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höhen. Wenn innerhalb der Bohlen Lehm oder andere gute Erde, etwa 1 Fuß breit, nach und nach, wie der Miſt immer höher kömmt, gelegt wird: ſo wird die Kroſt des Düngers deſto beſſer zuſammen gehalten, und zugleich dieß bewirket, daß er deſto eher faulen muß, Jm Sommer kann auch ein ſo eingefriedeter, oberwärts offener Miſthaufen von oben mit Erde belegt, hin und wieder aber Ninnen gelegt werden, um, wenn es Noch<ur, Miſtwaſſer dar- auf zu gießen oder zu leiten, daß ſich ſol- Hes hierdurch in den Miſt hinein ziehe, welches um ſo. nöthiger iſt, wenn es Pfer- demiſt, oder anderer Miſt, der mit Pfer- demiſt ſchichtweiſe vermengt worden, iſt,
Man unterſcheidet in der Landwirthſchaft Hofduntger von dem Stalldünter, Je- ner iſt ein ſolcher, welcher niemals im Stalle geweſen, ſondern aus dem auf dem Viehhofe umher zerſtreuten Stroh entſtan- den, von dem umher gehenden Viehe zer- treten und zum Theil bemiſtet worden, Auf großen Gütern bleibt er vom Herbſte bis gegen oder in den zukünftigen1 Sommer liegen, da er denn zuſammen gebracht, und auf den Acker gefahren wird, Dieſer Hof- miſt iſt der allerſchlechteſte- Er ſollte zu Anfange des Frühlings, wenn er nach ei- nem Regen zuſammen gebracht, und ent- weder vor ſich allein, oder mit anderm Mi- ſte vermiſcht, ſo in Haufen aufgelegt wer- den, als furz zuvor für den geringen Land- mann angerathen worden, damit der Acker nicht mit einem zu magern Dünger betra- gen werden dürfte,
Miſtel, eine Schmaroßerpflanze, und weil ſelbige häufig auf den Eichbäumen wächſt, die Kichenmiſtel, fonſt auch heiliges Rrenzholz, Zeil aller Schg«
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Miſtel
den, Votgelleim, Ginſter, Rinfter, Kenſter, Affolte, Marentocken ge- nannt, Viſcus quernus offic. Viſcum album L. Dieſes überall befannte Ge- wächſe findet ſich auf allerley Bäumen, am häufigſten aber auf den Eichen. Die Fort- pflanzung geſchiehet vornehmlich durch die Bögel, welche die, an ihren Federn und an dem Schnabel anklebenden, Beeren an Ort und Stelle bringen, oder auch durch die Winde im Spätherbſte. Die Beete oder der Saamen klebt, wegen des dabey befindlichen leimichten Weſens, leicht an. den Aeſten“der Bäume, Man hat von je her die auf Eichen wachſenden Miſteln beſonders als Arzney, und eigentlich als ein Mittel wider die fallende Sucht empfohlen z es ſtimmen aber nicht alle Aerzte darinn überein. Daß aber einiger Unterſchied in Anſehung der Kräfte der Miſtet Statt fino de, nachdem ſelbige auf verſchiedenen Bäu- men wächſt, kann uns deshalb wahrſchein» lich ſeyn, da andere Schmarokßerpflanzen, wie ſonderlich von der Flachsſeive bekannt iſt, von der Pflanze, worauf ſie wachſen, Geruch) und Geſchmack annehmen. Die Beeren ſind ſcharf und bitter, und may will ſie für giftig halten; ſie purgiren hef- tig; doch ſollen die Ziegen die ſriſchen Bees ren gern freſſen, und der Miſtler, Turdus viſcivorus, hat von dem Genuſſe derſelben ſeinen Namen erhalten. Man gebraucht dieſe Beeren zu dem Vogelleim, indem man ſie ſo lange mit Waſſer kocht, bis ſie auſſpringen. Hernach zerſtößt man ſie in einem Mörſel, und wäſcht ſie mit Weſſer wieder ſo lange, bis alles Leimichte von dem häutigen Weſen ſich abgeſondert, und im Waſſer aufgelöſet hat; hierauf wird dieſes Waſſer wieder ſo weit eingekocht, bis des eim ſeine gehörige Die erhalten
hat,


