Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
Entstehung
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unſern kältern Gegenden nicht füglich Kerne ſteew, indem die jungenPflanzen aus Mangel der Luft erſticken Und verderben, Hat man ſrühße Miſibeete mit Gurken an- gelegt: ſo kann mandie erſten Kerne uneben- her an der Seite derſetben ſtec>en 3 es thut dieſen. Gurken keinen Schaden, und ehe dieſe ſic) ausbreiten, werden die Melonen- pflanzen weggenommen. Machet man zu den Melonen ein eignes: Beet: ſo: iſt es beſſer, einige kleine, als ein großes, anzu- legen, damit jeder Sorte ein befonderes Beet könne eingeräumet werden. Man bringt die Kerne darauf, ehe die ſtarke Hi- ße ſich mindert, indem dieſe den Kernen nicht ſchadet, vielmehr ſolehe eher zum Kei- men bringt. Wenn das Beet die rechte Hike hat, müſſen die Kerne am bten Tage, auch bey guter Witterung ſc<on: am 5ten, auffeimen. Um einige Monathe reife Me- lonen zu haben, pflegt man die Kerne zu drey verſchiedenen Zeiten zu ſteen, Als die erſten in der Mitte, die andern mit En- de des Märzes-, und die leßten gegen die Mitte des Aprils.. Die Kerne ſtet mant einzeln, ſo, daß zwiſchen jedem.2 Zoll Plas. bleibe. Man kann nachher die jun- gen Pflanzen um deſto leichter ausheben., Man bringt ſolche nur flach unter die Er- ve- Die jungen Pflanzen verlangen bew Zeiten Luft, ſonfk werden ſie von der Hike verbrennen, oder frec< und weichlich auf- ſchießen- Man wird daher, nach Beſchaf fenheit der Witterung, die Fenſter öffnen, oder zuhalten, und ſich: wohl erinnern, wie der Zugang. der Kälte eben ſowohl Scha- den bringe, als. wenn die feuchtefte Luft un» ter den Fenſtern eingeſchloſſen bleibe, oder' die Sonnenhiße allzu ſtark dur die Fen- ſter auf ſelbige wirke- Wenn die Pflanzew etwa 74 Tage alt ſind, werden ſie gemei» niglich ſ&; en zum Verpflanzen ſtart genug

Melonue

ſeyn. Man bringt? ſie alsdann auf ein neues Miſtbeet, welches aber die ſtärkſte Hitze bereits verloren haben muß, und ſe- ket ſolche weitläufriger und mit Vorſicht 4 bis 5 Zoll tief in vie Erde, damit die Wur- zeln nicht beſchädiges werden. Auf dem zten Beete bleiben die Pflanzen etwa drey Wochen fteben 3. hierauf macht man das 3te friſche Miſtbeet, und bringt darauf et- wa 4 Zoll hoh Erde, Hier werden die Pflanzen noch weiter von einander geſeß?, und wentt. der Stengel wächſt, wird ev

mit friſcher tro>ner Erde angehäuft, wel-.

<es das Wachsthum ſebr befördert. Wenn nach dieſer zten Verſeßung die Pflanze das 3te, oder das ſv genannte rauhe Blatt zei- get, iſt es Zeit, ſolche an den Ort zu ver- pflanzen, wo ſie ſtehen bleiben ſolt. Man kann unter ein Fenſter 2, auch, wenn diſe breit ſind, 3 bis 4 Pflanzen bringen 3 die zarten. kleinen Wurzeln breiten ſic) mehr aus, als mani glaubt, und benehmen ein- ander die Nahrung 3 daher man lieber die Scöfe weit von einander entfernen ſoll, Dieſe leßten Miſtveere ſollen nur viertehaib, höchſtens 4 Zoll Erde haben, indem die Melonenwurzeln eben nicht viele, ſondern gute Nahrung, und beſtändige Wärme verlangen- In mancher Erde wachſen ſie zu frech, treiben viele Ranken und Laub, und laſſen die zuerſt hervor kommenden Früchte gemeiniglich fallen. Die viele Erde behält auch zu viele Näſſe in ſich, und dev Miſt muß dadurch zu zeitig. erkal» ten» Miller pflegte den Beeten nur 2 Zoll hoch Erde zu geben, und in der Mik- te einen Berg von 18 Zoll hoch zu machen) und darauß die Pflanzen zu ſeßen, auch in der Folge die Erde anzuhäufen, daß ſie anderthalb Fuß hoch über den Miſt liege, welches aber von Münchhauſen nicht billi- get» Das öftere Berpflanzen wird vor-

nehm