Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
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würde machen, daß ſolche Gährung zu ſpät oder zu ſchwach erfolgen würde, Eine Ausnahme machen die Schaafe, welchen man reichlicher, als den übrigen Thieren, einzuſtreuen»fleget- Da ſie im Stalle nicht angebunden ſind, u, frey umher laufen, gu) gemeiniglich in den Ställen dicht bey» Fammen ſind: ſo treten ſie mit ihren ſpißi- gen Füſſen das Stroh und ihre Auswürfe feſt zuſammen, daß das Stroh in Vermi- ſchung mit denſelben geſchwinder in Gah- rung kommen fann. Wo große Schäfe- reyen ſind, und die Hämmel in beſondern Ställen ohne die Schaafe akzein gehalten werden, da wirft man ihnen, weil ſie gu- te Zähne haben, und nicht ſo gut als tra- gende oder ſäugende Sdaafe gefüttert wer- den dürfen, Roggenſtroh reichlich in die Raufen, damit ſie das Beſte fich heraus ſuchen, beſonders aber die Aehren abbei- ßen mögen. Was ſie übrig laſſen, wird von dem Schäfer im Stalle täglich umher geſtreuet. Wenn die Schaafe des Som- mers geweidet, oder mit Fukterfräutern zu Hauſe gefüttert werden; ſo macht das grü- ne Fukter, daß ſie theils mehr Urin laſſen, theils ihr Auswurf dünner iſt, Dieſerhalb muß ihnen in ſolcher Jahreszeit mehr Stroh untergeſtreuet werden, als wovon man auch mehrern und beſſern Miſt, als im Winter, erlanget. Da der Schaaf- miſt gemeiniglich für den beſten gehalten wird: ſo ſind viele ODekonomen auf deſſen Vermehrung auf alle Weiſe bedacht. Wenn es ihnen dahero am Streuſtrohe nicht man- gelt: ſo laſſen ſie, wo nicht täglich, doch um den andern Tag, Miſtgauche über allen Miſt des Schaafſtalles ausſprengen, wor- euf ſofort trocknes Stroh ziemlich dicke um- Her geſtreuet wird. Ein ſehr gutes Mittel, den Dünger zu vermehren! Es werden hölzerne kleine Tröge, oder Rinnen, der»

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gleichen bey Brauhäuſern üblich ſind, um von außenher das Waſſer hinein zu leiten, von der Miſtpfüße an bis in den Stall, gelegt, am Ende deſſelben aber ein großer Trog von Stein oder Holz geſtellt, aus welchem das einfließende Miſtwaſſer geſchö- pfet und im Stalle ausgegoſſen wird; als welches das ganze Geſchäfte ſo erleichtert, daß allenfalls nur eine einzige Perſon zur Vollendung derſelben erfordert wird. Von ſolcher Anlage der Viehſtälle, daß der Urin in der Mitte derſelben zuſammen flie- ßen, und ſich zum beſondern fernern Ge- brauch jammeln muß, dergleichen beſonders von den Schweizern geſchieht, will ich nichts gevenkenn. Ich glaube, wir errei« hen eben ſo gut die Abſicht, die Auswuürfe der Thiere zum Düngen zu nußen, als je- ne, wenn wir das Flüßige derſelben durch ordentliches Einſtreuen dem Strohe ein- verleiben, und auf ſolche Weiſe nichts da- von verloren gehen laſſen. Nur darinn ſind wir größtentheils in hieſigen Ländern :no< ſehr zurück, daß wir den aus den Ställen ausgetragenen Miſt auf dem Hofe ſeinem Schickſale, der zuſt, Sonne und dem Regen zu ſeiner offenbaren Entfröftung überlaſſen,-

Da in geringen, auch wohl großen kandwirthſchaften ein Mangel an hinreis <endem Stcreuſtroh ſeyn kann: ſv hat man ſubſidiariſche Materialien zum Einſtreuen und VWüiſtmachen aufzufinden geſucht, wo- von die gewöhnlichſten hier angeführt wer« den, Schiif und Riedgras. Man findet beydes in ſumpfichten Oertern oder ſiillſtiehenden Wäſſern, und trocknet es auf zum Linſireuen in den Viehſtällen. Das Riedgras iſt hart, und daher eben ſo dauer- haft zum Miſte, als das Roggenſtroh, Die größte Art des Riedgraſes wird in ei» nigen niederſächſiſchen Gegenden Lüſch ge-

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