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Dieſe 5te Auflage erhielt noch: ſehr wichtige Zuſäßet 1) eine nähere Entwicklung des Gährungsprozeſſes bei dem Dünger, 2) über Knochenmehl und Knochenmühlen. Dieſer Artikel bedurfte um ſo mehr einer nähern Erläuterung, als die Knochenmühlen und Kno- <henmehl- Düngung in Deutſchland erfunden, und den größten Iußen bietend, doch da-- noch zu wenig in Anwendung find; 3) über-die Salzdüngung mit Pfannenſtein und derlei Abfällen bei den Salinen, die, obſchon auch die größten Vortheile bringend, doch beinahe ganz unbeachtet bleiben. 4) Ueber die Gülle- Benüßung. Hier mußte ei- nem Bedürfniſſe abgeholfen, nämlich eine vähere Bezeichnung des beßten Güllenkarrens gegeben werden, weil aus der bloßen Beſchreibung die Landwirthe, wie mehrere äußer- ten, ihn nicht herſtellen laſſen konnten; endlich 5) die volle Anſchaulichkeit zur allſeitigen Errichtung der beweglichen, geruchloſen Abtritte, als den größten Vortheil der Land- wirthſchaſt und die größte Wohlthat der Menſchheit gewährend. Es wird damit das wichtigſte Problem in der bürgerlichen Baukunſt gelöſet, jo wie das größte Ungemach von allen Wohnungen weggenommen, und das beßte ja reichſte Dünger- Materiale der Landwirthſchaft erworben. Es iſt hier zugleich überzeugend dargethan, daß jeder große und kleine HauSseigenthümer mit ganz unbedeutenden Koſten ſich dieſe wohlthätige Vorkehrung
auf der Stelle, und zwar für immer, verſchaffen kann, ohne die größte Quantität dieſer
Düngermaſſe unter Luft-Verpeſtung zu verſchleudern*), dem Staate einen großen Koſtenbeitrag zu verurſachen, und dann erſt noch für immer einer großen Unternehmungs- und Fabriks- Geſellſchaft wie in Paris, Wien, Berlin, Petersburg darüber zinsbar zu werden*).
Es liegt ferner am Tage, daß auch hier nur die Polizeiſtellen ihre gewöhnlichen Pflichten zu erfülleu brauchen, um nämlich darauf zu halten, daß alles das-- in Straßen, Gaſſen und offenen Räumen den Anſtand Beleidigende, die Geſundheit in den Wohnun- gen Gefährdende, die Reinheit der Flüſſe, Bäche, Kanäle und Brunnen Störende-- ent- fernt werde; bald ſind dann in allen Wohnungen dieſe beweglichen, geruchloſen Abtritte in Anwendung, womit ein neues, großes Glück der Menſchheit ſich für immer gründet.
*) Deßwegen ſagt auch; v. Schwerz in ſeiner Anleitung zum praktiſchen AFerbau B, 1, Stuttgart in der Cotta'ſ<hen Buchhandlung 1823, Seite 129.„, Zur Verwandlnng einer ſo köſtlichen Subſtanz in Poudrettes oder Urates= nac< Art der Franzoſen, wird ſic) nicht leiht ein deutſcher Landwirth verſtehen. Einen Karren voll Ercremente in eine Tabaksdoſe zu verſchließen, iſ« wohl ein allzu winziger Erſaß für'die verlorne Quantität, und höc<bſtens nur zu billigen, wo man, wie in übergroßen Städten, uicht weiß, den Vorrath beſſer anzubringeag, Yuderswo muß man mit Recht eine ſol<e Verwendung als das non plus ultra yon Vergeudung anſehen.“
*x) In Münden begehrte 1320 Meville et Comp. von der Regierung 4) Vorſchuß an Geld, 2) unentgeidliche Ein- räumung eines großen Terrains zur Anlage der Fabtike, 3) ausſchließliches Privilegium auf 20 Jahre, die beweglichen geruchloſen Abtritte(Fosses inodores) in der Monarchie allein einführen zu dürfen, 4) die Zuſi- <herung, dieſe neuen Abtritte in allen Staatsgebäuden ſogleich anbringen zu därfen. Verſteht ſich, daß die wet- tern Contracte mit den Privat- Haugeigenthämern exſt no< vorbehalten waren, und dadurch alles Obige erwieſen iſt.
Münden, den 309. Oftober 1823.
Der Verfaſſer.


