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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
39-40
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Ueberbaupt iſk gemiſ<k oder einzeln die guke Uunfſchich- tung und zum Theil auch Feſttretung des Miſtes von großer Wichtigkeit. 2) Gemäßigte Feuchtigkeit, Wie ſchon geſagt, zu viele Feuchtigkeit hindert die Gährung, und zu wenig ſezt den Mijt der Gefahr aus, von Wind und Sonne zu ſchr ausgezogen, getrocknet zu werden, 3) Gemäßigter Zutritt der Luft. Ohne die-

ſen verdumpft und verſchimmelt der Miſt. 4) Ge-

mäßigte und gleichförmige Wärme, Kälte, wie zu große Hiße, ſind der regelmäßigen Faulungsgährung hinderlih. Ueberdieß werden durch zu große Hiße die nahrhaften Stoffe größtentheils verflüchtigt, 5) Ruhe: denn beſtändige Bewegung verwehrt den Luftwechſel, und läßt feine innere Erwärmung zu, Wenn der Miſ- haufen fortan vom Rindvieh zertreten, von dem Fe- dervieh aufgefraßt, und von den Schweinen umgewühlt wird, kann er zu keiner homogenen Maſſe abfaulen, 6) Größere Maſſen. Kleine und fahrläßig zerſtreute Haufen werden von der Kälte, ſo wie von der Hißze ſchnell dur<drungen, trocknen bald aus, und verweſen, anſtatt regelmäßig abzufanlen, BVerhältnißmaßige große Haufen leiden weniger von dem Wechſel der Tempera tur, und faulen gleichförmiger ab.

Leicht ſind daraus die Vorſchriften zu entnehmen zur Unrichtung einer zwe>mäßigen Dünger: Stätte.

Wie man eine Ubtrittsgrube anlegt, muß man

auch die Düngerſtätte herrichten, das iſt, waſſerdicht Liegen, Treten und Augduaſten der Thiere auf das Genaueſte vereinigt, und der Urin von der Streue ganz eingeſogen. Die gleichformige Stalwärme uns terhält auch die Faulung gleichförmig, und der Düne ger reift daher früher. Sieh Verſuch einer wiſſen: ſchaftlihen Anleitung zum Studium der Landwirth» ſchaftslehre von Leopold Trautmann 1c. Wien 1814. B, 1, S. 377. Auf eine ähnliche Weiſe ge» ſchieht auch die Behandlung des Miſtes im Wäür»- tembergiſchen, und in den Niederlanden beſonders z da ſchwört man in vielen Gegenden allein auf dieſe Düngerbehandlung. Sie iſt ſiher auch weniger foſt- ſpielig, da ſie die Operation der Düngerſtätte gr» tentheils erſpart. Auch iſt man irrig, zu glauben, daß dieſes ein großes Stallgeſtanf hervorbringt. Der Augenſchein beweiſet das Gegentheil, wie ich mich ſelbſt öfter überzeugte. Sieh die Beſchreibung der niederländiſchen Stallung in Hohenheim, Sieh über eine ähnlihe Art im Landgericht Waſ- ſerburg,! Wochenbl. d. idw. Vereins, Jahrg. 15. S. 25.) Man hält in Anſehung des feſten Düngers= dieſe niederländiſche Methode no< für die bete, Wes» nigſtens=- die Hauptſache, der Sährang8prozeß iſt dadurch am ſicherſteu vollführt.

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- machen, ſohin durch und durch gut mit Thon ausſc<la- gen. Einer Mauer bedarf es durchaus nicht, ſohtn iſt die Unlage gar nicht kojiſpielig, Sie ſol, wo möglich, nac< Norden gehen, die Form eines länglichten Vier- eas haben, und nicht über 3 Schuh tief in der Erde ſeyn. Der Miſt darf nicht unmittelbar auf dem Bo»- den aufliegen, ſondern muß auf einem Roſt oder Prügel» BrücFe ruhen, damit die Jauche abläuft. Dieſer wird dann mittelſt Rinnen ein Ubfluß in den nahen Jauchen- Behälter verſchafft. In einigen Orten Niederlands, fo wie auch z. B. zu Hofwyl, iſt dafür in der Mitte der Düngerſtätte ſogleiHg eine Pumpe zum Uusſchöpfen der Jauche angebraßt. Uuf dieſe Düngerſiätte wird nun der Miſt nach und nach aufgeſchichtet, allenfalls 3 Schuh über die OberfläHe des Hofes. Der ganze Düngerhaufen vom Boden an darf nie höher ſeyn, als 0== 7=- höchſtens 8 Shuh, Bei jeder Lage oder Schichte, die, wie ſhon bemerkt, mit der Gabel gleich, förmig zu vertheilen kömmt, iſt der Haufen mit den Füßen feſt zu ſtampfen, oder mit einer Walze etwas feſt zu machen. Ueber die Düngerſtätte bringt man ein leichtes Dach an, von loFer zuſammengebundenem Stroh oder Günſter, ſo, daß zwar die Sonnenhiße und die ſtarken Regengüſſe abgehalten werden, jedoch Luft und Feuchtigkeit noM9 freien Zutritt behalten. Gegen Süden und Weſten muß dieſes Dach über die Dün- gerſtätte dergeſtalt Hhinausragen, daß ſchlechterdings Feine Sonne darauf ſcheinen kann*). Uuch ijt es vor- theilhaft, zu dem nämlichen Zwee Bäume umher zu pflanzen, oder wenigſtens Geſträuße an den Wänden umher anzulehnen, und auch oben einige Bretter zu legen, Die ganze Düngerſiätte umher müſſen Rinnen, in der Schweiß SconſFHbale genannt== 2 Fuß breit und 4--5 Zoll tief ſich vorfinden, um das Regenwaſ- ſer abzuleiten,

Den Miſt leicht aus dem Stalle zu bringen, und wenigſtens des unruhigen und langſamen Hinwegfah- rens mit dem Schiebkarren im Stalle enthoben zu ſeyn, dient am bequemſten eine mit einer Thüre ver-

?) Die Schweißer verwerfen zwar jedes Dach-- aber mit Unrecht. Gegen die Sonne ſchüßen ſie den Düngerhaufen meiſt nur ſo, daß der Miſt nach der Mittagsſeite etwas höher liegt, damit die Sous neuſtrahlen dur< die ſchtefe Richtung um ſo mehr davon wegprallen- Einleuchtend iſt obiges leichte Dach weit zwe&msßigert.

emeewennemarn