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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
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rechnet jährlich 70- bis 100,000 SäFe, und ein Sac> Foſtet zu Montfaucon, alſo am Plaße 8=- 9 Fratcs. Es wirft ſohin dieſe Unternehmung nicht nur der Com- pagnie einen beträchtlihen Gewinn ab, ſondern auch der Landwirthſchaft ſowohl in den Umgebungen von Paris als von ganz Frankreim wachſen die größten Vortheile daraus zu, Die nämliche Compagnie hat nun unter Donat 1819 au die Entde>ung gemacht, aus dem Urin, der bisher ganz unnüßin Gruben verſenkt wurde, ein gleiches, ja noch wirkſameres Düngerpulver, oder Urin- Pulver, Urate genannt, zu verfertigen, wozu 1818 Ca- zeneuyve die beweglichen Ubtritte erfand, Uuch ſonſt iſt in ganz Frankreich jeht alles rege, ermuntert durch die in allen Departements vorhandene U>erbaugeſellſchaſten, und beſonders geſpornt durch den ſeit zwei Jahren bei dem Miniſterium des Innern beſtehenden k, Landwirth- ſchaſtsrath*), oder k. Central- UcXerbaugeſellſchaft in Paris, auf den Dünger nach dem Beiſpiele dex Nie- derländer und Engländer die größte Uufmerkſamkeit zu richten, und überall die nöthigen Kenntniſſe darüber zu verbreiten, Es find auch ſeit Kurzem große Vorſchritte geſchehen 7 wie der Bericht des Miniſteriums des In- nern an den König im vergangenen Jahre bewähret, Hauptdüngermacher find ferner die Schweißer, von deuen andere Nationen ſchon Vieles hierüber gelernt haven, und noch lernen können, Ein guter, ordentlicher Düngerhau- fen iſt da auch die Zierde, der Stolz eines Bauernhofes,

tität der Materie, die man nac< den Geruch unter» ſucht und ſ<äßt. Der Auswurf der Proteſtauten, die immer Fleiſch eſſen, wird theurer bezahlt, als der von guten Katholiken, welche der Faften wegen ſim dasſelbe oft entziehen. Eben ſo gilt der Dünger in einem adelic<en Haufe, der beſſern Küche wegen, au<& mehr. Die Abtrikfte der Minoriten« Klöſter wer- den gar nit für würdig geachtet, mit in dieſen Haun? del aufgenommen zu werden, ſondern müſſen um ge- xingere Preiſe die Gruben anlaſſen, Die Bauern kommen jede Woche, um dieſe Materie in Fäßchen abzuholen, und auf ihr Feid zu ſchaffen 3; ſie vermi- ſchen ſie nicht allein mit dem Boden, ſondern ſchüt» ten ſie aum an ihre Pflanzen, vnd an die Wurzeln der jungen Orangenbäutme. Alle Abtritte der Stadt ſind daher theuer verpachtet, und für die Vorübergehenden findet man in allen Straßen und Gängen zwiſchen EIER und Holzpläten einladend ſolche er- richtet.

*) Ebenfalls eine der wichtigſten Anſialten zur Empor- bringung der Landwirthſchaft, die überall Nachah- mung verdient. S. Wochenbl, d, L, V. Jahrg. 18, S. 313. Sieh guch meine in einer öſfeutl. Ver- fammlung gehaltene Rede gls Beilage zu Nr. 31 Jahrg, 1%,

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Ulles dieſes legt nun klar an Tag, wie ſehr in andern Ländern, detten es um höhern Wohljtand, alſs um den Flor der Landwirthſchaft ernſilich zu thun iſt, das Hauptbeſtreben dahin zielt, Dünger zu erwerben, zu mehren, zu verbeſſern, und damit die reichſten Früch- te zu ärnten.

Dieß führt uns von ſelbſt auf den zweiten Stand- punkt, um zu ſehen, was dießſalls in Deutſchland*), beſonders in Baiern geſchieht, oder wie, und auch war- um der Dünger hier zu Lande ſ9 ſchr verwahrlost ijt,

In

Ia wohl eine volle Unkunde, eine volle Vernach- läßigung berrſchen größtentheils über das Düngerweſen in Deutſchland, und beſonders hier zu Lande. Werfen wir nur einen Blick auf unſere Dörfer, Fle>en, Städ- te, ja auf Ulles, was uns umgiebt; und wer ſtaunt nicht über all den Schmut und die Fahrläßigfeit, die von allen Seiten in die Ungen ſpringen? Wer kann läugnen, daß durch Dörfer meiſtens kaum zu fahren, wenigſieuns ntc<t zu gehen iſt, ohne im Kothe waten zu müſſen, Kinder, Enten, Gänſe und die Schweine wälzen ſich im Pfuhle herum, der alle Gaſſen und Straßen er- füllt, zugleich die Luſt verpeſtet. Von allen Höfen und Ställen läuſt der Odel(Harn) auf die Gaſſe heraus, wo er ganze Lacken bildet, den Winzern glei<end, wel- <e, nachdem ſie die Trauben gekältert haben, den aus- gepreßten Saft auf die Straße rinneu laſſen, und die einzige Sorgfalt der Erhaltung der Treſter widmen**)! Dringt man erſt in den Hof, in die Ställe, ſo iſt das Bild no gräßlicher. Im Hofe liegt Ulles umher, wie bei Jeruſalems Zerſtörung. Der Düngerbauſen iſt ent- weder von der Sonnenhiße verbrannt, oder von den Regengüſſen durchweicht, zum Theil weggeſc<wemmet, von Karren und Wägen überfahren, vom Vieh zertre- ten, von Schweinen zerwühlt, und von Hühnern um- hergeſtreut. Tritt man nun in die Ställe ſeibſi, wie

») Mit Augnahme der Schwelß und einzelner Segeuden, **) Sogar auf den bateriſchen Hochalpen, wo man ſonſt von Arkadien tr&umt, kann man vor Schmuß den Alpen oder Sennhätten fich kaum- nväbern., Der Miſt und die Jauche bilden einen ewigen Pfahl um- her, und vergiften die ſovſt reinſte Luft. Wie ſehr könnte dieſer Pfuhl benüßt-- die Gräſer umher no<h üppiger machen: aber ſo bleibt alles verngebläßigt!! Sieh meine ſtatiſtiſ<en Aufſchläſe über Baiern. Nürnberg 1801. B-- 4. Doh giebt es bei Yipen, wie 4: Dörfern, auch gaſerdings Ausnahmen,

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