 Tonnen Kno» <hen(beſonders aus den Schlachtfeldern der leßtern Kriege) in London bloß aus Deutſchland eingeführt, Und noch immer gehen Schiffsladungen aus Deutſch- land dahin(und zwar ganz natürli, weil wir Deutſche uns gar nicht die Mühe geben, außer obi- gem fleinen Bezirfe, die Kochen zu benüßen, ſou- dern, wie hier in München, ſie als eine Unreinig- keit mit allen Abfällen der Fleiſchbanf-+ in den Bach werfen, Die Knochen werden in London zuerſi gis Seife benüßt, dann geröſtet und gemahlen. Bie vortrefflic) das Knocheamehl iſt, erhellt daraus, daß ein AFer, der vorhin um 30 bis 40 Thaler gefauft wurde, jeßt durc< das Knochenmehl verbeſſert"ein zwei bis viertauſend Thaler koſiet. Es ſcheiat die: ſes nnglaublic=- und iſt doch reine Wahrheit. Dieß ſol! nun alle deutſche Landwirthe anſpornen, durc) grine Leute vder Kinder die Knochen ia der ganzen Gegend fleißig ſammeln zu laſſen, und in Mehl zu verwandelyn. Die Crrichtung einer Kuochenmuühle Hat gar feine Schwierigkeit» denn ſie iſt nur ein gewöhnlicher Oel- oder Gipsſtampf, den jeder Zim: mermann maden fann,
*) Gewöhnlich miſ&t man auch nach dem Zermalimen Kalk darunter, ſchlägt fo alles in Haufen, feuchtet ihn etwas an, uad läßt die Maſſe 2 bis 3 Monate ruhen, Und das Yusſtreuen dieſes Pulvers wirk: Wunder. Will man ſich der Knochen zur Verbeiſe- rung des Bodeus ſelbſt bedienen, um 3. B. den Thonboden mürber zu machen: 1v bedarf es bloß einer groben Zermalmung und keiner Verpgulverung, Man pflügt ſie ganz fiac< unter, und briggt mit der Egge alles ſorgfältig untereinander. Zuf dieſe Urt äuſfern ſie jedoch) ihre nährende Kraft erſt im 2ten vder 3ten Jahre,
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