Gewitter
" nem Ende oben an dem Knopfe des Sto>s anſtecfte, und mit dom andert in einiger Entfernung auf der Erde befeſtigte. Der Eto> würde ſodann in de Erde geſteckt, und wenn man ſich unter vem ausgebreite- ten Schirm niederſekte, ſo hätte man dar- an einen ſchüßenden Körper, welcher den Strahl auffienge,' und nicht herab zu den Men:chen, ſondern vermittelſt der metalle nen Treſſe abwärts leitete.
- In den gefährlichſten Umſtänden aber befindet ſich bey Gewittern ein Reiter im freyven Felde Dieſer ſchwebt alsdann, wenn er nicht lieber vom Pferde abſteigt, fich etwas von demſelben entfernt, und ſo lange im Freyen verweilt, bis die drohen- ven"Wolken ihren Abzug getommen haben, in einer vierfachen Gefahr, Er hat näm- lie) die Zoigen ſeiner eignen Ausdünſtung, des Dunſtkreifes von ſeinem Pferde, der Erhisung der Hufeiſen und der Zugluft, wenn er fortreitet over gar fortjagt, mithin alle Veranlaſſungen, weiche den Bliß nach ihm hinlocfen können, zu befürchten, (Ein gut gemeynter Rath, ſich von ſeinem Reitpferde zu entfernen, Wo aber damit hin auf dem freyen Feide, wo man keinen Baum findet, um das Pferd an ſelbigem anzubinden? Man müßte bhiebey anneh- men, daß der Reiter eine Leine mit einem hölzernen daran befeſtigtem Pfahle bey ſich führte, um ſolchen einzuſchlagen, und, mittelſt der Leine, das Pferd daran zu bin- den, Cs müßte aber das Pferd, wie die Campagnepferde daran gewöhnt ſeyn, um auch bey Sturm und Wetter nicht wild und tobend zu werden.)
Iſt man in einem Wagen, ſo iſt es beſ- ſer, ſiilie zu halten, als ſchnell zu fahren, odor, noch beſer, auszufteigen, und neben oder hinter dem Wagen in einer Entfer- nung von 3==4 Fuß ſich hinzuſtellen, zus-
Gewitter 27 mal wenn es ein offener Wagen iſt, auf welchem man doch dem Regen ausgeſeßt geweſen wäre, Härte man aber einen be- deten Wagen, der von außen ganz mik Wachstuch überzogen, oder mit getheer- tem und geſchmierten Leder bedeckt, und ohne horvor ragenden metallenen Knöpfen wäre,[d würde man, falls man allein darinn wäre, doch lieber darinn bleiben, als ſic) der Unbequemlichkeit der äußern Luft blos ſtellen wollen. Iſt aber der Wagen voll Menſchen, und hat oben me- tallene Knöpfe, oder än den Seiten Ver- goldungen, ſo hätte derjenige, der heraus ſteigt, mehr Sicherheit, als die, welche darinn ſißen bleſben.;
Vor einiger Zeit ward in einer periodi- ſchen Schrift angefrager: ob bey Gewit- tern die Pferde vor dem Wagen allein, die dariun ſißenden Perſonen aber nicht, vom Blitze bisher erſchlagen worden, und ob leß« teres nicht dem Theer, womit die Wagen ge- ſchmieret werden, zuzuſchreiben ſey? Von Kutſchen fehlet mir darüber die Erfahe« rung; aber von gemeinen offenen Bauer- wagen weiß ich mehrere Vorfälle, da die Pferde vor ſelbigen erſchlagen worden, die Knechte und auf ſolchen Wagen ſißen- de Perſonen aber unbeſchädigt geblieben ſind.|
Hiebey wäre nun die Hauptfrage noch übrig: ob nahe an Gebäuden ſtehende Bäume das Gewitter herbey ziehen, und dergleichen Gebäude anzünden können? In fo. viel hundert Dörfern, worinn ich ge- weien, und einen oder ein Paar Schritk von den Häuſern die höchſten und älteſten Bäume, z. B. Linden, Rüſtern, wilde Objtbäume, u. ſ, w. geſehen habe, und noch ſehe, have ich nie gehöret, daß von ſo!chen Bäumen der Werterſtrahl auf die Geväude geleitet worden ſey, Nur ein
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