Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
Entstehung
Seite
534
Einzelbild herunterladen

534 Milch Milch, ein weißer, ölichter, mehr

oder weniger dicker oder dünner und flüßi- ger Körper in den Brüſten der Menſchen und Cutern der Thiere, Sie beſteht aus drey verſchiedenen Grundſtoffen, nämlich) aus dem oben aufſchwimmenden Raam, Diilchraum oder Sahne, Cremor, ferner aus den U7olfen, Schotten, oder Wadeke, Serum, und endlich aus dem gröbſten Theile, oder dem Räſe, Ca-

feus. Jn der Haushaltung ſiehet die Kuh-

milch bey uns im erſten Range, indem wir unſre Butter und Käſe daraus verfer- tigenz ſodann folgt die Schafmilch, und endlich die Ziegenmilch, welche teßtere aber mehr zum Käſemachen, als zur Butter, angewendet wird» Wie aber Milch, Butter und Käſe als Hauptproducte der Viehzucht zu behandeln ſind, davon iſt alles Wiſſenswerthe in der H. M, B.1V, zu finden.

Miſvelbaum, Melſpilus, ein Frucht- "baum, der unter einer jeden Sammlung von Fruchtbäumen ſeine Stelle verdienet; er wird gemeiniglich voll= oder hochſtäm- mig, ſeltner ſpalierförmig gezogen. Wenn der Baum aus ſeinen Kernen erzogen wer- den ſoll: ſo bringt man leßtere im ſpäten Herbſte 1 Z. tief in die Erde, da ſie denn meiſtens im folgenden Frühjahre aufgehen, Man pfropft oder oculirt aber auch bekann» te gute Sorten auf Birn-, Quitten- oder auch auf Weißdornſtämme, wobey nicht nur jede Sorte in ihrer ächten Art verblei- bet, ſondern auch eher Früchte erhalten werden. Es vollenden aber die Miſpeln ihr Wachsthum am Ende des Octobers, oder im Anfange des Nov. Damit ſie eßbar werden, legt man ſie zum Theil in feuchte Kleye, zum Theil in trocknes Stroh pder in Betten, zum Theil abes auf das

Miſt

gewöhnliche Obſtlager. Die in Kleye ge- legten pflegen dann ſchon in 32-- 3 Wo-

<en, die übrigen aber nächher naM und

nach moll und eßbar zu werden.; Zu-dem Geſchlechte dieſer Bäume gehö- ret noch 1) der immergrünende ſtach-

lichte Miſpelbaum, welcher unter dem

Namen: Mehlfäßleinbaum, angeführet worden iſt. 2) Virginiſcher Uiipel- baum mit'Erdbeerblättern, M. arbu- tifolia L., hat eine kleine, anfänglich rothe und zuleßt mehr braunrothe Frucht. 3) Canadiſcher Miſpelbaum mit ver- kehrt eyfSrmigen Blätrern. M. Ca- nadenfisL. 4) 3wergmitlpel mit vol- lig ganzen Blättern, wilde Quitte, Bergquitte, M. Cotoneaſter L. Die im Aug, reifen Beeren ſind unſchmackhaft, roth, einer Erbſe groß. 5) Zwergmi- ſpelbaum mit eingekerbren Blättern, heißt auch bey einigen wilde Rurten, Chamae-meſpilus L. Die Frucht iſt ſchwarz,;aber durchaus mit weißlichen Haaren beſekßt, und ſoll zum Eſſen tau- gen.

Mißpickel, weißer Kies, arſe- nifalſcher Kies, ein arſenikfaliſches Erz, ſo aus Arſenik, Eiſen und einer un- metalliſchen Erde beſteht, Es fällt daſ- ſelbe in allerley, meiſt würflichter, Figur vor,|

Miſt, Viehmiſt, animaliſcher Dünger, Dieſer beſteht aus den Aus- würfen der verſchiedenen Haustdiere, wel- <e ſalzige, ölichte und irdiſche Theile ent- halten, die nebſt den wäſſerichten Feuchtig» keiten den Grund aller Fruchtbarfeit aus» mächen. Um die Auswürfe der Thiere gut' zu erhalken, werden ſie mit Stroh ver- miſcht, wozu nicht jede Art von gleicher Gute ſeyn kann, Cs ſind Derter und Ge-

genden,