Gewitter
in alle hohe Körper, die in ihre Atmo- ſphäre, oder in der Nähe derſelben kommen z ſie ſind in ſumpfichten, waldichten und waſ: ſerreichen Gegenden am häufigſten, und werden meiſtens dahin gezogen 3 ſie ſchla- gen gern in volle Scheuren, in friſche Heu- böden und Viehſtälle u. d. m, - Im Winter ſind die Gewitter nicht ſo häufig, als im Sommer; aber zu erſterer Jahreszeit vielmals gefährlicher- Denn im Winter iſt die Elektricität der Luft nicht ſo ſtark in den Wolken angehäufet, Wenn aber im Winter nach etlichen vor- gängigen warmen Tagen ein Gewitter ir- gendwo einkriffe, ſo wird es gemeiniglich gefährlich und ſchlägt ein. Denn es wird durch die Wärme dieſer Tage die Elektrici»- tät in den Erdkörpern ſehr angehäufet, und breitet ſic) dabey wenig in die anliegende Luft aus. Dieſe Körper ſind alſo ſehr elektriſch. Kommen nun Wolfen von ent- gegen geſeßter negativen Eleftricität in ih- re Nähe, ſo geſchieht der Bliß aus dieſen Körpern gegen die Wolke, Die Ausla- dung iſt alſo aufwärts durch den ganzen Körper aus deſſen Spiße, und ſo ſieht man, wie in ihnen Zerſtörung und Feuer entſtehen kann, wenn er zündbar iſt. Dies iſt die wahrſcheinliche Natur der Winter- gewitter, wie Hr. Prof, Titius davon im Wirtenb. Wochenbl, v. J. 1771, St, 49. gehandelt hat.
Die fruchtbarſten Gewitter ſind diejeni- gen, welche einen warmen Regen zur Be- gleitung over Folge haben, ſo wie diejeni- gen, äuf welche kalter Regen und kalte Witterung folget, den Früchten der Gär- ten und zJelder eben nicht gedeihlich ſind, manchen zarten Gewächſen aber gar ſchäd- lich ſeyn können.
Gewitterableiter dienen darzu, daß ſie ven Gewitterwolken das Uebermaaß der
Gewitter 23
Elektricität, es ſey an Menge des Aethers oder an Stärke ſeiner Spannung und Wir- fung, entziehen, und zwar alſo, daß ſie- feine Blitze, oder doch ganz geringe und unſchädliche geben. Es werden metallene ſpikige Stangen ſo hoch in der Luft aufge- richtet, daß ſie über andere Körper, die man ſchüßen will, etwas hervor ragen. Die Metallſpißen werden entweder an die Körper ſelbſt, z. C. an Häuſer, Thürme, u, ſ. w. angebracht, und in die Erde oder in das Waſſer geleitet; oder man kann ſie nur in der Nähe derſelben aufrichten. Me tall wird hierzu am liebſten gebrauchet, weil es die Elektricität aufzunehmen und fortzupflanzen, ſeiner Dichtigkeit und Subſtanz wegen, am geſchickteſten iſt. Das Gewitter pflegt ſich auf 160 Ruthen Weite ſchon in ſolche Metalle zu entladen. Die Natur hat inzwiſchen viele dergleichen Ableiter, die für den Erdboden ſchr nüß- lich ſind. Alle Gebirge und hohe Gegen- den leiten den Bliß an ſich 3 ſie zertheilen oftmals das Gewitter, aber ſie nehmen auch die erſten Schläge deſſelben auf, Als le Holzungen, alle Gewäſſer, alle weite, ſumpfichte Strecken, u. ſ, w. ſind mit ihren überliegenden Dünſten und Dampfſäulen ſolche Ableiter, in welche die Eleftricität der Gewitter entweder ſtill übertritt, oder ſich mit Blißen an ihnen ausladet, Da- her entſteht der Begriff von Wetrterſchei- den, welches ſolche Oerter auf der Erdflä- <e ſind, welche das Gewitter abweiſen. (S. Wertterſcheiden.)
Eine ſehr angelegentliche Frage iſt es nun aber doch wohl, wie man ſich bey Ge- wittern zu verhalten habe, um ſich gegen die ſchädlichen Würkungen der Bliße ſicher zu ſtellen?
In einem Hauſe, welches mit feinem Ableiter verſehen, und alſo nicht voraus
- zu


