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welches keßtere mit geringerer Mühe und mit wenigerem Zeitverluſte geſchiehet, in- dem man mit der Miſtgabel geſchwindey aufladen kann, als mit Schaufeln oder Schüppen, welche nothwendig ſind, wenn der Miſt zu furz iſt, und kein Stroh ent- hält. Die Queckenwurzeln, Päthen, welche an manchen Oertern von einzelnen Bauern gar oft fuderweiſe. in trockenen Jahren aus den Aeckern heraus gebracht werden, müſſen an vielen Orten auch, nach- dem ſie getrocknet worden, ein Streuma- terial abgeben. Wenn ſie nicht auf dem Felde ſcharf getrocknet, und zu dem Ende dunne aus einander geworfen, auch einige- mal gewendet werden, ſchlagen ſie gern wieder aus, ſobald ſie beym CEinſtreuen Feuchtigkeit gewinnen 3 ſicherer ſind ſie in den Schaafſtällen zu gebrauchen, worin ſie von der Hiße des Schaafmiſtes bald ge- tödtet werden. Man könnte ſie aber doch weit nüßlicher gebrauchen. Nicht zu ge- denken, daß man Sandpläße damit begat- ten und in Wieſen verwandeln fannz ſo Hat man daran das Fräftigſte Viehfutter, welches, nachdem ſie wohl getro>net, in der Scheune abgedroſchen, ausgeſchüttelt, und damit von der anhängenden Erde be- freyet worden, entweder als Häckerling auf der Häckſellade furz geſchnitten, und mit Strohhäckſel vermenget oder gebrühet den Kühen gegeben werden, daß ſie den Trank davon ſaufen, und die Wurzeln hernach allein, oder mit Häckſel, freſſen mögen. Sie übertreffen ſogar den Klee zur Ver- mehrung der Mil<O. Hauptſächlichbe- finven ſich die Abſetefälber ſehr wohl bey dem Tranke von Quecken, wenn ſie die Miich damit verwechſeln, indem er eben ſo ſüß ſchmeckend als nährend iſt.-Farn- Eraut, Filix, wächſet bey uns überall und Häufig in den Waldungen, und kann ſo-
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wohl friſch, als getrocknet dem Viehe un tergeſtreuet werden, Schon in grünem Zuſtande, Statt des Miſtes auf den Aer geſahren, hut es ſehr gute Dienſte, und ich; weiß uicht, woher es fömmt, daß in manchen armen Sandgegenden, wo Stroh und Dünger ſehr fnapy ſind, dieſes in ih- xen Waldungen ſo häufige Unfraut, wovon ein einziger Menſch, binnen weniger Zeit als eine Viertelſtunde, ein großes Fudex- abmähen nnd zuſammen bringen kann, ſo ſehr verkannt wird. Da dieſes Kraut auf dem dürreſten Sande wächſt: ſo könnte es auf dem Flugſande zu deſſen Befeſtigung auch geſaet werden, und in der Folge zu einem Streumaterial, ja in Mißwachsjah- ren wohl gar dem geringern Landmanne zur Fütterung des Viehes, dienen. Dent der Biſchof Gunner meldet, daß die Bauern izn Norwegen und Finnland von verſchiede- nen Farnkräutern, ſonderlich auch von dem ſo genannten Männlein, zur Herbſtzeit die Wurzeln, welche einige Fuß tief gehen, einſammeln, und mit ſolchen, zumal wenn das Heu mangelt, Kühe, Schaafe und
Ziegen füttern, auch der getrockneten Blät-
ter, Statt des Heues, ſich bedienen. Daß aber das Farnkraut eines der beſten Duün- gZungsmittel ſey, fann man ſchon daraus ſchließen, daß es, wenn es verbrannt wird, doppelt jo viel Salz, als viele andere Kräu-
fer, giebt, und daher vorzüglich zum Glas-
machen geſucht wird. Wo es daher zu fin- Den iſt, da ſollte es entweder unter den Kühen zur Verbeſſerung und Vermehrung
des Dängers geſtreuet, oder einen großen
Theil der Materialion eines Düngermaga- zins ausmachen, Heide, Heidekraut, Erica vulgaris L,, welches auf magern Flu- ren ſehr häufig gefunden wird, fann gleich, nachdem es abgehauen worden, eingeſtreuet werden. Jſt es aber ſehr lang; fo muß jp
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