Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
Entstehung
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549 Miſtß

Wagenbret, ſondern nur dicke Stangen oder Bäume die Gefäße tragen. Wäre es ein ſehr langer Wagen, daß mehr als 2 Tonnen oder Gefäße darauf Plaß hätten: ſv wird in der angefangenen Ordnung fork- gefahren,) Kömmt man an dieſen Fle: ſo wird das Zugvieh ſachte angetrieben, und der Hahn zugleich eröffnet, da dann das Land, wie mit der Gießkanne des Gärt- ners, begoſſen wird. Auf dem gefrornen Acker, oder einer eben nicht ſumpfichten Wieſe zieht ein mittelmäßiges Pferd oder ein Ochſe einen ſolchen beladenen Karren ohne Mühe.

Miſiſtäte auf dem Hofe. Die Ställe werden nach Beſchaffenheit der Fütterungsar und der Anhäufung des Düngers, in fürzern oder längern Friſten, ausgemiſtiet, Bey den Pferden geſchiehet es tägli) 3; bey den. andern Vieharten nicht, außer was in eigentlich ſogenannten Hol- Ländereyen in den Kühſtällen, oder bey ſol- <en Kühen und Ochſen zu geſchehen pAlegt, welche vom Branntweinstranfe oder ge- brüherem Futter viel uriniren. Wo man den Kühen oder Ochſen nur troc>nes Futter giebt, oder wo das Vieh auf die Weide geht, und nur zur Nachtzeit eingeſtallet wird, da darf der Miſt nur wöchentlich, oder gar vur monatlid), einmal ausgetragen wer- den, und es iſt ſchon oben geſagt worden, daß der Urin ſich in dem; Streuſtrohe einziehen müſſe. Nur muß hiebey mit dem täglichen Einſtreuen ein Unterſchied nach dem Geſchlecht der Thiere gemacht werden. Den Thieren weiblichen Geſchlechts wird höher hinterwärts, denen die männlichen Geſchlechts ſind unfer dem Bauche höher geſtreuet, weil dieſen der Urin hieſelbſt, und recht auf die Streu gehe. Es ſind Fandwirthe, die ihre Rindviehſtälle ſo einge«

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richtet haben, daß die Krippen an beyden Enden in Stielen eingefalzer ſind, und mittelſt eingebohrter Löcher in dieſen, wo- durch ſtarke Pflöcke geſte>t werden, wie man etwa dergleichen an den ſogenannten Holzwuchten, womit das Bauholz auf- und abgeladen wird, hat, nach Bedürfniß er- höhet und erniedriget werden, um den Miſt möglichſt lange liegen zu laſſen. Die Raue fen ſind ebenfalis von der Einrichtung, taß ſie höher und niedriger geſtellet werden» nen. Wird der Stall ganz ausgemiſiet; ſo hat die Krippe nebſt der Raufc den nie- drigſten Stand 3 je mehr aber der Biiſt an- wächſet, je mehr werden beyde von Zeit zu Zeit erhöhet. Dieſe Einrichtung hat ihre Vortheile vor der gemeinen Weiſe, da der ausgekragene Miſt auf den Hof hingetra« gen und ſo gelegt wird, daß Luftf, Sonne und von den Dächern abſchießendes Regen- waſſer die beſten Kräfte fort führen und ihn auslaugen muß, Hierzu kommt noch, daß, wenn dergleichen Ställe; Thorwege, an Statt der Thüren, haben, und der Miſt mit Wagen auf der Stelle geladen und ab- geſahren wird, Zeit und Menſen geſpa- ret werden, Wollte man hierbey ſagen, daß die Anhäufung des Miſtes im Stalle dur& VWermehrung Übler Gerüche dem Viehe undienlich ſeynmüſſe: ſo iſt ſolches aller Erfahrung zuwider. Ein tägliches Ausmiſten erreger weit mehr Geſtank, in- dem der an- und aufgerührte Miſt übler, als der ſtill liegende, richt, und hiermit täglich oder öfters die Luft verunreiniget wird. Tägliches und genugſames Cin- ſireuen, da Morgens und Abends Koth und Urin verdeckt werden, laſſen den ver- deckten Miſt, der immer fefier wird, je länger er liegt, wenig oder gar nicht ſtin- fen. Zudem muß der Stall täglich, wenn es nicht frieret, geöFnet, uud ein Luft-

wechſel