Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
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ZECHRDESSESHEIDEIPSE INGE 320084 8 BERGEN PIERO

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wurms in ſeinem erſten Alter völlig ange

meſſen.

Die Anlage der Hecken geſchiehet alſo: Man ziehet einen Graben 3 F. breit und 3 F- tief, Einen Fuß füllet man wieder mit der ausgeworfenen Raſenerde, und ver» fährt übrigens wie bey der Baumſchule, Es gehöret gutes Land dazu, und zweyjäh- rige Pflanzen aus dem Saamenbeete ſind

am beſten zu gebrauchen. Es haben aber

die Hecken den Nußen, daß man ſie zu der Zeit, da man die Blätter braucht, auf ein Paar Augen des vorjährigen Wuchſes be- ſchneidet und gar nicht pflücker 3 und ſo be fömmt man mit wenigen Koſten die mei- ſten Blätter herunter, indem eine Perſon mit dem Meſſer-mehr Blätter ſchafft, als 4 Perſonen mit Pflücken 3 durch jenes wird die Hecke nicht ſo geſchwächt, als durch dieſes, indem ſie ſogleich die Aeſte, die ſie behalten hat, forttreibt; ſie bleibe grün, und dient zur Zierde des Gartens. Sind aber die Hecken auf. ſolche Weiſe einige Jahre hindurch genußt worden; dann iſt es am beſten, die Hauptſtämme durch das Abſchneiden einiger untern Zweige, wel- hes alle Jahre um die Zeit geſchehen kann, da man die Blätter für die Würmer braucht, zu Zwergbäumen zu machen, and je nachdem ſie ſich ſtärken und ausbrei- .ken; die zu dichte ſtehenden anders wohin .zu verpflanzen, die ſtärkſten aber auf 6, 9

is 32 F. aus einander auf ihrem Stand- plaße ſtehen zu laſſen; dann werden ſie ſich, Weil ſie Luft bekommen, ſchnell ausbreiten, .die gemachten Lücken ausfüllen, und un- gleich mehrere und beſſere Blätter, als die Hecke vorhin hatte, geben, Dieſe ſo ge- nannten Stammbecken ſind daher nüßli- her für den Seidenbau, als die Garten- hecten, weil ſie mehr Luft haben, und wenn fie zu dicht wachſen, man die Stämme,

Maulveerp

einen um den andern, heraus nehmen kann; ihre Blätter ſind daher geſun- der als das Laub von den dichten Garten- heden. Noch muß man bemerken, daß man nicht zu lange den Wurm mit Hecken« blättern ernähren, und das Baumblatt nur ganz zulekt zu Hülfe nehmen müſſe; die Bäume würden ſehr darunter leiden, und im nächſtfolgenden Jahre nur hälb ſo viel Blätter geben, weil ſie feine neue Triebe, nach erhaltenem zweyten Sommerſaft, wür- "den machen fönnen. Man entlaube alſo die Hecken nur ſo lange, bis der Baum uns ſeine Blätter darbietet.

Der weiße Maulbeerbaum nimmt übri- gens alle Geſtalten an, die ihm ein ge- ſchickter Gärtner geben kann und will, und läßt ſich zu Bogengängen, Boscagen, hoe den und Bruſthecken, u, ſw. ziehen. Im Grühlinge dient das erſte Blatt zur Nahe rung des Seivenwurme, bald aber beflei- der ſich das Holz wieder mir vem zweyten Blatte, ſo daß dieſe Zierde der Gärten nur auf eine kurze Zeit ihres Grüns bes raubt iſt, Um dergleichen Luſthecken be- dient man ſich der jungen Bäumchen, ſo wie ſie aus dem Saamenbeete kommen, und pflanzt ſie auf die gewöhnliche Weiſe, Man zieht die Triebe und Zweige von jedem Jahre, vermittelſt der Queerſtäbe und Pfäh»- le, im Spalier, wie ſolches bey der gewöhn- lichen Charmille geſchieht.

Noch kann man die Maulbeerbaumplan- fagen aus Swergmaulbeerbäumen bes ſtehen laſſen, wozu aber eingefriedete Pläße, oder ſolche gehören, zu welchen fein Vieh kommen kann, Auch müßte man dabey auf die Eigenſchaft und 2age des Plaßes ſehen. Wäre der Grund ele was tief, und das Erdreich fect und lehe micht: ſo würden die Bäume zwar gut ge deihen, die Blätter aber dem Seidenwur-

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