Druckschrift 
Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
25-26
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Minder von allen übrigen Städten?), Flecken und den Dörfern dießfalls gilt.

Wäre in München der Dünger nur ſeit einigen Jahren zur Würdigung gekommen, ſo müßte die weite Steppe umher ſchon lange verſhwunden, und nur überall, ja weit und breit umher die ſchönſten Fluren zu ſchauen ſeyn. Doch blike man nur um ſi<, und erſtaunen muß man über allen den Unſinn, der über Dünger da herrſcht. Was 1) den Straßenkoth betrift, ſo werden die Straßen zwar gekehrt: aber zwiſchen Kehren und Kehren iſt bekanntlich ein großer Unterſchied, Genug, in allen Gaſſen, in allen Ecken ſteckt beſtändig alles voll Koth und Schmut, ſo an den Häuſern Thü» xen 1. Wenn man, beſonders Sommerszeit, Früh: morgens aus dem Hauſe tritt, iſt man ſchnell am gan- zeit Körper vom Staube bedeckt, und erhält von dem in der Nacht ausgeführten Kothe Ueberbleibſel an den Schuhen, und zum Frühſtück die üblen Dämpfe in den Magen, Der beſtändige Staub und alle dieſe üble Luft können wahrlich auc die Geſundheit**) nicht be- fordern!

2) Nebenbei bleiben dieſe Kehrichthaufen 4= 2 Tage liegen, ſo daß ſie wieder auseinander getreten bder gefahren werden, vder man die Nacht durch dar- über fällt. So geht es auch mit dem zuſaminenge- ſhareten Koth auf den Straßen in den Borſiädten. Sie bleiben lange Zeit ſo liegen, oder werden in eine Ecke vder in einen Straßengraben geworfen, und dann bekümmert ſig Jahre lang kein Menſch mehr darum, Man ſehe nur vom Iſarthore bis zur Brücke um ſich, jo auch vom Karlsthore an= ja bei allen Thoren, und überall wird man ſolche verlaſſene Haufen gewahren,

3) Selbjt von der ſeit dem 1, Jänner 1807 be- ſtehenden Einrichtung der Straßenreinigung***) ſ<rei- ben ſich alle dieſe Hauptmängel her, daß nämlich die Straßen nicht rein gemacht, das ganze Düngerweſen vernachläßigt, und nebenbei der Stadtgemeinde, ſo wie

*) Manche Stadt Deutſchlands und Bgaierns wird dann gusrufen: et de te fahula naratur,--

*8) Was Wunder au<, daß in München der 17te Menſch ſtirbt, und in London, Wien und Paris nur der 20-- 24ſte, guc<h der Leichena>&er bald wieder eine Vergrößerung erfordert!!=

*xx) Sie wurde vermög eines allerhöchſten Reſcripts vom

19. December 1809 der Stadt aufgetragen, Vorhin

Hatfe die Gemeinde keine Koſten dabei.

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jedem HausZeigenthümer, ein großer unnüßer Koſten verurſacht wird. Daß die Straßen niht rein ſind, zeigt doh leider der täglihe Uugenſchein, Es kehre wohl Jeder vor ſeiner Thüre, und maHt einen odep zwei Haufen Kehricht. Nun ſchleppt ſiH den ganzen Tag durch ein langweiliges Stadtfuhrweſen herum, um dieſe Hauſen aufzulegen. Schon dieſe Haufen ſind nicht genau zuſammengerichtet, und bleiben, wie ge» ſagt, 1 oder 2 Tage liegen, oder doh ſo lange, daß ſie meiſt wieder zum Theil auseinander getreten werden, und manc<e Menſc<en die Nacht durH darüber fallen, Aber auch das Uutlegen geſchieht ſehr unbeſorgt, und der Wagen verliert im Fortſahren wieder einen Theil des Kothes in Mitte der Straße« Daß es zugleich ſehr läſtig iſt, dieſe Kothkarren den ganzen Tag durch ix den Gaſſen ſehen und riechen zu müſſen, läßt von felbſt ſich denken, Dieſe Wagen werden dann auf Z Pläßen?) in den Vorſtädten== und zwar auch no< zwiſchen den Wohnungen unbefümmert abgeleeret. Dieſe Kothmaſſen liegen da ſchre>li< auseinander geſtreut umher, ſind ganz frei der Sonne ausgeſeßt, verlierer dadurc< natürliH alle Kraft, und verpeſien die ganze Nachbarſchaft, und die zahlreich Borübergehenden, wie Jederman ſich täglich überzeugen kann, Un Boraben- den der Zeiertage geht es uoch gräulicher zu; da wird Nachmittag zwiſchen 2 bis 5 Uhr gekehrt. Koth und Staub füllen den Dunſtkreis der Straßen, wodurch eine Menge Menſchen ſich treiben, und von dieſem Staub! und Uebelgerücheu voll ſich pfropfen; welche Barbarei Hören wir nun, was nebenbei dieſe ſchöne Operatioit, der Stadtfammer oder Bürgergemeinde jährlich koſtet und erſtaunen wird man darüber. Nach vorliegenden legalen Rechnungsauszügen muß die Stadtfammer allein für dieſes Geſchäft das ganze Jahr hindur<g 4 Wa gen, jeden mit 4 Pferden und 2 Knechten verſehen, unterhalten, wovon der Koſten im Durchſchnitt gegett *) Der eine iſt ganz ain Weg zum Iiarthortheater an der Wurzerſiraße;= der zweite an der Ludwigs= Straße, ja in der Mitte derſelben, und der dritte ſtößt an das allgemeine Krankenhaus an. Eren Für das Krankenhaus beſteht ein GIER Senn; heitszirkel, in welchem nicht einmal ein Hau 1 baut werden darf. Daſät hat man nun in ſelben dieſe Peſthaufen errichtet!!!=- Dteſe Wirthſchaft iſt da linfs und rec<ts au der Straße mit Srauen anzu2 ſchauen, nnd die zahlreichen Luſtwandler nac Send2

: nd Heſſellohe bekommen immer eine tüchtige Peſiluft- Portion mit auf den Weg!