Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
Entstehung
Seite
548
Einzelbild herunterladen

M 1, vw |

N- 4%>«5 ux uu eng gamen nern 20m url u anm<= AS==

|

548 Maulbeerp.

gänzlich damit verſchonen, Dieſem nach wird nun. das Beſchneiden alle 3 Jahr vor- genommen, und man befreyet hiedurch den Baum von allenqueer ſtehenden und in- wärts hinein gehenden Reiſern und Zwei- gen, welche ihu verunſtalten. Das dürre Holz wird.gänzlich hinweg genommen. Alle Übrigen Reiter.und Zweige, welche beybe- balten werden, verfürzt man dergeſtalt, daß nur 4== 6 Augen über dem nächſt vorher verrichteten Schnitte ſtehen bleiben. Die Zeit dieſer Beſchneidung iſt.am fFüg- lichſten während des-Seidenbaues, wenn man das Laub davon für die Würmer g2- brauchen kann. In. den folgenden 2 Zwi- ſchenjahren aber belaubt man die Bäume, ohne ſie zu beſchneiden.

* Uebrigens hat man bey der Dritten und bey jeder Folgenden Beſchneidung, welche von 3zu 3 Jahren, oder, wenn die Bäu- me feinen-ſtarfen Trieb zeigen, von 4 zu 4 Jahren vorgenommen werden kann, beſone- Ders darauf zu merken, daß. man die nun Immer häufigern Zweige, welc<e aus den Gey jedem Schnitte gebliebenen Augen qus- getrieben-ſind, ſo verſchneide, wie es der Schönheit, Dauer und Nybbarkeit der Bäume am meiſtenangemeſſen ſeyn kann, Hierzu dient vornehmlich der ſo genannte Gabelſchnitt, oder der-Kunſtgriff, alle über dem leßten Schritte hervor getriebe- nen Reiſer.um 4-5 Augen höher auf die Act zu verſchneiden, daß fie insgeſammt wie Gabeln über.dem ältern Schnitte ſte- hen, und der ganze Baum eine xunde, oben aber platte, mehr in die Breite, als in die Höhe ausgedehnte Figur bekomme. Woll- te man.-ſich dieſen Kunſtgriff recht geläufig machen, und ihn unausgeſeßt bey dem Be- ſchneiden anwenden: ſo.würden daraus vie- ke Vorcheile erwachſen: der:Baum würde ſeine Wurzeln mehr ausbreiten und derge»

Maulbeerv

ſtalt verſtärfen, daß er ein viel höheres unb geſünderes Alter, als andere anders be- handelte Bäume, erreichen könnte; ſein Stamm würde kräftiger. werden den Pflü- >ern würde das Ablauben ſehr erleichtert; ſie bedürften Feiner langen Leitern 3 dürften nicht Leitern, die leicht die Aeſte beſchädigen, an die Krone anlegen; wären weniger in Gefahr, herunter zu fallen; könnten mit eis ner 3 F. langen Baumleiter überall um und auf dem Baume umher langen, und von ſo wohlgeſtalteten Bäumen vortreffliches aub einſammeln,

Unter den jungen-Bäumen finde? man zuweilen einige, die fleine jchmale, tief ein- geſchnittene Blätter haben, welche den Seidenwürmern, beſonders nach der drit» ken und vierten Häutung, ſchädlich ſind. Auf dieſe fann man Zweige oder Augen von einem Baume, der gute, breite, rune de Blätter hat,:oculiren. Die Methode mit der Pfeife zu impfen, wird für die ſchicklichſte gehalten. Man nimmt von dem Baume, deſſen Art man einſeßen will, einen Zweig in der Dicke eines Schwanen- fiels, ſchneidet ihn apf beyden Seiten ſo weit ab, daß er 2--3 Augen behält. Von dieſem Zweige wird die Rinde durch gelin- des Hin- und Herbewegen,-in Form eines

Pfeifchens abgelöſet 3 den Stamm, den-

man impfen will, ſchneidet may ſo weit ab, daß dieſes Pfeiſchen auf die Zi ws man vorher die Rinde abgelöſer hat, ſo.ge- nau paſſe, daß es darauf gewachſen zu ſeyt ſcheint; alsdann wird es mit Baſt ein we- nig gebunden, damit es genau an den Stamm anſchließe, und deſſen Saft in ſich ziehe.; Nach einigen Wochen muß der Baſt wieder ein wenig gelöſet werden, ſonſt ſchneidet er ein, und verhindert das Wachs- thum. Will man aber oculiren: ſo ge- ſchiehet ſolches nach der, bey den Obſtbäu-

men