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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
29-30
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ehne zu bedenken, daß dleſes Verſißen nichts anders Heiſſe, als dieſen Unrath den daranlieaenden Brunnquels» ſen zuzuführen. Daher das Uebel, daher das ſchlechte ungeſunde Waſſer. München hakt zweierlei Trinkwaſſer, das eine, das Edelwaſſer genannt, kommt in Röhren von den Uuhohen jenſeits der Iſar zwiſchen Bogenhaqau- ſen und Gaſteig. Auch über das wird jekt geklagt, daß es ſic verſchlechtert, und zwar, weil viele Bräuer am Gaſteigberge wegen ihren daſigen Malz, ſo andern Operationen, Verſißgruben herrichteten, dieſes verſigende Waſſer mit den Edelquellen ſich mengt, und ſie ſo ver- dirbt. Das 2te Trinkwaſſer iſt gemeines Brunnenwaſ- ſer, theils mittelſt Schöpfbrunnen in den Straßen und Häuſern, theils durFH eigene Triebwerfe am äußern Ka- nale aus Brunnen durch Röhren in die Stadt geleitet, und da mittelſt ſogenannter zu zahlender Waſſerſteften vertheilt, Dieſes iſt aber oder an ſich ſchon unreineres Waſſer, und wird noH mehr dadurch verſchlechtert, weil ſtets ein großer Theil des Kanals- oder Ubtritts- Waſſers, dazugenommen wird*), So muß man alſo in München größtentheils das Waſſer trinken und ko- <4en, indem die Edelquelle oder Brunnthalerwaſſer nur für wenige Häuſer benüßt wird!! Einleuchtend könnte aber eine zweckmäßigere Vorſchrift für die Unlage der Ubtritte diejen großen Uebeljtand beſeitigen, der auf die Geſundheit ſv nachtheilige Wirkungen zeigt. Man iſt jeßt mit dieſer Vorſchriſt ſo ziemlich im Reinen, ſelbſt um den ſonſt ſo läſtigen Geſtank in den Häuſern zu verhüten, E3 gehören dazu 4 Unrichtungen, und zwar

*) Weit entferat ſey es, der Braunvendirektion hier- über einen Vorwurf zu machen. Bekaunt iſt viel- mehr, daß der Herr Brunnendirektor v. Baader, ſo wie Herr Baurath Probſt ſelbſt ſc<on laute Kla- gen über dieſes ſ<le&te Waſſer führten. Allein die Medanit kann da in Nichts helfen, ſie muß das Waſſer nehmen, wie es kömmt. Vom beſagten Hru. v. Baader ſind auch ſeit Jahren mehrere Vor- ſchläge gemacht worden, von den Edelquellen noch mehr Waſſer zu gewinnen, um ſo von dem ſc<hleche tern Waſſer weniger nöthig zu haben. Er hat ſich ſogar erboten, die ganze Stadt und alle Vorſtädte mit dem reinſten Quellenwaſſer, welches bei keiner Bachräumung ausbliebe, reichlihſt zu verſehen, und dafür die ſchlehtern Brunnhäuſer entweder ganz eingehen zu laſſen, oder nur für Gärten und öffent- li<e Braunen, deren hier noh zu wenige ſind, zu benüßen. Seine Auträge fanden aber nuo4 kein Ge- hdr. Sieh übrigens die neueſten Shriften über den

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ein Dampfkamin unken mit der Abtritt8grube verbun- den, zweitens, daß man alle Wochen einmal eine Quan- tität ungelöſchten Kalk hineinwirftz; drittens, daß ma den Gaſſenkehri<t hineinbringt, und endlich viertens, daß man für den Urin eine eigene Grube oder Behäl- ter hat, ſohin ihn von dem Kothe ſöndert. Dieſes leß- fe iſt ein Hauptpunkt, und jeht ganz vernachlälßigt. Der Urin kömmt, wie geſagt, theils in die Iſar und Ka- näle, oder er ſoll in den leidigen, zahlreichen, immer ſim mehrenden Schwindgruben verſigen, und vereinigt ſich nun mit den Brunnquellen, die ſohin alle verpeſtet werden,== oder er geht in den Straßen und Häuſern verloren. Blicke man nur um ſich, wie ſc<amlos an allen Een und Häuſern davon die Spuren, ja die wirklicgen Beweiſe ſtets ſim zeigen. Vor Bräu-, Wein- und Wirthshäuſern werden von den zur Schande und Aerger frei heraustretenden Gäſten ganze Lacken gebildet. Winterszeit kann man ſim ſolchen Häuſern gar nicht nähern, ohne Gefahr, auf dieſen geſrornen Pfüßen Hals und Beine zu brehen. Und über dieſen wilden Zuſtand ſagt kein Menſch ein Work. Die Polizei ſollte dieſes aus hundert Rückſichten und Pflichten beſeitigen, und jeden Wirth anhalten, im Innern des Hauſes oder Hofes zurei<ende Gelegenheit zu obigem Zweck zu er- richten. In jedem Hauſe muß überhaupt für den Urin ein vor der Ubtrittsgrube abgeſöndertes Behältniß oder waſſerdichte Gruben beſiehen. Mittelſt einer einfachen Anrichtung von Rinnen an den Sißen des Ubtrittes und neben demſelben kann ſtets jeder Urin von dem Kothe gefrennt, und in den vorbemerkften Behälter geleitet werden. Zwei große Vortheile gehen daraus hervor, Dem Geſtank des Ubtritts iſt vorgebeugt, und der Urin mit dem Spülig ver Küchen und Werkſtätte tc. und Gips gemiſ<t, kann immer ſchnell ausgepumpt, und mittelſt eines Faſſes ausgeführt werden, wo er die beßte Düngerart für Saaten, Wieſen und Gärten dar- bietet. Es würde dadurch zugleich das ſo Foſtſpielige Ueberdüngen der Uenger(Wieſen) ganz entbehrlich, und hundert andere Vortheile dabei gewonnen, worunter Zub der ſ<on mit=- einer der größten wäre, daß es Leine Schwindgruben mehr gäbe.

6) Wie vorhin geſagt, der Gaſſenkehricht iſt ein Erforderniß für die Ubtritsgrube, er erſeßt mit= dex

Hachingerbach. ſo nöthigen Kalk, und macht eine Urt Kompoſtdünger« * - Zu RIEEE== u- Een ZEE "TZ