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Über den Dünger, zugleich aber auch über das Unwesen dabey in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und ganz Baiern ... / von Hazzi. Vorgetr. i. d. öff. Vers. d. landwirthsch. Vereins in München. M. e. Beil. über die Hornviehstallungen d. kgl. würt. Versuchs-Lehranst. zu Hohenheim ... von ... Schwerz
Entstehung
Seite
17-18
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der Klaſſe ihren beſtimmten Zweig übernimmt, Dieß alles oeſhieht ohne Jemandens Zuthun, und mit ſol: <er Ordnung, als ob es von der beßten Polizei or- ganiſirt wäre« Während in Städten anderer Länder die Regierung jährlide beträchtliche Summen auf die Straßenreinigung zu verwenden hat, darf ſie es bier nicht einmal wagen, auf irgend eine Weiſe in dieſe Angelegenheiten ſih zu miſchen, ohne Tauſende von Menſchen, die vom Mijte leben, zur Emporung zu reien. In den größten und ſchönſten Straßen der Städte wird alles, was man im Hauſe nicht haben will, ſey es ſo eFelhaſt und häßlich) wie immer, ſchlecht- hin in die Mitte der Straßen geworfen, in der feſten Ueberzeugung, daß es. vor Ublauf einer Viertelſtunde ſhon von einem Liebhaber geholt ſeyn werde, Wie 3, B. die Cavallerie auf dem Paradeplaße exercirt, ſo drängt ſich eine Menge von den Düngerſammlern zwi- ſchen die Reihen hinein, um ihrem Handwerke nach- zugehen.» Jedem Pferde, Ochſen oder Kuh laufen ſtets die Jungen nach, um den Boden unter ihnen zu Gun- ſten ihres Tragkorbes zu reinigen. Wird ein Haus oder ſonſtiges Gebäude abgebrochen, wie ſirömt da alles hinan, um. den Bauſchutt zu erhalten. Der Eigenthümer kann ihn mit vielem Gewinn verſteigern, ind in einer Schnelligkeit ijt er vom Plaße weg, Ueberall findet man nac< Hunderten ſolc<e Dünger- Sammler(Rommasseurs de fumier), und ſv zeigt ſich natürlich überall auch eine Reinlichkeit ohne Gleichen,

Uls ich das erſtemal in Uloſt ankam, ſchreibt S Hwerz, wunderte ich mich, die Straßeu ſo rein zu ſehen, gleich dem ſchönſten Zimmer*). IH machte darüber dem Maire der Stadt ein Kompliment. Sie irren, ſagte er, das iſt eine Sache, woran die Polizei Feinen Untheil hat. Man iſt hier ſo begierig nach Koth, daß man ihn oſt mit ſammt den Steinen her- ausfraßt. Die Urmen haben in Uloſt ein ausſchließ- li<es Privilegium, die Straßen am Tage unentgeld- Iich fegen zu dürfen, Sobald aber die Nacht eintritt, wird es allgemein, oder juris Communis, und dann machen fiH die Handwerkspurſche daran, und beſchäf- tigen ſim mit Zuſgwmenbringen bes Gaſſenkoths, bis der Tag anbricht, oder ſo lange, als ſie no< was

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*) In gleihe Verwunderung bra< ich au< öfters aus SEE SIIUGN Reiſen und Aufenthalt in den%ieder2 en,

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finoen, Dieſer Koth wird außerhalb der Stadt in Hau- fen geſest, und ſogleich verkauft. GStrünke und andere Ueberbleibjel von Begetabilien, die zu holzig find, als daß ſie auf die gewöhnliche Weiſe unter dem Miſte verrotten könnten, werden auf die gepflaſterte Heer- Straßen geſchüttet, damit ſie von Pferden und Karren zermalmt, und ſo zum Miſte tauglicher werden. Und ſo geht es in den Niederlanden mit dem Düngerſams- meln überall. Noc< wichtiger ſind die ausgemauerten Behälter oder Ciſternen, die man beſonders im"Lande von Waes antrift. Es iſt nicht die Rede von denen, die der Landwirth bei ſeinen Wirthſchaftsgebäuden an- legt, ſondern von den Koth- und Düngermagazinen, welche der Kaufmann auf Spekulation herrichtet, und die aus Gent, Untwerpen und den holländiſchen Städten mit einer Waare verſehen werden, die ſicher nicht fär den Geſchma> eines Käufers auf der Leipziger Meiſe ſeyn dürfte. Solc<;e Waarenlager giebt es 10== 20 neben einander, und es ijt zu bezweifeln, ob in dem Weinkeller irgend einer ehemaligen Abtei die Sor- ten jo genau und richtig nach Gegend, Ulter und Güte Elaſſifizirt waren, als es dieſe gewürzhaften Maſſen find. Der Käufer kömmt mit einem Sto>e, viſirt nach allen Seiten, und beurtheilt beim Herausziehen deöſelben nimt ailein die Quantität, ſondern auch die Qualität der Waare, wonach dann der Handel ge- ſchloſſen roird. Daraus dringt ſi< wohl die Ueber- zeugung auf, daß da jeder Landwirth vom Dünger, Kraft und ſeinem Werthe vollkommen unter- richtet iſt. Dieſes bemerkt man auc< beim erſten Un- blick jelbjt am Fleinſten UFergute. Wie reinlich iſt da alles zuſammengepußt! Der Hof, die Gaſſe, die Ställe gleichen ſHönen Gemächern, wo man ſich ſogleich zum Speiſen niederſehen könnte, ohne vom Schmutz oder üblen Geruche beläſtigt zu ſeyn*), Die Düngerbaufen machen die Zierde des Hofes, Ueberalf gewahrt inau auch eine eigene Unrichtung für den flüſſigen Dünger, ſage für den flüſſigen Dünger; denn er iſt es, den die Japaneſer und Chineſen in höchſten Ehren haltern, der im Canton Zürich den Ertrag der Felder und Wieſen verzwanzigfachet hat, and der in Beigien und

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*) Erſt in Nordholland== da kann man wohl ſagen, daß die höchſte Retfnlichkeit herrſä&t, man gleichſam die Schuhe ausziehen muß, um in die Stube, odex in den Sigh) zu treten,

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