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47 7030 fl.== ſage fiebentauſend Gulden*) jährlich be: trägt, macht alſo die Summe ſeit 1807= in 154
Jahren 980099 alſo 109,000, ſage Hunderttauſend Gulden. Dieſe Summe wird erſt noch auffallender, wenn man bald die Ueberzeugung erhält, daß ſie nicht allein als ganz verſchwendet zu betrachten kömmt, ſon: dern nebenbei noM 20mal mehr Schaden der ganzen Landwirthſchaſt und jedem Hauseigenthümer bringt. Sie wird dann no< auffallender, dieſe große Uusgabe, und zwar im Rückblicke, daß die niederländiſ<en Städt- te für die Straßenreinigung eben ſo viel, ja no< weit mehr jährlich einnehmen, als München ausgiebt, daß ſelbe die Landwirthſchaft zugleich hoch befördern, Mün- <hen ſie aber dabei zugrunderichtet, wie in der Folge ſonnenklar bewieſen wird, Unterſuchen wir nun das Abtrittsweſen in München, und auch da finden wir: 4) Daß der größte Theil= und zwar die Haupts- Maſſe des beßten Düngers ganz wie verloren iſt, Denn ſehr viele Ubtritte haben ihre Richtung auf die Iſar und Kanäle**). Was da für ein Weſen getrieben, wie dieſes Waſſer meiſt wieder getrunken oder dainit gekocht wird, überſteigt allen Glauben. Ganze Reihen von Gaſſen beſfißen gar keine Ubtritte, als in der Send»- lingerſtraße, im Thal, Färbergraben 1c.- Da werden die Nachtſtühle wieder in den Kanal getragen, oder meiſt zum ſchändlichen Unbli>k aller Vorübergehenden auf der Stiege ſchon ausgeſchüttet!! Flüſſe, Bäche, Ka- näle ſind eine große Wohlthat ſür eine Stadt, aber ſie können nicht den Zwe haben, einen allgemeinen Ub-
*) Es kommen jährlic< gegen 1400 Fuder zuſammen, und beim Verfauf gilt das Fuder höchſtens 30 kr., meiſtens aber, wie von der Behörde ſelbſt bemerkt wird, nur 24 Xr. indem der Dünger meiſt zu mager oder verbrannt iſt== wie auch wegen der vollen Sorgloſigkeit ganz natürlich. Dieſe Einnahine beträgt demnach jähr- lich faum über 500 fl.!!
38) Und tragen hiernach einen gleich häßlichen Nahmen., Wie fehr ſticht dieſes mit den Grundſäßen der al- ten Römer ab, wonac< die Brunnen and fließendes Waſſer unter die heiligen-- unverleßlichen Dins “ge gerechnet wurden, und ganz einleuchtend darun: ter gehören.
Auch einer der größten Menſchen undLänderbeſiker der Erde Jenghizkhan gab das weiſe Geſeß:„,daßs Nie:nand ſich oder ſeine Kleider im fließenden Waſſer waſche, oder ſonſt den mindeſten Unrath hineinwerfe, indem, wenn der Strom trübe gemacht würde, dur< ſeine Ausgss dünſtungen die Kranfheiten und vorzüglich der Don- ner entſtünde.“ WahrliH ſehr zu beherzigende Leh- ten;;
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tritt und Uufenthalt von Millionen Ratten daraus zu machen. Eben ſo wenig können ſie den ZweT haben, den Dünger for!zujm;wemmen, da ihn bier der Boden ſo dringend begehrt. Münchens alte Bürgermeiſter dachten ſicher nicht daran, als ſie für die Stadt die ſo wohlthätige Unſtalt ſchufen, die Iſar in vielen Uermen durch die Stadt zu leiten. Die Geſundheit, die Möge lichfeit viele Waſſerwerke, Mühlen, Fabriken in Bewe- gnng zu ſeßen, Waſſervorrath bei Feuersgefahren, wa ven ihre edle Ubſimt, Sicher nie ein allgemeiner Ab- tritt. Während ein ſolper Kanal die wahre Zierde ei- ner Stadt ſeyn ſoll, kann man keinen ohne Eckel hier ſehen, nur Ubtritte daran, oder Unsgüſſe dahin, als bei den Kaſernen, Schlachthäuſeru, Stallungen und andern Werkſtätten gewahrend,
Dieſer Unrath in dem Waſſer erzeugt natürlich ſtets die üblen Dünſte, die der Geſundheit ſchädlich ſind: ja er bringt der Stadt auf 24 Tage noch ein ſchre>licheres Ungemach.=- die Uusfehr nämlich, Die Kanäle werden zur Herbſtzeit auf 44 Tage abgelaſſen und gereinigt» Es herrſcht dann die Peſt beinahe in allen Straßen 3; deun der Koth wird auf die Gaſſen gebracht, und da weggefahren. Da er zu naß iſt, w ihn umſonſt kein Menſ<, daher führt ihn die Stadt: Kammer meiſt ſelbſt auf ihre Wieſen, und verpeſiet auch wieder die ganze Nachbarſchaft, ohne daß den Wieſen, wie ſchon bemerkt, dadurch viel Vortheil zu- geht, dieſer Dünger alſo auch wie verloren zu betrach“ Dieſe Uusfehr koſtet der Gemeinde jähr- macht mit dem 12 Jahren
ten kömmt. li<h wieder ganz unvüß 2000 fl, Straßenkoth jährlih 0900 fl., alſo in 108,000 fl.
5) In den Häuſern, wo ordentliche Abtritte vor- handen ſind, erſcheinen meiſt die Unlagen und Schwind- Gruben ganz fehlerhaft, ziehen bei der Baukommiſjiion täglich Ungenſcheine, und bei dem königl, Stadtgerichte eine Menge koſtſpieliger Prozeſſe nach ſich. Von die- ſen fehlerhaften Unlagen entwickelte ſim noch ein ande- res Uebel für München, das ungeſunde ſ&lechte TrinPp- Waſſer nämli<, Die Unlage der Ubtritte und Kamite war freilich von jeher eine ſc<wierige Uufgabe für die Baukunſt, Die Ulten ließen deßwegen die Ubtritte in den Häuſern meiſt ganz weg, oder hingen dem Ge- bäude dafür einen Sattel dem Hoſ zu an, Für Urin und Späülig beſtimmte man eine Grube zum Berſigen,
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